- 23.07.2010, 11:41:48
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Leopold Museum-Privatstiftung und Restitution
Kein guter Neustart
Wien (OTS) - Im "Standard" von heute macht Diethard Leopold, der
Sohn des verstorbenen Kunstsammlers Rudolf Leopold und
Vorstandsmitglied der Leopold Museum-Privatstiftung den Vorschlag,
Egon Schieles Häuser am Meer zu versteigern und den Erlös zwischen
den Erben nach Jenny Steiner und der Leopold Museum-Privatstiftung in
einem bestimmten Verhältnis zu teilen. Mit dem Erlös könnte die
Leopold Museum-Privatstiftung auch den Rückkauf von Bildnis Wally
finanzieren.
Egon Schieles Häuser am Meer ist eines von vier Kunstwerken, die ein
unabhängiges Experten-Komitee unter der Führung von Ex-Bundesminister
Nikolaus Michalek als NS-Raubkunst identifiziert hat. Das
Experten-Komitee hat die Restitution von Häuser am Meer empfohlen.
Der Vorschlag von Diethard Leopold zielt darauf, dass die Leopold
Museum-Privatstiftung ein Werk der NS-Raubkunst (Häuser am Meer)
verkauft, um mit dem Erlös den Rückkauf zum Marktwert eines anderen
Werkes der NS-Raubkunst (Bildnis Wally) zu finanzieren. Der Vorschlag
ist geschmacklos und der Vergleich mit dem Fuchs im Hühnerstall, der
erwischt wird und vorschlägt, das Huhn doch nicht zurückzugeben,
sondern zu verkaufen und den Verkaufserlös aufzuteilen, drängt sich
auf. Demgegenüber ist Restitution - auch im Sinne des
Kunstrückgabegesetzes - die entgeltfreie Rückgabe von Kunstwerken
bedenklicher Provenienz und kein "dealmaking".
Das ist kein guter Neustart nach dem Tode von Rudolf Leopold und dem
erzwungenen Rückkauf von Schieles Bildnis Wally um 19 Millionen
Dollar vor wenigen Tagen.
Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Erika Jakubovits, Exekutiv Direktorin des Präsidiums
Rückfragehinweis:
Israelitische Kultusgemeinde
Erika Jakubovits, Exekutiv Direktorin des Präsidiums
Tel: +43 1 531 04-102, Email: [email protected]
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