- 31.05.2010, 13:02:55
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Ärztekammer zu SVA: Doppelstrategie und Verunsicherung der Patienten
Wechselberger weist Attacken zurück - SVA muss soziale Verantwortung übernehmen - Ärztekammer erneuert Angebot
Wien (OTS) - Die heute vom geschäftsführenden SVA-Obmann, Martin
Gleitsmann, gegen die Ärzteschaft gerittenen Attacken werden von der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) in einer ersten Reaktion vehement
zurückgewiesen. Wie der erste ÖÄK-Vizepräsident, Arthur
Wechselberger, sagte, würde der aggressive Stil nicht dem Charakter
der am Wochenende mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl
geführten Verhandlungen entsprechen. Offensichtlich handle es sich
dabei um eine Doppelstrategie, bei der Gleitsmann gleichsam als
"Sprachrohr" Leitls auftrete.
Es obliege der Gewerbeversicherung, sich um ihre Versicherten zu
kümmern und ihre soziale Verantwortung wahr zu nehmen. Genauso wie
die Ärzteschaft ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Patientinnen und
Patienten zu einer bestmöglichen Behandlung nachkomme, so
Wechselberger.
Die SVA habe in den vergangenen Monaten hinsichtlich ihrer
Verhandlungsposition "keinerlei Bewegung" gezeigt. Sie habe ihren
Standpunkt entgegen ihren eigenen Aussagen gebetsmühlenartig
wiederholt. Wechselberger erneuerte indes das Angebot der
Ärztekammer: "Wenn die SVA schon vier Prozent den direktverrechnenden
Ärzten anbietet, dann sollte es doch möglich sein, dies auch, wie von
der Ärztekammer gefordert, im Rahmen eines Gesamtvertrages für alle
Vertragsärzte zu paktieren."
Sollte die SVA auf dieses Angebot nicht einsteigen, so vermutet der
ÖÄK-Vize dahinter die Absicht, das System zu sprengen. "Die
Gewerbeversicherung baut Zugangshürden auf und schürt unbegründete
Ängste bei ihren Versicherten. Dadurch verknappt sie das Angebot und
erschwert Patientinnen und Patienten den Zugang zu medizinischer
Versorgung." Das sei offensichtlich eine Strategie, die zu massiven
Einsparungen und Leistungskürzungen führen solle.
Patientenanwalt Gerald Bachinger forderte Wechselberger dazu auf,
"sich in der vertragsfreien Zeit massiv darum zu kümmern, dass
Patientinnen und Patienten unbürokratisch und rasch die von ihnen
ausgelegten Beträge für ärztliche Hilfe zurückerstattet bekommen".
(ms)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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