Pirklhuber: EU-Nährwertkennzeichnung - Teilerfolge für Grüne Initiativen

Lichtenberger: EU-Abgeordnete der ÖVP verhindern jedoch effizientere Ampelkennzeichung

Wien (OTS) - "Die Lebensmittelindustrie hat nicht weniger als 1
Mrd. Euro eingesetzt, um die Abstimmung über Lebensmittelkennzeichnung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Viele Abgeordnete der Europäischen Volkspartei und der Liberalen sind vor dem Lobby der Industrie in die Knie gegangen. Trotz dieser hohen Summe ist es ihr aber nicht gelungen, ihren gesamten Wunschkatalog durchzudrücken", informiert die EU-Abgeordnete der Grünen, Eva Lichtenberger, betreffend die gestrige Entscheidung des EU-Parlaments zur EU-Lebensmittelkennzeichnung.

"In Sachen Herkunfts-Kennzeichnung von Fleisch nach Ort der Geburt, Ort des Aufwachsens und Ort der Schlachtung der Tiere kann der/die Konsument/in in Zukunft sehen wie viele Kilometer Tiertransporte in seinem Nahrungsmittel enthalten sind", zeigt sich Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Lebensmittelsicherheit der Grünen, erfreut. Die Durchsetzung der Herkunftskennzeichnung bei Fleisch, Milchprodukten, frischem Obst und Gemüse ist ein großer Erfolg der jahrelangen Bemühungen der Grünen und entspricht auch dem 5-Parteien-Antrag im österreichischen Parlament, so Pirklhuber. Geschmacksverstärker wie Glutamat müssen nun als appetitanregender Lebensmittelzusatz angegeben werden; ebenfalls deklariert werden müssen künstliche Süßstoffe und der Einsatz von Nanotechnologie, sowie Analogkäse und Schummelschinken.

Ganz allgemein muss der Kalorien-, Zucker-, Salz- und Fettgehalt ersichtlich sein. Leider wurde die Ampelkennzeichnung über Nährstoffgehalte, die darüber informiert hätte, ob ein Lebensmittel viel (rot), mittel (gelb) oder wenig (grün) Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz und Kalorien enthält, von den Konservativen abgelehnt. Nach Meinung der Grünen sollen die Informationen die KonsumentInnen auf einfachstem Wege erreichen. "Signalfarben stechen ins Auge und sind deshalb besser als klein gedruckte Mengenangaben und Prozentsätze. Bei dem Überangebot an Konsummöglichkeiten und den dabei versteckten Fallen ist dies wichtiger denn je", betont Pirklhuber. Gelten doch bereits 60 % der Erwachsenen und 20 % der Schulkinder in der EU als übergewichtig oder gar fettleibig.

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