• 21.07.2010, 11:44:57
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ÖVAF fordert ausreichende Mittel für Agrarforschung und Entwicklung

Lösungen für Land- und Forstwirtschaft und ländlichen Raum mittelfristig absichern

Wien (OTS/aiz) - Um gesellschaftlichen Anforderungen an die Land-
und Forstwirtschaft wie naturnahe, nachhaltige und die Umwelt
schonende Produktion, überwirtschaftliche Leistungen,
Tierschutzstandards, Sozialstandards und anderes mittelfristig
erfüllen zu können, bedürfe es entsprechender wissenschaftlicher
Hilfestellungen, so die Österreichische Vereinigung für Agrar-,
Lebens- und Umweltwissenschaftliche Forschung (ÖVAF) in einer
Aussendung. Der Wissenschaftliche Fachbeirat der ÖVAF fordert,
"Budgetmittel so zu steuern, dass die einschlägige Forschung die
entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt bekommt, um
zukunftsorientierte Antworten, Modelle und Wege für die
Österreichische Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Raum -
auch im Hinblick auf die Gemeinsame Agrarpolitik GAP ab 2014 -
vorbereiten zu können". Desgleichen bestehe die Notwendigkeit, dass
auch Mittel aus der Europäischen Regionalpolitik für
forschungsrelevante Aufgaben und grenzüberschreitende Kooperationen
im Schnittstellenbereich zwischen Ernährungssicherung, Raumnutzung
und regionaler Entwicklung zur Verfügung gestellt werden. Eine
dementsprechende Resolution (siehe unten: Download
"Resolution_ÖVAF.pdf") ist Bundesminister Nikolaus Berlakovich
vorgelegt worden.

Österreich hinkt bei Forschungsmitteln für Agrarbereich im
EU-Vergleich nach

Österreich rangiere laut ÖVAF unter Bezug auf Zahlen von EUROSTAT
mit seinen Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben im Bereich der
Agrarforschung im letzten Drittel aller EU-Länder. Das
Forschungsbudget des Lebensministeriums stagniere, mit Ausnahme der
Mittel, die über den Klima&Energiefonds für klimarelevante Forschung
zur Verfügung gestellt werden, seit Jahren. Vergleicht man die Zahl
der erfolgreichen Projekte in EU-Forschungsprogrammen, so zeige sich,
dass jene Länder überdurchschnittliche Anteile an geförderten
EU-Projekten haben, welche auch national große Mengen an
Fördergeldern in die jeweiligen Forschungsbereiche investieren.

"Der Wissenschaftliche Fachbeirat der ÖVAF stellt mit großer Sorge
fest, dass es durch die permanente Stagnation bei nationalen
Forschungsmitteln in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittel- und
Biotechnologie, aber auch Forstwirtschaft, zu einer immer stärkeren
Abkoppelung von der europäischen Forschungsförderung kommt.
Gleichzeitig steigen damit die Schwierigkeiten, spezifische
österreichische Standpunkte und nationale Notwendigkeiten sowohl auf
supranationaler als auch auf internationaler Ebene durchsetzen zu
können. Schlussendlich könnte Österreich kein Gehör mehr für seine
Spezifika finden", so Alois Leidwein, Vorsitzender des Fachbeirats
der ÖVAF.

ÖVAF begründet Notwendigkeit von Mitteln mit zahlreichen Aufgaben der
Forschung

Die ÖVAF begründet ihre Forderungen unter anderem damit, dass
Klimawandel, Migration und globales Bevölkerungswachstum sowie
globale Liberalisierung der Märkte zu veränderten Rahmenbedingungen
für die Land- und Forstwirtschaft führen. Die absehbaren Folgen des
Klimawandels, wie Trockenstress bei Kulturpflanzen, verstärktes
Auftreten von Zoonosen, invasive Schädlinge und allergene Neophyten,
Eindringen bisher nur in den Tropen und Subtropen beheimateter
Arboviren, etc., stellten für die Land- und Forstwirtschaft und die
Bewohner des ländlichen Raums neue Bedrohungen und Herausforderungen
dar, die neue wissenschaftliche Herangehensweisen erfordern.

Um das agrarpolitische Ziel einer flächendeckenden, bäuerlichen
und nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft tatsächlich verwirklichen
und Maßnahmen gegenüber EU-Institutionen und der Zivilgesellschaft
gegenüber rechtfertigen zu können, müssten neue Antworten, Modelle
und Wege gefunden werden, welche nur die einschlägige Wissenschaft
zur Verfügung stellen wird können.

Nationale Maßnahmen wie das Umweltprogramm ÖPUL oder die
Bergbauernförderung, aber auch spezifische österreichische Interessen
wie GVO-Vorsichtsmaßnahmen werden von EU-Institutionen, aber auch auf
internationaler Ebene von WTO, FAO und OECD nur anerkannt, wenn
entsprechende wissenschaftliche Begründungen oder neue
Forschungsergebnisse vorgelegt werden können.

Die Österreichische Vereinigung für Agrar-, Lebens- und
Umweltwissenschaftliche Forschung (ÖVAF) wurde 1977 mit dem Ziel
gegründet, als Drehscheibe, Koordinationsstelle und Impulsgeber für
die agrarwissenschaftliche Forschung in Österreich zu fungieren.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
DDr. Alois Leidwein
Vorsitzender des Fachbeirats der ÖVAF
Tel: + 436649668370, [email protected]

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