• 03.09.2010, 11:32:15
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Greenpeace-Studie: Österreich droht neues Tschernobyl !

Bei Reaktorunfall in Norditalien starke Bodenkontamination in Österreich

Wien (OTS) - Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie zeigt
die Gefährdung weiter Teile Österreichs, die durch die radioaktiven
Auswirkungen eines Reaktorunfalls in einem im norditalienischen
Chioggia geplanten Atomkraftwerk entstehen könnte. Diese Ergebnisse
machen im Fall einer Reaktorkatastrophe vor allem das hohe Risiko
einer großflächigen Bodenkontamination in Österreich deutlich.

"Berlusconis Atompläne gefährden nicht nur Italien, sondern
stellen auch eine Bedrohung für die österreichische Bevölkerung dar.
Ein Reaktorunglück in Norditalien würde bei ungünstigen
Witterungsbedingungen zu eine ähnliche Situation wie nach dem
katastrophalen Unfall in Tschernobyl bedingen", führt Niklas
Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace, aus.

Die Greenpeace-Studie des Instituts für Meteorologie an der
Universität für Bodenkultur und des Österreichischen
Ökologie-Instituts weist darauf hin, dass das Wetter auch bei den
Folgen eines Reaktorunfalls in Norditalien das zentrale Kriterium
darstellt: Die Windverhältnisse sowie Ort und Heftigkeit der
Niederschläge können dazu führen, dass das am stärksten betroffene
Gebiet nicht unmittelbar am AKW-Standort liegt, sondern tatsächlich
erst in einigen hundert Kilometer Entfernung. Bei gar nicht selten
auftretendem Südwind käme es in Folge eines Unfalls zu einer massiven
Kontamination in Österreich, wobei vor allem das Gebiet südlich des
Alpenhaupt-kammes, also Kärnten, Osttirol und Teile der Steiermark -
besonders stark betroffen wäre. Einzelne Szenarien gehen allerdings
sogar darüber hinaus und zeigen eine Kontamination des gesamten
Staatsgebietes.

"Dieses Bedrohungsszenario ist ein Handlungsauftrag an die
österreichische Bundesregierung, umgehend gegen diese von Berlusconi
geplanten Atomkraftwerke vorzugehen. Wer hier die Hände in den Schoß
legt, lässt die Österreicher mit ihren Sorgen vor der Atomgefahr
allein", wird Greenpeace-Sprecher Schinerl deutlich.

Bereits im letzten Jahr ließ Berlusconis die gesetzlichen
Rahmenbedingungen wie auch den Aufbau der entsprechenden Behörden in
die Wege leiten, um Italien den Wiedereinstieg in die Atomkraft zu
ermöglichen. Die norditalienische Stadt Chioggia gilt als ein
wahrscheinlicher Standort für eines der geplanten Kraftwerke und
liegt in unmittelbarer Nähe zu Venedig sowie den beliebten
Urlaubsstränden Lignano, Jesolo, Bibione oder Caorle - sowie nur 160
Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt.

Zur Kurzfassung der Greenpeace-Studie:
http://stop-berlusconi.at/uploads/media/Fallout-Studie.pdf

Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Pressesprecher Greenpeace CEE
Tel.: +43-664-343 53 54
Niklas Schinerl, Anti-Atomsprecher Greenpeace CEE
Tel.: +43-664-612 67 04

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