• 22.06.2010, 11:06:54
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Erneuter Greenpeace-Protest gegen Pipeline durch Bratislava

Umweltorganisation fordert Erdölausstieg anstelle von Trinkwassergefährdung

Bratislava/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
protestierte heute in Bratislava erneut gegen die OMV-Pläne, eine
Ölpipeline von der slowakischen Hauptstadt direkt nach Schwechat zu
errichten. Die geplante Verbindung würde durch das
Trinkwasserschutzgebiet der Stadt führen, was in der Slowakei selbst
bereits zu zahlreichen Protesten geführt hat. Mit der heutigen
Protestaktion erneuert Greenpeace die Forderung an die slowakische
Regierung, diesem Projekt nun endgültig eine Absage zu erteilen.

Eine Mehrheit im slowakischen Parlament, das vergangene Woche neu
gewählt wurde, lehnt die Errichtung dieser Pipeline ohnedies ab, und
auch das slowakische Umweltministerium hat bereits eine negative
Stellungnahme zu dem Projekt abgegeben. Eine konkrete Absage an die
Ölpipeline durch Bratislavas Natura 2000-Region existiert allerdings
bis heute nicht.

"Nicht Erdöl, sondern Trinkwasser ist unsere wesentlichste
Lebensgrundlage", sagt Katerina Ventusová, Energiesprecherin von
Greenpeace in der Slowakei. "Diese größte Trinkwasser-reserve
Mitteleuropas darf einfach nicht für die Interessen der Ölindustrie
aufs Spiel gesetzt werden, weshalb wir von der slowakischen Regierung
endlich eine definitive Absage an das Projekt fordern", so
Greenpeace-Sprecherin Ventusová.

Treibende Kraft hinter den Errichtungsplänen der Pipeline ist die
OMV, die sich dadurch einen direkten Zugang zum russischen
Leitungsnetz, und somit zu den sibirischen Ölfeldern, erhofft. Und
das, obwohl die aktuelle Situation in Russland teilweise katastrophal
ist: Experten schätzen, dass gleich drei bis sieben Prozent des
geförderten Öls aus den abgewirt-schafteten Rohren unmittelbar in den
Boden sickern. Offizielle Angaben dazu gibt es allerdings kaum, und
so werden auch diese Probleme von der Ölindustrie bagatellisiert. Zum
Opfer dieser Ölverschmutzung wird vor allem die Bevölkerung
Sibiriens, die nach wie vor von der Rentierzucht, der Jagd und dem
Fischfang lebt - und deren ursprünglicher Lebensraum von der
Ölindustrie zusehends eingeengt wird.

"Eine Katastrophe wie derzeit im Golf von Mexiko findet auch in
Sibirien statt, und das bereits seit vielen Jahren sowie in einem
weitaus größeren Umfang", weiß Jurrien Westerhof, Energiesprecher von
Greenpeace in Österreich. "Will die OMV ihr Öl also tatsächlich von
dort beziehen, dann macht sie sich an dieser Umweltkatastrophe hinter
dem Ural mitverant-wortlich", so Westerhofs Anklage.

Unabhängig von all den direkten Bedrohungen durch die Transporte
ist die Erdölproduktion und -nutzung selbstverständlich auch eine der
Hauptursachen für den Klimawandel. Deshalb fordert Greenpeace einen
möglichst raschen Ausstieg aus der Erdölverwendung, wobei als
diesbezüglich erster Schritt gleich einmal auf die Pipeline zwischen
Bratislava und Schwechat verzichtet werden muss.

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace Österreich;
Tel.: +43-664-6126731
Mag. Katerina Ventusová, Greenpeace Slowakei;
Tel.: +42-1-905921918

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