Besuch des neuseeländischen Justizministers bei Bandion-Ortner

Erfahrungsaustausch zu Obsorge, Fußfesseln und Opferschutz

Wien (OTS) - Der neuseeländische Justizminister Simon Power traf heute im Bundesministerium für Justiz mit seiner österreichischen Amtskollegin zusammen, um sich über die österreichischen Fortschritte im Strafverfahren und im Strafvollzug zu informieren.

"Vor allem die österreichischen Lösungen im Bereich des Opferschutzes sind Vorbild für die neuseeländischen Reformbemühungen im Strafprozess", erklärte Bandion-Ortner nach dem Gespräch. So sei die opferschonende Einvernahme von Opfern, besonders Kindern, bei sexuellen Straftaten im Rahmen von kontradiktorischen Vernehmungen mit Videoaufzeichnung ein Beispiel für moderne Strafrechtslösungen auch außerhalb Europas.

"Im Strafvollzug steht Neuseeland vor ähnlichen Problemen wie Österreich", so Bandion-Ortner weiter. "Die von Österreich entwickelte Lösung der elektronischen Aufsicht ("Fußfessel") wurde seitens des neuseeländischen Justizministers als vorbildliches Beispiel im Sinne der Effizienz des Strafvollzugs gesehen."

Die Justizministerin ihrerseits interessierte sich für die neuseeländischen Lösungen im Bereich der Obsorge nach Scheidung der Eltern und bewertete das neuseeländische Modell, das in der Regel eine gemeinsame Obsorge vorsieht, als wichtigen Beitrag zur derzeitigen Debatte in Österreich.

"In Neuseeland wird einem Elternteil die Obsorge entzogen, wenn das Kindeswohl es verlangt. Das ist ein Ansatz, den ich mir auch für Österreich vorstellen kann." Für Bandion-Ortner steht fest, dass sich jede Lösung unbedingt am Wohl der betroffenen Kinder zu orientieren hat.

Der neuseeländischen Justizminister besucht heute noch das Landesgericht für Strafsachen Wien, den Obersten Gerichtshof, die Staatsanwaltschaft Wien und wird darüber hinaus mit einem Rechtsanwalt zusammentreffen.

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