• 30.08.2010, 10:14:13
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ARBÖ: Berlakovich stürzt Österreich in ein Pickerlchaos

Autos in sieben Umweltklassen eingeteilt - Keine Abstimmung mit Deutschland

Wien (OTS) - Mit seiner Verordnung zum Immissionsschutzgesetz-Luft
(IG-Luft) wird Umweltminister Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich
Österreich in das reinste Pickerlchaos stürzen, warnt der ARBÖ: "Geht
es nach seinen Plänen, sollen die Autos gleich in sieben verschiedene
Umweltklassen eingeteilt werden. Es wird auch nicht drei Farben wie
in Deutschland geben, sondern gleich sechs verschiedene." Statt
Verwaltungskosten zu sparen wird Bürokratie aufgebaut.

Das Pickerlchaos auf der Windschutzscheibe wird obendrein noch
größer, weil die österreichischen Umweltpickerln nicht mit den
deutschen Umweltplaketten abgestimmt sind, die es schon seit zwei
Jahren gibt. Wer also nach Deutschland muss, muss doppelt kleben! "Es
kann durchaus passieren, dass dasselbe Auto in Deutschland eine gelbe
Plakette erhält, aber in Österreich ein rotes Umweltpickerl. Das ist
ein schlechter Witz. Wieso eine derartige Kleinkrämerei in einem
angeblich gemeinsamen Europa überhaupt möglich ist, fragen sich nicht
nur die Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich", protestiert
der ARBÖ. Eine Umweltplakette pro Auto ist mehr als genug, meint der
ARBÖ.

Nach Informationen des ARBÖ will Berlakovich's Ministerium die
heimischen Autos in sieben Klassen einteilen:

1. Autos ohne irgendein Umweltpickerl: Für sie gilt in Umweltzonen
ein komplettes Fahrverbot, sie bleiben davon völlig ausgesperrt. Es
handelt sich um Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 0 und Euro 1, die vor
dem 1.1.1997 zugelassen wurden.

2. Autos mit rotem Pickerl: Sie dürfen nur dann in der Umweltzone
fahren, wenn es spezielle Bestimmungen erlauben. Diese können von
Stadt zu Stadt völlig unterschiedlich sein, so dass in einer Stadt
die "roten" fahren dürfen, in der anderen aber nicht. Ein rotes
Pickerl bekommen Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 2, die vor dem 1.1.2001
zugelassen wurden.

3. Autos mit gelber Plakette: Auch sie dürfen nur in die Umweltzone
hinein, wenn es die speziellen Umweltzonen-Bestimmungen erlauben. Es
handelt sich um Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 3, die vor dem 1.1.2006
zugelassen wurden.

4. Autos mit grüner Plakette: Sie sind derzeit die einzigen, die in
allen Umweltzonen problemlos fahren dürfen. Es handelt sich um
Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 4, die seit 1.1.2006 zugelassen wurden.

5. Autos mit hellblauer Plakette: Es handelt sich um Fahrzeuge der
Abgasnorm Euro 5, die erst mit Zulassung ab 1.1.2011 verpflichtend
wird.

6. Autos mit rosa Plakette: Es handelt sich um Fahrzeuge der
Euroklasse Euro 6, die erst mit Zulassung ab 1.1.2015 gelten wird.

7. Autos mit weißer Plakette, die in Umweltzonen immer fahren dürfen,
weil sie vom Umweltzonen-Gesetz generell oder von der Behörde
speziell ausgenommen sind, z.B. Rettungsautos.

Der ARBÖ lehnt die Einführung dieses Pickerlwahnsinns in Österreich
ab, die mit der Einführung von Umweltzonen verbunden ist. Wie die
Erfahrungen in Deutschland zeigen bringen Umweltzonen - wenn
überhaupt - nur eine geringe Entlastung. "Die minimale Entlastung
steht in keinem Verhältnis zum teuren Bürokratie-Wust und zum
massiven Eingriff Eigentümerrechte", kritisiert der ARBÖ.

Der ARBÖ verweist auf die Tatsache, dass die Autofahrerinnen und
Autofahrer in Österreich schon seit Jahren einen massiven Beitrag zur
Verbesserung der Umwelt leisten, indem sie massiv von alten auf
abgasärmere Fahrzeuge umsteigen und weniger fahren. Allerdings hinken
die Umwelt-Statistiken meilenweit hinter diesen Tatsachen hinterher.
Die Autofahrer sind die einzige Bevölkerungsgruppe, die unter dem
Titel Umweltschutz mehrmals massiv zur Kassa gebeten wurde: Zwei Mal
Mineralölsteuer erhöht, zwei Mal die Normverbrauchsabgabe (NoVA)
durch ein Bonus-Malus-System verschärft, in drei Etappen Diesel und
Benzin mit biogenen Treibstoffen angereichert und damit eine
Spitzenposition in Europa erreicht. Der ARBÖ setzt auf den
technischen Fortschritt bei neuen Fahrzeugen und auf Nachrüstung mit
Partikelfilter in Fahrzeugen, wo dies ökologisch auch Sinn macht.
Statt durch Umweltzonen Werte zu vernichten (gebrauchte Fahrzeuge
verlieren radikal an Wert) und massiv in Eigentümerrechte
einzugreifen, schlägt der ARBÖ vor, Werte und Arbeitsplätze zu
schaffen, etwa durch thermische Sanierung von Häusern.

Rückfragehinweis:
ARBÖ Interessensvertretung & Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 891 21-280, mobil: 0664/60 123 280
mailto: [email protected]
http://www.arboe.at

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