- 01.09.2010, 08:56:20
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Zeit für Daten - Finanzmärkte endlich regulieren!
Linz (OTS) - Es ist unakzeptabel, dass eine wirksame
Finanzmarktregulierung verschleppt wird. Nur wenn die Finanzmärkte
sicherer gestaltet werden, lässt sich die nächste Krise verhindern.
"Die von den Finanzmärkten ausgehende Wirtschaftskrise hat uns hohe
Arbeits-losigkeit und ein Anschwellen der Staatsschulden beschert.
Der Finanzsektor muss reguliert und an der Bewältigung der
Krisen-kosten beteiligt werden", fordert AK-Präsident Dr. Johann
Kal-liauer endlich Taten.
Die Krise rund um Griechenland hat gezeigt, dass sich auf den
Finanzmärkten jederzeit wieder Chaos ausbreiten kann. Dennoch wird
noch viel zu wenig getan, damit die Finanzmärkte besser
funktionieren.
Gefährliche Geschäfte mit Nahrungsmitteln
Dabei sind die Probleme akut: Spekulationen mit Nahrungsmitteln
und Rohstoffen bringen es zu neuen "Hochblüten", was zu stark
schwankenden Preisen beiträgt. Zum Beispiel hat sich der Wei-zenpreis
von Anfang Juni bis Anfang August fast verdoppelt, der Preis für
Kakao erreichte Anfang Juni den höchsten Wert seit 33 Jahren. Dies
kann sich in einer neuerlichen Inflation bei Le-bensmitteln
niederschlagen.
Nach wie vor finden Finanzgeschäfte abseits der öffentlichen
Börsen im großen Stil statt. Der Markt für außerbörslich gehan-delte
Derivate setzte sein rasantes Wachstum nach einem Rückgang im
Krisenjahr 2008 fort. Sein Volumen schwoll 2009 auf mehr als 600
Billionen US-Dollar an (2001: rund 100 Billionen Dollar). Zum
Vergleich: Das Weltsozialprodukt machte 2009 weniger als 58 Billionen
US-Dollar aus!
"Die Regulierung der Finanzmärkte zu verschleppen ist, als würde
man Tonnen von kostbarem Löschwasser einsetzen, aber nichts gegen die
Verwendung leichtentzündlicher Materialien tun. Des-halb müssen die
Finanzmärkte rasch reguliert werden. Sonst sind sie eine Gefahr für
die Gesamtwirtschaft!", stellt AK-Präsident Kalliauer fest. Auch
viele namhafte Wissenschafter/-innen - wie die Nobelpreisträger
Joseph Stiglitz und Paul Krugman - sprechen sich für eine
Neugestaltung der Finanzmärkte aus. Der Baseler Ausschuss für
Bankenaufsicht kommt in einer eben veröffentlichen Studie zum
Schluss, dass verschärfte Anforderungen an die Finanzbranche das
Finanzsystem deutlich stabiler machen würden.
AK fordert Verbot schädlicher Spekulationen
Die AK Oberösterreich verlangt zahlreiche Maßnahmen, um den
Fi-nanzsektor solider und transparenter zu gestalten: unter anderem
eine verbesserte Eigenkapitalbasis und ein Insolvenzrecht im
Bankbereich, ein Verbot schädlicher Spekulationen und ein Abschmelzen
des immensen Handelsvolumens außerhalb der Börsen. Die Branche muss
sich auch an den Krisenkosten beteiligen, zum Beispiel durch eine
Finanztransaktionssteuer. Damit der Finanz-sektor im Sinne der
Allgemeinheit wieder gut funktioniert, ist weiters eine verstärkte
demokratische Kontrolle unumgänglich. "Hier gilt es sowohl den
nationalen Spielraum aktiv zu nutzen wie auch auf europäischer Ebene
mit Nachdruck für stabilisie-rende und regulierende Maßnahmen
einzutreten", betont der AK-Präsident.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Robert Eiter
Tel.: (0732) 6906-2188
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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