• 13.07.2010, 14:15:58
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  • OTS0186 OTW0186

Greenpeace: EU-Kommission will Persilschein für Gentech-Zulassungen

Verbesserung des Zulassungsverfahrens wieder nicht umgesetzt

Wien (OTS) - Die Kommission hat heute ihren Vorschlag
veröffentlicht, mit dem sie die Zulassungen für den Anbau von
gentechnisch veränderten Organismen (GVO) beschleunigen will.
Mitgliedstaaten sollen mehr Spielraum für nationale Verbote von GVOs
erhalten, wenn sie dafür auf europäischer Ebene ihren Widerstand
beenden. Greenpeace begrüßt mehr Spielraum für Österreich, warnt aber
ausdrücklich davor der Kommission einen Persilschein für schnellere
Zulassungen auszustellen, denn das würde Europas Tore für die
Gentechnik öffnen und langfristig erst recht auch wieder Österreich
betreffen.

"Die Kommission will ganz klar die Anbauzulassungen beschleunigen.
Mit dem Vorschlag den Ländern mehr Spielraum zu geben, lenkt sie vom
eigentlichen Problem ab - dem katastrophalen Zulassungsverfahren der
EU. Würde das endlich verbessert werden, hätte die Gentechnik in ganz
Europa keine Chance und das muss eigentlich das Ziel sein", fordert
Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm von Greenpeace.

Bereits im Dezember 2008 verfasste der EU-Umweltrat einstimmig
einen Beschluss, in dem die Kommission aufgefordert wurde, das
Zulassungsverfahren auf europäischer Ebene zu verbessern. Zum
Beispiel wird darin verlangt, die langfristigen Folgen von GVOs zu
untersuchen. Die Kommission hat darauf bislang nicht geantwortet und
der aktuelle Vorschlag berücksichtigt diese Kritik wieder nicht.

Aktuell stehen sechzehn Pflanzen zur Zulassung für den Anbau in
Europa an. Wenn die Länder Ihren Widerstand auf europäischer Eben
aufgeben, werden diese Pflanzen zur Zulassung kommen, obwohl sie
nicht ausreichend auf Risiken untersucht wurden. Steigt der Anbau in
Europa, so wird das auch Österreich betreffen. Da Saatgut
international gehandelt wird und Pollen nicht an Landesgrenzen halt
machen, wird es in Österreich zu mehr Verunreinigungen kommen.

"Österreich ist keine Insel. Gentechnik macht an Landesgrenzen
nicht halt. Nur Wenn Europa frei von Gentechnik wird, kann es auch
Österreich auf Dauer bleiben. Berlakovich darf jetzt nicht aufhören
für eine gentechnikfreies Europa zu kämpfen" so Strohm von Greenpeace
abschließend.

Rückfragehinweis:
Philipp Strohm, Gentechniksprecher Greenpeace, 0664-6126721
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664-6126718

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

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