- 01.07.2010, 10:52:29
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Lebenshilfe an BM Claudia Schmied: Wo bleibt der Inklusionsfahrplan für die inklusive Schule?
"Unbefriedigend" für Verzögerungstaktik des Unterrichtsministeriums. Lebenshilfe pocht auf Strukturwandel im Bildungswesen.
Wien (OTS) - "Wieder hat Bundesministerin Claudia Schmied in ihrer
heutigen Pressekonferenz zu unserem Konzept der inklusiven Schule
geschwiegen. Wieder ist ein Schuljahr vorbei, wieder sind
Bildungschancen von tausenden Kindern und Jugendlichen vertan." Für
Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber ist die
Verzögerungstaktik des Unterrichtsministeriums in puncto "Schule für
alle" ein "Unbefriedigend". Er fordert die Aufnahme eines
Inklusionsfahrplans in die strategischen Arbeitsfelder des
Unterrichtsministeriums für diesen Herbst. Dieser soll die Umsetzung
der UN-Konvention im Bereich Schule vorantreiben. Bereits im April
hat der UN-Monitoringausschuss in seiner Stellungnahme festgestellt,
dass das österreichische Bildungssystem die Rechte von Menschen mit
Behinderungen systematisch verletzt.
Zum jetzigen Ferienbeginn stehen 2.000 Schüler und Schülerinnen im
Alter von 14 Jahren vor dem Ende ihrer Bildungskarriere. Denn das
Recht auf Unterricht für Kinder und Jugendliche mit intellektueller
Behinderung endet mit der achten Schulstufe und damit auch ihre
Chance auf Qualifizierung und Weiterentwicklung. Insgesamt sind laut
Statistik Austria 28.000 SchülerInnen mit sonderpädagogischem
Förderbedarf davon betroffen.
Zwei Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention
ist es für die Lebenshilfe Österreich höchste Zeit, einen
Strukturwandel im Bildungswesen einzuleiten. "Der inklusive
Unterricht soll zum Hauptmodell werden, der Besuch einer Sonderschule
zum Ausnahmefall", sagt Weber. Den enormen Erfahrungsschatz der
Sonderpädagogik möchte die Lebenshilfe allen Schulen zugute kommen
lassen.
Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
hält fest, dass behinderte Menschen "nicht vom allgemeinen
Bildungssystem ausgeschlossen werden" dürfen. In einer inklusiven
Schule oder auch "Schule für alle", so wie sie die Lebenshilfe
Österreich fordert, werden Kinder mit und ohne Behinderungen
gemeinsam in der Unter- und Oberstufe unterrichtet. "Wir werden es
nicht hin nehmen, dass jungen, wissbegierigen Menschen ihr in der
UN-Konvention verbrieftes Recht auf Bildung weiter verwehrt wird", so
Weber abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich
Mag. (FH) Eva Schrammel
Tel.: 01/812 26 42 - 79 oder 0664/88 43 1996
mailto:[email protected]
www.lebenshilfe.at
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