• 27.08.2010, 09:00:42
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Auswirkungen des Grenzgängerabkommens auf die burgenländische Wirtschaft

Wien (OTS/WIFO) - Im Jahr 1998 wurde ein Grenzgängerabkommen mit
Ungarn geschlossen, um die grenzüberschreitende Wanderung zu
erleichtern. Seitdem arbeiteten rund 2.400 ungarische
Staatsangehörige im Rahmen dieses Abkommens im Burgenland. Dabei
wurde eine Gruppe von Arbeitskräften angesprochen, die auf dem
österreichischen Arbeitsmarkt relativ erfolgreich waren: Sie wiesen
im Durchschnitt eine höhere Beschäftigungswahrscheinlichkeit auf,
waren länger beschäftigt und bezogen höhere Löhne als andere
ungarische Arbeitskräfte. Die Zuwanderung im Rahmen des
Grenzgängerabkommens hatte im Burgenland langfristig (kumuliert über
17 Jahre) eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 0,5% bis zu 3,4%
gegenüber einem Szenario ohne Grenzgängerabkommen zur Folge, die
gesamtwirtschaftlichen Löhne wurden gegenüber dem Basisszenario um
höchstens 0,8% gedämpft.

Vor allem die Landwirtschaft, das Beherbergungs- und
Gaststättenwesen, das Bauwesen und das Transportwesen profitierten
von der Zuwanderung. Dies trug zu einer Verschiebung der
burgenländischen Wirtschaftsstruktur in Richtung dieser Sektoren bei.
Während das Lohnniveau insgesamt kaum gedrückt wurde, ergab sich in
einigen Bereichen allerdings ein höherer Lohnrückgang. Dies waren vor
allem Branchen, in denen viele Grenzgänger und Grenzgängerinnen
Beschäftigung fanden.

Im Rahmen des Grenzgängerabkommens kamen zumeist junge männliche
Arbeitskräfte mit mittlerer Qualifikation ins Burgenland, die häufig
in der Landwirtschaft und im Tourismus arbeiteten. Dementsprechend
trug die Zuwanderung nicht zu einem Strukturwandel in Richtung jener
Branchen bei, die höhere Qualifikationen nachfragen, sondern betraf
vor allem die Bereiche mit kräftigem Beschäftigungswachstum.
Geographisch konzentrierte sich die Beschäftigung von Grenzgängern
und Grenzgängerinnen auf das Nordburgenland.

Durch die Zusammenarbeit im Rahmen des Abkommen konnten die
österreichische und die ungarische Arbeitsmarktverwaltung wichtige
Erfahrungen im Bereich des grenzüberschreitenden
Arbeitsmarktmanagements aufbauen, die auch nach dem Ende der
Übergangsfristen für die Freizügigkeit der Arbeitskräfte in der EU
genutzt werden können.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
8/2010
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=40332&typeid=8&
display_mode=2) und der folgenden WIFO-Studie: Julia
Bock-Schappelwein, Peter Huber, Klaus Nowotny, Gerhard Streicher,
Auswirkungen des Grenzgängerabkommens und des Praktikantenabkommens
auf den burgenländischen Arbeitsmarkt (Dezember 2009, 125 Seiten, 50
Euro, Download 40 Euro:
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=38244&typeid=8&d
isplay_mode=2)

Rückfragehinweis:
Dr. Peter Huber (erreichbar ab 10:00 Uhr)
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-404 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected]

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