- 17.06.2010, 13:01:03
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Gewalt an Frauen und Kindern: Immer noch massives Problem in Europa
15. Fachtagung des Netzwerkes der Interventionsstellen und Interventionsprojekte
Wien (OTS) - Gewalt in der Familie zieht sich durch alle
Gesellschaftsstufen, alle Kulturen und alle Altersstufen. "Gewalt an
Frauen ist leider in Europa immer noch ein massives Problem. Laut
Studien ist jede 5. Frau im Laufe ihres Lebens zumindest einmal von
Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner betroffen", sagt Rosa
Logar, Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle und Mitglied
im CAHVIO Komitee des Europarats: "Wir müssen in Europa gemeinsam
gegen Gewalt an Frauen und Kindern vorgehen, denn Gewalt macht auch
vor den Grenzen nicht halt."
Europaweit haben es sich Interventionsstellen und
Interventionsprojekte zur Aufgabe gemacht, Schutz und Sicherheit
für die Betroffenen - in der Regel sind Frauen und Kinder betroffen -
zu erhöhen und Gewalt zu verhindern. Bei einer internationalen
Fachtagung des Netzwerkes zur Prävention von Gewalt an Frauen und
Kindern, die heute in Wien eröffnet wurde, tauschen ExpertInnen
Erfahrungen aus und diskutieren künftige europäische Entwicklungen in
diesem sensiblen Themenbereich.
Präventionsgesetze in Österreich - Vorbild für Europa
Immer wieder komme es im Bereich Gewalt in der Familie zu Morden
und Mordversuchen an Frauen, insbesondere wenn diese versuchen, sich
zu trennen. "In Spanien könnten zahlreiche Morde an Frauen vermieden
werden, wenn es bessere Präventionsgesetze gäbe", stellt Carmen
Romero Lopez, spanische Angeordnete zum Europäischen Parlament und
Berichterstatterin des LIBE Ausschusses, fest und verweist in diesem
Zusammenhang auf die österreichische Gesetzgebung, die
"Vorbildcharakter für Spanien und ganz Europa hat." Die große
Bedeutung, die dem Thema Gewalt in der Familie in Spanien zugemessen
wird, zeigen umfassende Maßnahmen, die ergriffen wurden: Eigens
geschulte RichterInnen und StaatsanwältInnen, technische
Schutzmaßnahmen wie Notruftelefone für Opfer und elektronische
Fußfesseln für verurteilte Täter. "Das Problem ist, dass wenige
Frauen Gewalt melden", so Lopez: "Viele Frauen haben kurz vor ihrer
Ermordung Anzeigen zurückgezogen."
Trotz guter Gesetzeslage in der Prävention gibt es für Rosa Logar
aber auch in Österreich noch einiges zu tun: "Es ist notwendig, die
Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen zu koordinieren und - wie vom
Frauenrechtskomitee der Vereinten Nationen gefordert - einen
Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen samt
Umsetzungsmechanismus einzusetzen. Unbedingt notwendig sei der Ausbau
der Unterstützung und Begleitung von Kindern, die von familiärer
Gewalt betroffen sind.
Für eine verstärkte Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sprach
sich auch Richard Kühnel, Leiter der Vertretung der Europäischen
Kommission in Österreich, aus: "Die EU begrüßt jede Initiative und
unterstützt alle Maßnahmen, die sich die Aufgabe gesetzt haben, der
Gewalt gegen Frauen und Kinder entgegenzutreten."
Hohe Kosten durch Gewalt an Frauen und Kindern
Die ExpertInnen der Fachtagung weisen darauf hin, dass Gewalt an
Frauen und Kindern hohe gesellschaftliche Kosten verursacht. Dies
wird auch durch eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
bestätig. In England und Wales werden die jährlichen Kosten von
Gewalt auf ca. 33 Milliarden Euro geschätzt.
Rückfragehinweis:
Dr. Maria Publig, Tel: +43-676/930 57 08 e-mail: [email protected] www.interventionsstelle-wien.at Fachfragen: DSA Rosa Logar, Tel: +43-664/311 94 58 e-mail: [email protected] www.interventionsstelle-wien.at
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