- 06.06.2010, 12:53:47
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MedUni Wien: Schütz von Karl Vorschlag für Änderung bei Medizin-Aufnahmetests überrascht
Verunsicherung bei laufendem Testverfahren - soziale Kompetenz nicht bei Test sondern bei Ausbildung verankern
Wien (OTS) - Der Rektor der Medizinischen Universität Wien
Wolfgang Schütz zeigt sich von Zeitpunkt und Inhalt des jüngsten
Vorschlages von Wissenschaftsministerin Karl zu den Aufnahmetests für
angehende MedizinstudentInnen überrascht: "Wir stehen knapp vor dem
entscheidenden Test Anfang Juli, da dürfen wir die 6.000
TeilnehmerInnen nicht verunsichern, ob sie einem validen
Eignungscheck unterzogen werden", so Schütz. "Außerdem ist kein
international bekanntes Aufnahmeverfahren für Medizinstudien in der
Lage, die sozialen Kompetenzen zu testen. Die für den ärztlichen
Beruf notwendigen und wichtige Kompetenzen können nur im Studium
selbst erworben werden."
"Deswegen wurde bereits mit Einführung des neuen Curriculums vor 8
Jahren die Praxisausbildung während des Studiums deutlich verstärkt,"
erklärt Schütz. "jetzt denken wir an ein Praxisjahr am Ende des
Studiums, das den heute üblichen Turnus ersetzen soll."
"Die Benachteiligung von Frauen durch das Aufnahmeverfahren ist
Österreich-spezifisch. In der Schweiz und Deutschland, wo dieselben
Tests wie in Wien zur Anwendung kommen, besteht dieses Problem nicht.
Daher muss es im primären und sekundären Bildungssektor behoben
werden und nicht beim Aufnahmeverfahren selbst", fordert Schütz.
An der MedUni in der Wiener Spitalgasse läuft zurzeit ein
Forschungsprojekt, das die Gründe des schlechten Abschneidens von
Frauen beim EMS Test untersucht. Erste Ergebnisse werden für den
Herbst erwartet.
Klar zu stellen ist auch die pauschale Behauptung, die hiesigen
Aufnahmeverfahren für ein Medizinstudium sind allesamt
(naturwissenschaftlich orientierte) Wissenstests. Ein solcher kommt
nur in Graz zur Anwendung, der in Wien und Innsbruck angewandte EMS
ist kein Wissenstest! Der EMS testet mehrere für ein Medizinstudium
besonders wichtige kognitive Eigenschaften, z.B. Merkfähigkeit und
konzentriertes Arbeiten.
Rückfragehinweis:
Mag.a Nina Hoppe
Pressesprecherin
MedUni Wien
M: 0664 800 16 11501
E: [email protected]
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