- 28.07.2010, 14:11:46
- /
- OTS0137 OTW0137
Leitl: Wirtschaft setzt auf Ausbildung UND qualifizierte Zuwanderung
Mangel an Fachkräfte-Nachwuchs und Überalterung Österreichs machen qualifizierte Zuwanderung notwendig
Wien (OTS/PWK593) - Die Wirtschaft braucht jetzt und vermehrt
in Zukunft Fachkräfte und investiert daher massiv in die Ausbildung
von Jugendlichen in Österreich. Die Lehrlingsausbildung trägt
wesentlich dazu bei, dass Österreich die drittniedrigste
Jugendarbeitslosigkeit in der EU verzeichnet. Rund 130.000
Jugendliche werden derzeit in Österreichs Betrieben ausgebildet.
Allerdings sank zwischen 1993 und 2001 die Zahl der Geburten in
Österreich um über 20 Prozent. Daher wird auch die Anzahl der
Lehranfänger in den nächsten Jahren sinken - unabhängig von der
Konjunktur. Gleichzeitig gehen immer stärkere Jahrgänge (nämlich die
Babyboomer der 50er und 60er Jahre) in Pension. Ohne Zuwanderung wird
daher die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter hierzulande bald
schrumpfen.
WKÖ-Präsident Christoph Leitl: "Ohne Zweifel muss Österreich das
Potenzial der in Österreich lebenden Menschen bestmöglich nützen. Das
reicht von gezielter Qualifizierung von Arbeitslosen über eine
verstärkte Beschäftigung von Älteren bis zur Förderung von Menschen
mit Migrationshintergrund etwa durch Sprachausbildung schon im
Kindergarten. Auch müssen wir qualifizierte Österreicher und in
Österreich studierende Ausländer im Land halten." Derzeit verlassen
jährlich um 5.000 Österreicher mehr das Land, als ins Land
zurückkehren.
Allein durch bessere Ausbildung kann aber der Bedarf am
Arbeitsmarkt weder kurz- noch langfristig gedeckt werden:
Österreicher sind oft einfach nicht bereit zu Ausbildungen, die am
Arbeitsmarkt gefragt sind: In Tirol und Salzburg werden immer noch
Lehrlinge aus den neuen deutschen Bundesländern eingestellt, weil
Lehrstellensuchende aus Ostösterreich nicht zu einem Ortswechsel zu
bewegen sind. Zudem sinken die Absolventenzahlen von technischen
Studienrichtungen in Österreich seit Jahren, obwohl am Arbeitsmarkt
Ingenieure gesucht werden.
Die unmittelbar bevorstehende Arbeitsmarktöffnung wird zu keinem
Ansturm auf den österreichischen Arbeitsmarkt führen. Experten
rechnen mit einer Zuwanderung von 10.000 bis 20.000 Personen, die der
heimische Arbeitsmarkt verkraften wird und die positiv auf die
Wertschöpfung und Einkommen in Österreich wirken. In Zusammenhang mit
Gesprächen über die Rot-weiß-Rot-Card kann aus Sicht der Wirtschaft
auch über die Arbeitnehmer-Forderung nach einem
Anti-Lohndumping-Gesetz geredet werden.
Langfristig ändert aber weder die Arbeitsmarktöffnung noch eine
verbesserte Ausbildung etwas daran, dass Österreich ohne Zuwanderung
bis 2075 ein Drittel seiner Einwohner verlieren würde. Selbst mit
Zuwanderung geht der Anteil der Jugendlichen und Kinder rasant
zurück, während der Anteil der älteren Bevölkerung ansteigt. Leitl:
"Wir sollten uns ein Beispiel an Kanada und Australien nehmen und uns
trauen, ein Bekenntnis zu einer qualifizierten Zuwanderung abzugeben.
Wir sollten uns die Besten aussuchen. Sonst sind aufgrund des
Überalterungsprozesses und des Geburtenrückganges die Sozialsysteme
massiv unter Druck."
Leitl: "Ausbildung, qualifizierte Zuwanderung und Halten der
qualifizierten Menschen in Österreich sind daher die Gebote der
Stunde und der kommenden Jahrzehnte." (RH)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Dr. Rolf GLEISSNER Tel.: T:+43 (0)5 90 900 4288, F:+43 (0)5 90 900 3588 mailto:rolf.gleissner@wko.at persönl. Fax: +43 (0)5 90 900 114288
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






