Neues Volksblatt: "Pension" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 16. Juli 2010

Linz (OTS) - Es mag schon sein, dass die Pension bei den Österreichern einen sehr hohen Stellenwert hat; einen zu hohen, wie manche meinen.
Es mag auch sein, dass die Frühpensionitis in Österreich ganz besonders grassiert. Weshalb es schon ein großer Erfolg wäre, könnte das tatsächliche Pensionsantrittsalter wenigstens einigermaßen an das gesetzliche angeglichen werden.
Aber dass der Ruf nach Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters oft von jenen kommt, die in geradezu paradiesische Pensionssysteme eingebettet sind, wie zuletzt vom Gouverneur der Nationalbank, Ewald Nowotny, das erhöht die Glaubwürdigkeit ihrer düsteren Zukunftsbilder und ihrer Forderungen nach einen späteren Pensionsantritt oder einer schmäleren Pension nicht gerade.
Hätte Nowotny gesagt, wir machen in der Nationalbank pensionsmäßig reinen Tisch und setzen die Forderungen des Rechnungshofs um; hätte er verlangt, das Pensionssystem der Stadt Wien zu sanieren, wo sich die Bediensteten im Schnitt mit 53 in die Rente verabschieden; und hätte er dann gesagt, dass nach diesen und anderen Maßnehmen trotzdem alle dereinst einmal länger arbeiten müssen, dann hätte das einen ganz anderen Klang gehabt.
Aber Wasser predigen und Wein trinken - das ist keine Politik, das ist ein Ärgernis!

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