• 17.08.2010, 17:12:38
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Neues Volksblatt: "Neiddebatte" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. August 2010

Linz (OTS) - Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, als ÖVP-Obmann
Josef Pröll mit einem einzigen Wort einen heftigen Reflex bei SPÖ,
ÖGB, Grünen und den diversen gutmenschlichen Vereinigungen auslöste.
Pröll sagte damals in einer Rede "Transferkonto" und einhellig
schallte es von den Genannten zurück: "Neidkonto". SPÖ-Vorsitzender
und Bundeskanzler Werner Faymann stellte sich an die Spitze des
Widerstandes gegen die Pröll-Idee: "Ein Transferkonto einzurichten,
heißt, ein Neidkonto einzurichten. Doch wir setzen uns gegen eine
Neiddebatte und gegen jede Art von Sozialabbau zur Wehr". Dass eine
Transparenzdatenbank mittlerweile eine ausgemachte Sache zwischen den
Koalitionsparteien ist, sei nur der Ordnung halber in Erinnerung
gerufen.
Jetzt gibt es Schlagzeilen wie "SPÖ will Subventionen kürzen" oder
die Aussage von SPÖ-Geschäftsführer Kräuter, Doppel- und
Mehrfachförderungen abzubauen. Dagegen wäre gar nichts einzuwenden,
wenn die SPÖ die Diskussion nicht genau in jenem Stil einer
Neiddebatte - "Gstopfte, Gutsherren, Großgrundbesitzer" - führen
würde, die sie der ÖVP beim Transferkonto umhängen wollte. Das
ständige Bemühen, überkommen geglaubte Feindbilder wieder zu beleben,
ist gesellschaftspolitisch ein gefährliches Spiel.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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