- 11.06.2010, 11:24:55
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Greenpeace: Kartoffelchips können Urwald zerstören
Einkaufsratgeber marktcheck.at nimmt Snackprodukte unter die Lupe
Wien (OTS) - Anlässlich der heute in Südafrika startenden
Fußball-Weltmeisterschaft hat der Greenpeace-Einkaufsratgeber
marktcheck.at Chips und weitere Kartoffelsnacks in Bezug auf ihre
Qualität unter die Lupe genommen. Einige Produkte enthalten
Geschmacksverstärker mit recht unerfreulichen Nebenwirkungen, und bei
etlichen anderen verbirgt sich Palmöl, das zur Zerstörung des
indonesischen Urwaldes beiträgt, in den Zutaten.
Das Team von marktcheck.at hat die Chips nach den Kriterien
Ökologie (Inhaltsstoffe, Transport, Gentechnik, Verpackung, Palmöl)
und Tierschutz beurteilt. Anstelle heimischer Öle verwenden viele
Hersteller leider das deutlich günstigere Palmöl aus Indonesien. Dort
rodet jedoch die indonesische Firma Sinar Mas wertvolle
Regenwaldflächen in Orang-Utan-Gebieten, um möglichst weiträumige
Ölpalmen-Plantagen anlegen zu können. Und nachdem es keine
Verpflichtung zur Deklaration von Palmöl gibt, muss auf den Produkten
lediglich der Begriff "pflanzliches Öl" oder "pflanzliches Fett"
angeführt werden.
Greenpeace hat die entsprechenden Hersteller kontaktiert und sie
nach der Art der Fette befragt. Nur wenige gaben allerdings Auskunft,
was die ökologische Bewertung der jeweiligen Produkte
verschlechterte. Eine Alternative wäre heimisches Sonnenblumenöl, das
einige Firmen für ihre Produkte einsetzen. Auch die Herkunft der
Erdäpfel deklarieren viele Chips-Hersteller nicht. Und genauso wenig
reagierten sie auf die diesbezüglichen Anfragen von Greenpeace, was
wiederum eine Abwertung in der Kategorie "Transport" zur Folge hatte.
Während sämtliche klassisch gesalzenen Chips keine problematischen
Zusatzstoffe enthalten, ist bei Rohscheiben mit Gewürzmischungen wie
etwa Paprika oder Chili Vorsicht geboten. Gleich mehrere Produkte
enthalten als Geschmacksverstärker E 621 also (Mono-)Natriumglutamat.
Glutamate fördern den Appetit und können bei empfindlichen Menschen
krank-heitsauslösend wirken. So kann erhöhter Konsum zu Kopf- und
Gliederschmerzen, Nackentaubheit oder Übelkeit führen (das so
genannte Chinarestaurant-Syndrom). Und nachdem Glutamate besonders
vielen Lebensmitteln zugesetzt werden, kann die festgelegte
akzeptable Menge pro Tag tatsächlich leicht überschritten werden.
Im Bereich "Verpackung" erzielten all jene Produkte ein "gut", die
in einer Tüte verkauft werden. Diejenigen in einer mit Alu und
Kunststoffdeckel verkleideten Kartonrolle wurden hingegen mit
"kritisch" bewertet. Auskunftsfreudig zeigte sich der heimische
Marktführer Kelly: Das Unternehmen will ab Herbst 2010 auf
Geschmacksverstärker völlig verzichten und Palm- durch Sonnenblumenöl
ersetzen. Auch kennzeichnet Kelly bei den meisten seiner Produkte
bereits die Herkunft der darin enthaltenen Erdäpfel. "Problematische
Zusatzstoffe und Öle, die zur Regenwaldzerstörung beitragen, haben in
Snackprodukten nichts zu suchen", sagt
Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz. "Die betroffenen
Hersteller müssen ihre Produkte möglichst rasch umstellen, nachdem es
ja bereits genügend Alternativen gibt. Wir empfehlen den Konsumenten
jedenfalls, sich beim Einkauf an unserer Produktliste auf
marktcheck.at zu orientieren", so Greenpeace-Sprecherin Sprinz.
Rückfragehinweis:
http://marktcheck.greenpeace.at/chips.html
Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731
Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-3435354
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