MedUni Wien: Schütz von Karl Vorschlag für Änderung bei Medizin-Aufnahmetests überrascht

Verunsicherung bei laufendem Testverfahren - soziale Kompetenz nicht bei Test sondern bei Ausbildung verankern

Wien (OTS) - Der Rektor der Medizinischen Universität Wien
Wolfgang Schütz zeigt sich von Zeitpunkt und Inhalt des jüngsten Vorschlages von Wissenschaftsministerin Karl zu den Aufnahmetests für angehende MedizinstudentInnen überrascht: "Wir stehen knapp vor dem entscheidenden Test Anfang Juli, da dürfen wir die 6.000 TeilnehmerInnen nicht verunsichern, ob sie einem validen Eignungscheck unterzogen werden", so Schütz. "Außerdem ist kein international bekanntes Aufnahmeverfahren für Medizinstudien in der Lage, die sozialen Kompetenzen zu testen. Die für den ärztlichen Beruf notwendigen und wichtige Kompetenzen können nur im Studium selbst erworben werden."

"Deswegen wurde bereits mit Einführung des neuen Curriculums vor 8 Jahren die Praxisausbildung während des Studiums deutlich verstärkt," erklärt Schütz. "jetzt denken wir an ein Praxisjahr am Ende des Studiums, das den heute üblichen Turnus ersetzen soll."

"Die Benachteiligung von Frauen durch das Aufnahmeverfahren ist Österreich-spezifisch. In der Schweiz und Deutschland, wo dieselben Tests wie in Wien zur Anwendung kommen, besteht dieses Problem nicht. Daher muss es im primären und sekundären Bildungssektor behoben werden und nicht beim Aufnahmeverfahren selbst", fordert Schütz.

An der MedUni in der Wiener Spitalgasse läuft zurzeit ein Forschungsprojekt, das die Gründe des schlechten Abschneidens von Frauen beim EMS Test untersucht. Erste Ergebnisse werden für den Herbst erwartet.

Klar zu stellen ist auch die pauschale Behauptung, die hiesigen Aufnahmeverfahren für ein Medizinstudium sind allesamt (naturwissenschaftlich orientierte) Wissenstests. Ein solcher kommt nur in Graz zur Anwendung, der in Wien und Innsbruck angewandte EMS ist kein Wissenstest! Der EMS testet mehrere für ein Medizinstudium besonders wichtige kognitive Eigenschaften, z.B. Merkfähigkeit und konzentriertes Arbeiten.

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