• 15.07.2010, 11:01:27
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Caritas-Experte Vitillo: "Lassen wir im Kampf gegen HIV/AIDS nach, setzen wir das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel"

Caritas-Präsident Küberl übergibt am Montag 20.000 Unterschriften an Außenministerium/ Rege Beteiligung des Caritas-Netzwerks an der Weltaidskonferenz in Wien

Wien (OTS) - "Lassen wir im Kampf gegen HIV/AIDS nach, setzen
wir das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel" ist Msgr. Robert J.
Vitillo alarmiert. Der renommierte AIDS-Experte des internationalen
Caritas-Netzwerkes, weiß, wovon er spricht: "Ich arbeite seit 23
Jahren in diesem Bereich und kann mich noch gut an die Situation in
den 80er Jahren erinnern. Ich habe damals in Afrika Spitäler besucht,
wo alle AIDS-Patienten gestorben sind. In Uganda sind die Menschen
vor den Krankenhäusern im Gras gestorben, weil es nicht mehr genug
Betten gab. Wenn wir nicht aufpassen, wird diese Vergangenheit wieder
die Zukunft sein."

Im Rahmen der Weltaidskonferenz in Wien (18. bis 23. Juli) hält
Vitillo zwei Vorträge: Am 20. Juli 2010 spricht er im Workshop "The
Future of Universal Access" über die Auswirkungen der
Wirtschaftskrise auf den Kampf gegen HIV/AIDS und zeigt Lösungswege
auf, um das Ziel des "Universal Access" zu Prävention, Behandlung und
Pflege doch noch zu erreichen. In einem weiteren Workshop stellt er
am gleichen Tag die praktische Aidsarbeit der Caritas mit
MigrantInnen vor.

20.000 Menschen unterschreiben für kindgerechte Medikamente

Im Rahmen der "HAART for Children"-Kampagne übergibt
Caritas-Präsident Franz Küberl am Montag Abend 20.000 Unterschriften
aus Österreich an die Leiterin der Sektion Entwicklungszusammenarbeit
im österreichischen Außenministerium, Botschafterin Dr. Irene
Freudenschuß-Reichl. Die Kampagne des internationalen
Caritas-Netzwerks propagiert die Entwicklung von kindgerechten
Therapien und HIV-Tests für Kinder. Die Caritas fordert damit
politische EntscheidungsträgerInnen und Pharmafirmen auf, umfassende
Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von HIV-infizierten Kindern
und Aidswaisen voranzutreiben.

Die Welt mobilisieren

Die vom 18. bis 23. Juli stattfindende internationale AIDS
Konferenz ist ein wichtiger Anlass, die Welt daran zu erinnern, dass
AIDS/HIV insbesondere für arme und ausgegrenzte Menschen auf dieser
Welt eine wesentliche Gesundheits- und Entwicklungskrise darstellt.
Die Konferenz bietet die Chance, dass die Welt sich in ihrem Kampf
gegen die Epidemie vorwärts bewegt. Viele interessante Aktionen und
Workshops finden auch im Global Village statt, das das Rahmenprogramm
zur "offiziellen" Konferenz bildet. Das erwähnte Event zur Übergabe
der HAART for Children-Unterschriften am Montag gestalten Jugendliche
aus Österreich, Slowenien und der Slowakei mit selbstkreierten Tanz-
und Performance-Einlagen. Zudem erzählen sie über ihre bei der
Kampagne gesammelten Erfahrungen. Die Caritas Moskau und die Caritas
Ukraine präsentieren erfolgreiche Beispiele ihrer Arbeit mit Kindern,
und die irische Caritas (Trocaire) organisiert in Zusammenarbeit mit
"No Strings" den Workshop "HIV Education through the Magic of
Puppetry".

Globales Engagement der Caritas

Schätzungen zufolge wird rund ein Viertel der weltweiten Pflege,
Versorgung und Unterstützung von HIV-positiven und AIDS-kranken
Menschen von Organisationen mit katholischem Hintergrund, wie der
Caritas, geleistet. Das internationale Caritas-Netzwerk unterstützt
HIV-Programme in 113 Ländern und leistet somit einen wesentlichen
Beitrag zu den Anstrengungen im Bereich der HIV-Prävention,
Versorgung und Unterstützung, und somit zur Erreichung des globalen
Ziels des "Universal Access", des universellen Zugangs zu Prävention,
Behandlung und Pflege. Caritas-MitarbeiterInnen unterstützen
Menschen, die mit HIV/AIDS leben, durch Essensausgabe, HIV-Tests,
Beratung, Medizin, Beschäftigung, Bildung und Rechtsberatung.
Gemeinsam mit ihnen treten sie auch der mit HIV einhergehenden
Stigmatisierung und Diskriminierung entgegen.

Interner Austausch von "Good Practice"

Die Caritas nutzt die internationale AIDS-Konferenz auch, um den
internen Austausch zwischen Organisationen mit katholischem
Hintergrund zum Thema HIV/AIDS zu forcieren, voneinander zu lernen
und verschiedene Aspekte der Arbeit mit Menschen, die mit HIV und
AIDS leben, zu diskutieren. Zu einer internen Veranstaltung (von 16.
bi 18. Juli) sind 100 TeilnehmerInnen aus 23 Ländern angemeldet. Die
Hauptthemen dort sind "Wege zu einem menschenwürdigen Leben mit
HIV/AIDS", "Sucht und Abhängigkeit", "Spiritualität und
Seelsorgearbeit", "Ethische Fragestellungen", "Kinder" sowie
"Finanzierung und Nachhaltigkeit".

Robert Vitillo steht für Interviews zur Verfügung.
Weitere Infos auf www.caritas.at

Rückfragehinweis:
und Interviewvermittlung:
Stefan Lechner, Caritas Österreich-Kommunikation
Tel: 0664/82 66 929

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