• 20.07.2010, 10:40:25
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Mölzer: Seit bald neun Jahren werden in Afghanistan europäische Ressourcen vergeudet

EU-Staaten sollten vor 2014 vom Hindukusch abziehen - Wollen USA Afghanistan die Demokratie bringen oder die Bodenschätze ausbeuten?

Wien (OTS) - Für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die
an der Seite der USA am Krieg in Afghanistan teilnehmen, müsse es
darum gehen, ihre Truppen aus diesem Land so rasch wie möglich
abzuziehen, sagte der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen
Parlament, Andreas Mölzer, zur heute in Kabul stattfindenden
internationalen Afghanistan-Konferenz. "Dieser Krieg dauert nun schon
bald neun Jahre, und eine Verbesserung der Sicherheitslage ist nicht
in Sicht. Ganz im Gegenteil, die islamistischen Taliban erstarken,
weshalb die Gefahr besteht, daß Europa in Afghanistan seine
Ressourcen vergeudet, die es an anderen Brennpunkten, etwa auf dem
Balkan, dringend braucht. Daher sollte der Abzug vor 2014 erfolgen",
erklärte Mölzer.

Insgesamt sei somit nicht erkennbar, so der freiheitliche
EU-Mandatar, welche europäischen Interessen am Hindukusch eigentlich
verteidigt werden sollen. "Genauso wenig dürfte es darum gehen, wie
die USA behaupten, in Afghanistan eine Demokratie nach westlichem
Vorbild aufzubauen. Vielmehr dürften handfeste wirtschaftliche
Interessen im Vordergrund stehen, zumal die ?New York Times? vor rund
einem Monat berichtet hatte, daß unter der afghanischen Erde
Bodenschätze im Wert von rund einer Billion US-Dollar schlummern
sollen. Und damit US-amerikanische Konzerne diese ungestört ausbeuten
können, soll Europa offenbar Hilfsdienste für Washington leisten",
betonte Mölzer, der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses
des Europäischen Parlaments ist.

Außerdem wies der freiheitliche Europa-Abgeordnete darauf hin, daß es
für die Europäische Union in Afghanistan auch um ihre Glaubwürdigkeit
gehe. "Auf der einen Seite werden unermüdlich die sogenannten
europäischen Werte gepredigt, und auf der anderen Seite läßt sich
Brüssel vor den Karren der USA spannen, die ihre Hegemonie über Asien
ausbauen wollen. Weitaus glaubwürdiger wäre aber, wenn die EU für das
Selbstbestimmungsrecht des afghanischen Volkes einträte", schloß
Mölzer.

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