• 13.06.2010, 16:54:38
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Neues Volksblatt: "Parteifreunde" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. Juni 2010

Linz (OTS) - Hin und wieder kann man auch der Grünen "Frontfrau"
(so nennt sie der eigene Parteipressedienst) uneingeschränkt
zustimmen. "Dem Koalitionspartner vor den eigenen Parteigängern ins
Wadl zu beißen, ist billig", konstatierte Eva Glawischnig in Bezug
auf den SPÖ-Bundesparteitag. Die ÖVP hat die Attacken von Werner
Faymann mit fast vollständigem, beredtem Schweigen kommentiert. Es
wird sich ohnehin rasch herausstellen, ob das ausschließlich
Parteitagsrhetorik war, oder ob Faymann zur innerparteilichen
Befriedung weiter den Scharfmacher gibt. Immerhin können die fast 94
Prozent Zustimmung auch als Auftrag der Delegierten gesehen werden,
weiter den sozialistischen Robin Hood zu geben.
Anderseits sind die 94 Prozent auch ein wenig trügerisch. Der
steirische SPÖ-Chef Franz Voves etwa hat den eigenen Genossen medial
am Samstag die Meinung gegeigt ("Kardinalfehler einzelner"), am
Parteitag die Friedenspfeife geraucht ("Wir sind auf dem richtigen
Weg") und am Sonntag ausgerechnet in Faymanns Lieblingsgazette schon
wieder nachgelegt und Staatssekretär Schieder als "politisch dümmer,
als die Polizei erlaubt" bezeichnet.
Bei solchen Parteifreunden kann sich der politische Gegner
tatsächlich zurückhalten.

Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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