- 17.06.2010, 13:09:48
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Pirklhuber: EU-Nährwertkennzeichnung - Teilerfolge für Grüne Initiativen
Lichtenberger: EU-Abgeordnete der ÖVP verhindern jedoch effizientere Ampelkennzeichung
Wien (OTS) - "Die Lebensmittelindustrie hat nicht weniger als 1
Mrd. Euro eingesetzt, um die Abstimmung über
Lebensmittelkennzeichnung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Viele
Abgeordnete der Europäischen Volkspartei und der Liberalen sind vor
dem Lobby der Industrie in die Knie gegangen. Trotz dieser hohen
Summe ist es ihr aber nicht gelungen, ihren gesamten Wunschkatalog
durchzudrücken", informiert die EU-Abgeordnete der Grünen, Eva
Lichtenberger, betreffend die gestrige Entscheidung des EU-Parlaments
zur EU-Lebensmittelkennzeichnung.
"In Sachen Herkunfts-Kennzeichnung von Fleisch nach Ort der Geburt,
Ort des Aufwachsens und Ort der Schlachtung der Tiere kann der/die
Konsument/in in Zukunft sehen wie viele Kilometer Tiertransporte in
seinem Nahrungsmittel enthalten sind", zeigt sich Wolfgang
Pirklhuber, Sprecher für Lebensmittelsicherheit der Grünen, erfreut.
Die Durchsetzung der Herkunftskennzeichnung bei Fleisch,
Milchprodukten, frischem Obst und Gemüse ist ein großer Erfolg der
jahrelangen Bemühungen der Grünen und entspricht auch dem
5-Parteien-Antrag im österreichischen Parlament, so Pirklhuber.
Geschmacksverstärker wie Glutamat müssen nun als appetitanregender
Lebensmittelzusatz angegeben werden; ebenfalls deklariert werden
müssen künstliche Süßstoffe und der Einsatz von Nanotechnologie,
sowie Analogkäse und Schummelschinken.
Ganz allgemein muss der Kalorien-, Zucker-, Salz- und Fettgehalt
ersichtlich sein. Leider wurde die Ampelkennzeichnung über
Nährstoffgehalte, die darüber informiert hätte, ob ein Lebensmittel
viel (rot), mittel (gelb) oder wenig (grün) Fett, gesättigte Fette,
Zucker, Salz und Kalorien enthält, von den Konservativen abgelehnt.
Nach Meinung der Grünen sollen die Informationen die KonsumentInnen
auf einfachstem Wege erreichen. "Signalfarben stechen ins Auge und
sind deshalb besser als klein gedruckte Mengenangaben und
Prozentsätze. Bei dem Überangebot an Konsummöglichkeiten und den
dabei versteckten Fallen ist dies wichtiger denn je", betont
Pirklhuber. Gelten doch bereits 60 % der Erwachsenen und 20 % der
Schulkinder in der EU als übergewichtig oder gar fettleibig.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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