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Neues Volksblatt: "Schmerz" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 10. Juli 2010
Linz (OTS) - Immer wieder einmal spielt der Zufall die beste
Regie. So musste gestern der Nachfolger von Erich Haider im
Verkehrsressort des Landes OÖ, LR Hermann Kepplinger, eingestehen,
dass der gewesene SPÖ-Chef ein Loch von 60 Millionen Euro
hinterlassen hat. Warum sich Haider ausgerechnet damit für einen
hohen Posten in der Linz AG qualifiziert hat, sei dahingestellt, das
ist höhere SPÖ-Personalpolitiklogik. Fast zeitgleich mit Kepplingers
Offenbarungseid sagte der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses,
Bernhard Felder, in Wien folgenden Satz: "Der Wettbewerb in der
Politik spielt sich nach wie vor auf der Ausgabenseite ab, niemand
spricht vom Sparen". Treffender lässt sich Haiders Millionenloch
nicht erklären, wiewohl sich insgesamt die oberösterreichische
Budgetpolitik, belegt durch die Zahlen, von Felderers Qualifizierung
abhebt.
Möglicherweise hat man in der Politik auch deswegen so ungern vom
Sparen gesprochen, weil es in der öffentlichen Darstellung umgehend
den Nimbus des "Wegnehmens" bekam. Doch selbst wenn der nun
notwendige Sparkurs tatsächlich punktuell ein Wegfallen mit sich
bringt: Der Schmerz, sich auf hohem Niveau staatlicher Leistungen
etwas einschränken zu müsse, sollte erleidbar sein.
Rückfragehinweis:
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