- 07.07.2010, 14:05:38
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Zinggl: Raubkunst aus Leopoldmuseum jetzt und sofort zurückgeben
Nach Tod Leopolds muss Bund endlich klare Verhältnisse schaffen
Wien (OTS) - "Längst schon hätte die Sammlung Leopold das Bildnis
Wally von Egon Schiele zurück gegeben müssen", rekapituliert Wofgang
Zinngl, Kultursprecher der Grünen, den Sachverhalt zur Causa Stiftung
Leopold. "Das wissen alle Beteiligten und seit Jahren haben die
Grünen darauf hingewiesen, dass die jährlich anfallenden
Gerichtskosten von 500.000 Euro völlig unnötig in die USA gehen, weil
das Bild zu unrecht erworben worden war. Das Verfahren dauert dennoch
jetzt schon zwölf Jahre. Es sind also sechs Millionnen Euro aus der
Bundessubvention verschleudert worden. Eine wahnsinnige
Vorgangsweise, für die auch die Bundesregierung Verantwortung trägt.
Freilich hat sich seit dem Tod des Sammlers Leopold an der
grundsätzlichen Rechtslage nichts geändert, warum auch. Weiterhin
bleibt das Kunstrückgabegesetz ausschließlich auf Bundesmuseen
anwendbar. Der Tod von Rudolf Leopold ändert gar nichts daran, dass
es sich bei einigen Werken der Sammlung um Raubkunst handelt. Aber:
Jetzt steht es durch den ersten Bericht der Prüfungskommission in
dieser Sache unwidersprochen fest. Das ist insofern eine neue Lage,
als Leopold immer wieder davon gesprochen hat, in seiner Samnmlung
befände sich gar keine Raubkunst.
Nach dem Ableben von Leopold hat der Bund im Vorstand der Stiftung
eine noch deutlichere Mehrheit als bisher und ist als noch mehr als
bisher für das verantwortlich, was zu geschehen hat. Die Stiftung
wird durch Subventionen des Bundes erhalten, sie unterliegt der
Kontrolle durch den Rechnungshof, und Letztbegünstigter der Stiftung
ist weiterhin der Bund. Das Leopold Museum ist also nichts als ein
Bundesmuseum im Tarnanzug einer Privatstiftung.
Die Republik muss daher spätestens jetzt, nach dem Tod von Leopold,
das unwürdige Versteckspiel endgültig und ohne Tricks aufgeben.
"Bleibt die Ministerin bei ihrer Haltung, 'das ist eine
Privatstiftung, die geht uns nichts an', katapultiert sie
stellvertretend die Republik wieder in jene Haltung zurück, mit der
50 Jahre lang Unrecht aus der Zeit des Nationalsozialismus ignoriert
und geschönt wurde. Ich denke, aus dieser Zeit haben wir uns
verabschiedet und so ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, Handlungen zu
setzen. Wer sie jetzt nicht setzt, will sie nicht setzen", so Zinggl
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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