Nationalratspräsidentin Prammer lädt MoRaH ins Parlament Abschlussveranstaltung von "March of Remembrance and Hope"

Wien (PK) - Auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer fand heute im Sitzungssaal des Nationalrats die Abschlussveranstaltung des Projekts "March of Remembrance and
Hope" (MoRaH) statt, in dessen Rahmen sich Schülerinnen und Schüler mehrere Monate lang im Unterricht mit der Shoah auseinandergesetzt und in Begleitung von Zeitzeugen die Stätten früheren jüdischen Lebens sowie das ehemalige KZ Auschwitz
besucht hatten.

Der Verein "March of Remembrance and Hope", der unter dem Ehrenschutz von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer steht, verfolgt das Ziel einer Erziehung zu mehr Menschlichkeit,
Toleranz und Zivilcourage und geht dabei von dem Grundgedanken
aus, dass Geschichte kein abstraktes Konstrukt ist, sondern die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vielmehr auch Einfluss darauf hat, wie wir in der Gegenwart und in der Zukunft leben.
Das Projekt sollte in diesem Sinn den Jugendlichen aufzeigen,
dass es bei der Vergangenheitsaufarbeitung nicht um Schuld geht, sondern um unsere Verantwortung für das Heute, zumal die Grundmechanismen, die einst zum Holocaust führten, dieselben
sind, die heute noch wirksam sind, wenn es um Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus geht.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die in dem bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften von insgesamt neun AHS begrüßte, meinte, das gemeinsames Ziel müsse es sein, Vergangenheit zu verstehen, Faktenwissen zu erwerben und immer wieder emotionale Anknüpfungspunkte zu finden. Sie erinnerte an das Schicksal der zahlreichen Kinder und Jugendlichen in den Konzentrationslagern
und an ihre eigene Betroffenheit, als sie als junge Mutter
begonnen hatte, eine Arbeit über die Kinder in den KZ zu
schreiben. Sie wäre daran "fast erstickt", die vielen Kinder aus den Berichten über die Lager hätten plötzlich ein Gesicht bekommen, das Gesicht ihrer eigenen Kinder, sagte sie.

Heute gelte es, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, damit wir für eine bessere Zukunft gut gerüstet sind. Denn Rechtsextremismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit
seien keine Randphänomene mehr, man könne ihnen nur durch Zivilcourage entgegen treten, meinte Prammer.

An der Veranstaltung nahm auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg Marko Feingold teil, der die Jugendlichen als Zeitzeuge auf ihrer Reise nach Auschwitz begleitet hatte. Er wies auf die Bedeutung der Gespräche mit Überlebenden der Konzentrationslager hin und bedauerte, in der Vergangenheit habe
man der Rolle der Zeitzeugen zu wenig Beachtung geschenkt.
Feingold zeigte sich erfreut darüber, dass die Worte "Niemals vergessen !" in den Jugendlichen weiterleben und betonte, wer die Vergangenheit vergisst, der müsse sie noch einmal erleben - und
das wünsche er keinem.

Zu Wort kamen bei der Veranstaltung aber in erster Linie die Schülerinnen und Schüler, die in Beiträgen und Projekten ihre Eindrücke von ihrem Besuch in Auschwitz und den Gesprächen mit
den Zeitzeugen verarbeiten. Ihre Lieder, Texte und Internetpräsentationen waren alle von einem Gedanken getragen:
"Niemals vergessen - niemals wieder"

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im Fotoalbum:
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