• 06.07.2010, 09:46:09
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  • OTS0051 OTW0051

RCA legt bei strategischer Mittelfristplanung nach

Tarifanpassungen im nationalen unbegleiteten kombinierten Verkehr - unrentable Transporte sind betriebswirtschaftlich nicht vertretbar

Wien (OTS) - Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria hat
während der Wirtschaftskrise im nationalen und internationalen
Konkurrenzvergleich gewonnen. Während der Schienengüterverkehr in
Österreich um insgesamt 19 % zurückgegangen ist, verzeichnet RCA ein
Minus von rund 16 %. Das bedeutet, dass RCA 2009 Marktanteile in
Österreich gewinnen konnte. Gemessen an den wesentlichen
betriebswirtschaftlichen Indikatoren - Geschäftsrückgang im
Jahresvergleich, Kompensation des entgangenen Umsatzes durch
Anpassungsmaßnahmen und daraus resultierender Verlust in Prozent des
Umsatzes (11 %) - hat RCA das Krisenjahr 2009 am besten von den
europäischen Güterverkehrsbahnen bewältigt. RCA ist heute die
zweitstärkste Güterbahn Europas und die Nummer 1 in Mittel- und
Südosteuropa.

Mittelfristplanung
2011 will RCA mit dem nationalen und internationalen Teil des
Geschäftes in die schwarzen Zahlen fahren, 2012 soll RCA-Tochter Rail
Cargo Hungaria ebenfalls positiv bilanzieren. Ab 2013 strebt RCA eine
angemessene Umsatzrentabilität und eine entsprechende Verzinsung des
Eigenkapitals an. Diesem Mittelfristplan liegen Maßnahmen mit einem
Ergebnisvolumen von über 200 Mio. Euro zu Grunde. Dabei handelt es
sich um Innovationen in den Geschäftsaktivitäten von RCA,
Prozessinnovationen in der Produktion und unverändert Synergien aus
dem Zusammenwachsen von Rail Cargo Austria mit Rail Cargo Hungaria,
an denen konsequent seit 2009 gearbeitet wird. Zudem werden die
verlustreichsten Verkehre im nationalen unbegleiteten kombinierten
Verkehr (nationaler UKV) saniert, die rund 4 % des 200 Mio. Euro
Maßnahmenpakets ausmachen.

Tarifanpassung nationaler UKV
Der nationale unbegleitete kombinierte Verkehr (nationaler UKV) ist
wegen hoher Kosten für das flächendeckende Netzwerk seit jeher nur
bedingt kostendeckend zu führen. Bisher konnte diese mangelnde
Kostendeckung durch positive Erträge bei den internationalen
Verbindungen einigermaßen ausgeglichen werden. Durch die
Liberalisierung und dem in der Wirtschaftskrise noch intensiver
geführten Wettbewerb mit der Straße wurden auch die Erträge im
internationalen Geschäft geringer. Die nicht kostendeckenden Verkehre
im nationalen UKV müssen nun mit 1. August 2010 durch eine
Tariferhöhung im Ausmaß von 9 bis 14 % an ein betriebswirtschaftlich
vertretbares Maß herangeführt werden. Die Tariferhöhung betrifft rund
1% des Gesamtverkehrsaufkommens bei Rail Cargo Austria. "Der
kombinierte Verkehr ist strategischer Bestandteil unserer Planungen
und trägt dazu bei, dass wir rund 30 % aller Güter in Österreich auf
der Schiene transportieren. Wir stehen aber auch jederzeit im harten
Wettkampf mit der Straße und müssen betriebswirtschaftlich agieren.
Die mit 1. August durchgeführte Tarifanpassung für den
nichtkostendeckenden Teil des nationalen unbegleiteten Kombiverkehrs
ist notwendig. Wir können es uns nicht mehr leisten, Transporte
abzuwickeln, die uns ein Loch in die Bilanz schlagen", erläutert
Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria.
Vorwürfe, dass durch die Tarifanhebung Transporte von der Schiene auf
die Straße verlagert werden könnten, lässt Macher nicht gelten.
"Jeder Kunde trifft selbst die Entscheidung, ob seine Transporte auf
der umweltfreundlichen Schiene oder der Straße rollen. Rail Cargo
Austria versucht alles, um Transporte auf die Schiene zu verlagern,
muss aber auch betriebswirtschaftlich denken. Wir können unrentable
Transporte nicht mehr führen, nur damit sich irgendjemand auf unsere
Kosten ein grünes Mäntelchen umhängen kann. Wirtschaft, Politik,
Interessensvertretungen müssen europaweit vernetzt denken und
mitarbeiten, damit die Schiene als Transportmittel forciert wird.

Anfang 2009 wäre bereits eine längst überfällige Tariferhöhung im
nationalen UKV geplant gewesen. Zur Unterstützung - so zu sagen als
"Krisenbeitrag" - der verladenden Wirtschaft in der Wirtschaftskrise
wurde diese Preisanpassung ausgesetzt und um ein halbes Jahr auf Juli
2009 verschoben. Zudem erhöhte Rail Cargo Austria die Tarife nicht im
betriebswirtschaftlich erforderlichen Umfang. Mit der nunmehr zweiten
Tariferhöhung für bislang unrentable Transporte im nationalen UKV
nähert sich der Preis in diesem Segment der wirtschaftlichen
Vertretbarkeit. Darüber hinaus gibt es positive Gespräche mit dem
BMVIT über eine allfällige Verschiebung von bestehenden
Transportförderungen für den UKV.

Die betroffenen Kunden im rein nationalen UKV sind über die
Tariferhöhungen bereits informiert worden - Vor- und
Nachlaufverbindungen zu internationalen Verkehren sind nur marginal,
die Rollende Landstraße ist davon gar nicht betroffen. Aktuell
umfasst das gesamte Aufkommen des unbegleiteten Kombinierten Verkehrs
der RCA rund 800.000 Ladeeinheiten (Container, etc.); davon sind rund
60.000 Ladeeinheiten im relevanten Segment unterwegs.

Kombinierter Verkehr
Ein Geschäftsfeld von Rail Cargo Austria ist der Kombinierte Verkehr,
d.h. die sinnvolle Verkettung von verschiedenen Verkehrsträgern (in
erster Linie Schiene und Straße) zu einem Transport. In Containern
oder Wechselaufbauten können alle Güter befördert werden.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rd. 45.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von rd.
5,7 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des
Landes. Im Jahr 2009 wurden von den ÖBB 453 Mio. Fahrgäste und 120,3
Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des
Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Rückfragehinweis:

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