- 25.08.2010, 14:08:19
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Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV) zur Neuregelung der Maklerprovisionen ab 1. September
SWV-Hrdliczka fordert soziale Staffelung der Provisionen sowie Abschaffung der Mietvertragsgebühr und Umsatzsteuer auf Mieten
Wien (OTS) - Laut der heutigen Veröffentlichung des
Wirtschaftsministeriums wird die Änderung der
Immobilienmaklerverordnung mit 1. September 2010 in Kraft treten.
Darin ist eine Provisionskürzung von zwei auf eine Monatsmiete bei
Mietverträgen unter drei Jahren sowie von drei auf zwei Monatsmieten
bei Mietverträgen über drei Jahren vorgesehen. Christian Hrdliczka,
Vorsitzender der Fachvereinigung Immobilien im SWV Wien: "Aus
unserer Sicht wird die Änderung massive wirtschaftliche Probleme bzw.
Einschnitte für die Berufsgruppe der ImmobilienmaklerInnen, die eine
gut ausgebildete, kompetente und dienstleistungsorientierte, sowie -
als gebundenes Gewerbe - staatlich geprüfte Berufsgruppe ist, mit
sich bringen"
Hrdliczka erläutert, dass seitens des Gesetzgebers vergessen
werde, dass ein vermitteltes Objekt statistisch vier nicht
vermittelten Objekten gegenüberstehe. "Und das hat letztendlich auch
bereits der OGH anerkannt. Ein gelungenes Geschäft eines
Immobilienmaklers muss für einige nicht erfolgreiche entschädigen."
Provision werden, so der Vorsitzende-Stv. der Fachgruppe Immobilien
in der Wirtschaftskammer Wien, fälschlicherweise immer als Einkommen
der ImmobilienmaklerInnen dargestellt. "Das ist jedoch inkorrekt. Sie
ist nur als Umsatz zu sehen. Ein Umsatz von dem sämtliche
Aufwendungen, wie Steuern, Mieten, Betriebskosten etc, zu bezahlen
sind. Auch jene von nicht erfolgreichen Geschäften", so Hrdliczka.
Das heute vorzufindende Provisionssystem wurde deshalb derart
gestaltet, um den UnternehmerInnen die Chance zu geben, wenn schon
eine Beschränkung der Provisionen durch Höchstsätze vorgenommen wird,
sich den jeweilig herrschenden Marktbedingungen anzupassen. "In der
Situation eines Abgebermarktes ist die Situation immer so, dass
weniger Abgeberprovisionen zu lukrieren sind und in einem
Interessentenmarkt eben umgekehrt. Hier nun in einer bestimmten
wirtschaftlichen Situation in ein System einzugreifen, zerstört
sowohl Einkommenschancen als auch das wirtschaftliche Gleichgewicht
des Marktes", bedauert Hrdlicka.
Aus Sicht der sozialdemokratischen Interessensvertretung der
Immobilienmakler wird das unweigerlich dazu führen, dass auf
Mietobjekte spezialisierte Unternehmen deutlich weniger
Dienstleistung ausführen können, aus wirtschaftlichen Gründen
ArbeitnehmerInnen abbauen oder sogar ihre Unternehmen zusperren
müssen und/oder sich von diesem Markt zurückziehen. Hrdlicka: "Unser
Vorschlag, den wir auch an der Bundesministerium für Wirtschaft,
Jugend und Familie übermittelt haben, hätte die gesamte soziale
Situation berücksichtigt. Durch eine Staffelung der Provision nach
Miethöhe und Dauer, sowie die Abschaffung der Mietvertragsgebühr. Das
wäre sozial fair uns bestens geeignet, um die Kaufkraft von
einkommensschwachen Personen zu stärken!"
SWV Vorschlag zum Thema Provision:
bei Bruttomonatsmieten (BMM) bis Euro 400,--: 1 BMM Provision
generell
bei Bruttomonatsmieten bis Euro 800,--: 2 BMM generell
bei Bruttomonatsmieten über Euro 800,--: 3 BMM bei einer Mietdauer
über drei Jahren
2 BMM bei einer Mietdauer
unter drei Jahren (Die
Bruttomonatsmiete setzt
sich zusammen aus dem
Hauptmietzins und den
Betriebskosten ohne
Umsatzsteuer)SWV Vorschlag zum Thema Abschaffung der Mietvertragsgebühr und
Umsatzsteuer:
Die Abschaffung der Vergebührung von Mietverträgen und die
Abschaffung der Umsatzsteuer von zehn Prozent für Wohnungen, sowie
die Einführung einer echten Umsatzsteuerbefreiung, würden einem
erheblich größeren Teil an Menschen helfen, als der geplante Eingriff
in das bestehende Provisionssystem und einem kleinen Teilmarkt. In
anderen Ländern ist das durchaus üblich.
"Bei Umsetzung der Vorschläge des Sozialdemokratischen
Wirtschaftsverbandes hätten BezieherInnen von niedrigen Einkommen
deutlich weniger Provision gezahlt UND die Maklerbetriebe hätten
optimale Voraussetzungen, um auch in Zukunft wirtschaftlich überleben
zu können", schloss Christian Hrdliczka.
Rückfragehinweis:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband
Mariahilfer Straße 32/1, 1070 Wien
Tel.: +43(1)5224766-12, Fax: +43(1)5262352
Mobil: +43(0)664-8304337
mailto:[email protected]
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