Leitl bei Eröffnung der Alpbacher Reformgespräche: "Die Lust am Gestalten muss unser Wegbegleiter sein"

.: WKÖ-Präsident kritisiert verfehlte Bildungsdiskussion und fordert mehr Mut zu Reformen, um Wirtschaftswachstum anzukurbeln

Alpbach/Wien (OTS/PWK631) - Bei der Eröffnung der
Reformgespräche der Wirtschaftskammer Österreich beim Europäischen Forum in Alpbach, die heuer unter dem Motto "Zukunft für neue Arbeit", stehen, widmete sich WKÖ-Präsident Christoph Leitl in seiner Eröffnungsrede dem Thema Wirtschaftswachstum.

Dieses war in Österreich in den letzen Jahren immer besser als vergleichsweise in Deutschland und der Schweiz. Dieses Jahr scheint dies aber nicht mehr der Fall zu sein, was WKÖ Präsident Leitl Sorgen bereitet: "Wir brauchen ein steigendes Wirtschaftswachstum um auch in Zukunft die Absicherung unserer sozialen Sicherheitssysteme gewährleisten zu können. Denn ohne Wirtschaftswachstum kommt letztendlich am Ende nichts heraus - und das obwohl die Ansprüche nach oben stetig wachsen".

In diesem Zusammenhang nennt Leitl die langjährige Forderung der Sozialpartner zur Rückkehr in die Vollbeschäftigung und stellt die Frage, wie die Arbeitswelt von Morgen auszusehen hat. "Eines ist klar - wenn wir in Zukunft in diesem Bereich etwas ändern wollen, dann dürfen wir nicht über Facharbeitermangel oder über die Überalterung unserer Gesellschaft und über Finanzierungsprobleme unseres Pensionssystems klagen", so Leitl. Jetzt gehe es darum, aktiv und rasch gravierende notwendige Veränderungen vorzunehmen. Dabei gehe es dann um Fragen der Arbeitszeitflexibilität, Migration, Eingliederung älterer Menschen in den Arbeitsprozess sowie um sämtliche Bereiche der Qualifikation. In diesem Zusammenhang zeigt sich Leitl auch besorgt über den Stopp des Fachhochschulausbaus sowie der fehlenden Neuausrichtung der Forschungsförderung und einer generell verfehlten politischen Bildungsdiskussion.

"Wir müssen von den Besten lernen", so das Rezept von Leitl für die Zukunft. Es gibt in allen Bereichen so viele gute europäische Modelle, wie man die Probleme der Zukunft meistern könnte: "Wir brauchen uns nur die Rezepte von den Besten der Besten zu nehmen und auf die Bedürfnisse unseres Landes anzupassen. Innovation und Qualifikation sowie die Lust und der Mut am Gestalten müssen unsere Wegbegleiter für die Zukunft sein".

Richard Kruspel, Generalsekretär des Europäischen Forums Alpbach, verknüpfte in seiner Eröffnungsrede die gesundheitlichen Aspekte der Arbeitswelt mit den Anforderungen der modernen Arbeitswelt.

"Arbeit ohne Anerkennung sowie Tätigkeiten, wo man sich selbst nicht verwirklichen kann, werden zukünftig einen bestimmenden Krankheitsfaktor in der Arbeitswelt darstellen. Daher ist es wichtig den Faktor Gesundheit bei wirtschaftlichen Fragen nie außer Acht zu lassen" so Kruspel.

"Wohlstand und Gesundheit können letztendlich aber nur gesichert werden, wenn man die Rahmenbedingungen für die Unternehmen so setzt, dass diese auch motiviert sind und sich aktiv an den Fragen der Zukunft, wie z.B. Migration und die Integration gesunder Senioren in den Arbeitsprozess, beteiligen", so Kruspel abschließend.

Simone Thomsen, Geschäftsführerin der Eli Lilly GmbH und Präsidentin des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI), widmete sich in ihrem Eröffnungsstatement dem komplexen Bereich der unterschiedlichen Arbeitswelten.

"Zukünftig werden wir uns mit den unterschiedlichsten Erwerbsmodellen auseinandersetzen müssen. Hierbei stellt sich dann allerdings die Frage, inwieweit diese dann auch etwas zur sozialen Absicherung unseres gesellschaftlichen Systems beitragen können", so Thomsen. Weiters ist es für die FOPI-Präsidentin auch ein zentrales Anliegen, die immer älter werdende Gesellschaft in Zukunft länger im Berufsleben halten zu können und gleichzeitig die Pflegesysteme zu entlasten. "Und nicht zuletzt wird auch das Thema Migration in Zukunft einen wichtigen Faktor in unserer Gesellschaft darstellen. Allerdings setzt dies voraus, dass man Migration als Bereicherung und nicht als Bedrohung sieht", so Thomsen. (NL)

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