- 22.06.2010, 10:25:29
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EU-Verkehrssicherheitsziel: Nur von vier Ländern erreicht
Das im Jahr 2010 vereinbarte Ziel, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis 2010 zu halbieren, konnte im EU-Durchschnitt nicht erreicht werden.
Wien (OTS) - Insgesamt 34.900 Menschen verloren im Jahr 2009 ihr
Leben auf Europas Straßen. Im Jahr 2001 waren es noch 54.400, die
EU-weit bei Verkehrsunfällen getötet wurden. Dennoch liegt die Zahl
der Getöteten deutlich über dem im Jahr 2001 festgelegten
EU-Verkehrssicherheitsziel, wie heute vom European Transport Safety
Council (ETSC) veröffentlicht wurde: Im Zeitraum 2001 bis 2010 sollte
die Zahl der Getöteten EU-weit halbiert werden. Betrachtet man die
Unfallzahlen für 2009, so zeigt sich, dass dieses Ziel nicht mehr
erreicht wird: Innerhalb der EU27 ist die Zahl der Getöteten in den
vergangenen neun Jahren um 36 Prozent zurückgegangen, innerhalb der
EU15, also jenen Staaten, die ursprünglich an der Setzung des
Verkehrssicherheitsziels beteiligt waren, beträgt der Rückgang
immerhin 42 Prozent. "Es ist erfreulich, dass die Zahl der Getöteten
kontinuierlich sinkt. Allerdings könnte der Rückgang deutlich höher
sein, wie auch in den EU-Zielen festgelegt war. Das zeigt, dass wir
zwar am richtigen Weg sind, aber dennoch weiterhin starkes Engagement
für die Verkehrssicherheit notwendig ist", sagt Othmar Thann,
Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).
Verkehrssicherheitsziel nur in Lettland, Spanien, Portugal und
Estland erreicht
Nur vier Mitgliedsstaaten konnten von 2001 bis 2009 eine Halbierung
der Unfalltoten erreichen: In Lettland ging die Zahl der Getöteten im
Straßenverkehr um 54 Prozent zurück, in Spanien um 52 Prozent und in
Portugal und Estland jeweils um 50 Prozent. Diese vier Länder werden
auch voraussichtlich die einzigen bleiben, die das
Verkehrssicherheitsziel umsetzen können. Die geringste Reduktion an
Getöteten im Verkehrsbereich ist in Griechenland (-23%), Polen (-17%)
und Bulgarien (-11%) zu verzeichnen. In Rumänien gab es sogar einen
Anstieg bei der Zahl der Getöteten um 14 Prozent. Österreich liegt
mit einem Rückgang um 34 Prozent knapp unter dem EU27-Schnitt von 36
Prozent.
Niedrigste Zahl an Getöteten je 1 Mio. Einwohner in Schweden
Umgelegt auf Getötete je 1 Mio. Einwohner sind innerhalb der EU
Schweden (39 Getötete je 1 Mio. Einwohner), das Vereinigte Königreich
(42 Getötete je 1 Mio. Einwohner) und die Niederlande (44 Getötete je
1 Mio. Einwohner) die sichersten Länder. Schlusslicht bilden Polen
(120 Getötete je 1 Mio. Einwohner), Griechenland (129 Getötete je 1
Mio. Einwohner) und Rumänien (130 Getötete je 1 Mio. Einwohner).
Österreich liegt mit 76 Getöteten im Straßenverkehr je 1 Mio.
Einwohner deutlich über dem EU27-Schnitt von 70 Getöteten je 1 Mio.
Einwohner. Zum Vergleich: In der Schweiz starben 2009 45 Menschen je
1 Mio. Einwohner im Straßenverkehr. "Österreich liegt leider nur im
europäischen Mittelfeld, das bedeutet, dass eine weitere Reduktion
der Zahl der Getöteten im Straßenverkehr angestrebt werden muss. Nach
wie vor sind Unfälle durch nicht angepasste oder zu hohe
Geschwindigkeiten sowie Alkohol am Steuer und Unfälle durch
Nichtanlegen des Gurtes die häufigsten Ursachen für den tödlichen
Ausgang von Verkehrsunfällen", betont Thann.
Maßnahmen, die in Österreich in den vergangenen neun Jahren zu einer
Reduktion der Verkehrstoten beigetragen haben, sind vor allem die
Mehrphasen-Ausbildung, die Einführung der Alkohol-Vortestgeräte, das
Vormerksystem und auch die Geschwindigkeitsüberwachung mittels
Section Control auf Autobahnen. Auch bewusstseinsbildende Kampagnen
zur Kindersicherung und Gurtanlegepflicht sowie zum Thema Alkohol am
Steuer können als maßgeblich für die Senkung tödlicher
Verkehrsunfälle gesehen werden.
"Wir dürfen die Hände aber nicht in den Schoß legen, sondern müssen
bei Problembereichen wie Fußgängerunfällen auf Schutzwegen oder auch
Motorradunfällen ansetzen", schließt Thann.
Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
mailto:[email protected]
www.kfv.at
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