WKÖ-VP Römer: Zügiger Infrastrukturausbau von Wasserstraße und Schiene gefordert

Koordinierte Verkehrspolitik erforderlich für funktionsfähigen EU-Binnenmarkt - Transportaufkommen auf der Donau bis 2015 von 12 auf 30 Mio. Tonnen steigerbar

Wien (OTS/PWK427) - Im Rahmen der Pressekonferenz zum "Danube
Summit 2010" betonte heute, Montag, die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Renate Römer, die Bedeutung eines zügigen Infrastrukturausbaus von Wasserstraße und Schiene. "Das hochrangige Straßennetz wird nach Expertenangaben bis 2030 im EU-Durchschnitt um rund 30 Prozent wachsen, während die Verkehrsleistungen im Individualverkehr um 50 Prozent und im Sachgüterbereich um bis zu 65 Prozent zunehmen werden. Um dem Transportaufkommen in Europa Herr zu werden, darf die Infrastruktur hinter diesen Entwicklungen nicht zurückbleiben", warnte Römer.

In Hinblick auf die Entwicklung der Wasserstraße betonte die WKÖ-Vizepräsidentin, dass hier - Österreich betreffend - noch ausreichend freie Kapazitäten vorhanden seien. So werden derzeit nur rund 15 Prozent der Gesamtkapazität der Donau für die Schifffahrt genutzt. "Gerade in Hinblick auf die durch die Donau verbundenen EU-Erweiterungsländer bietet sich eine attraktive Transportalternative", so Römer. Verkehrskorridore seien "Lebensadern für den Wirtschaftsstandort Österreich" und hier vor allem für die Exportwirtschaft. Durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen könnte das Transportaufkommen auf der Donau bis 2015 von derzeit 12 Mio. Tonnen auf ca. 30 Mio. Tonnen erhöht werden. Voraussetzung hierfür sei aber eine Beseitigung der infrastrukturellen Engpässe durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Donau-Anrainerstaaten unter Einbeziehung der EU-Kommission, betonte Römer.

Als positives Beispiel für die beginnenden Zusammenarbeit nannte Römer die von Außenminister Michael Spindelegger und WKÖ-Präsident Christoph Leitl 2009 ins Leben gerufene Initiative "Donauraum und Schwarzmeerländer", um die enormen Chancen dieser Region aufzuzeigen und damit die Markteintrittschancen heimischer Firmen vor Ort zu erhöhen.

Um die Wasserstraße Donau nachhaltig zu stärken, lägen bereits mehrere weitere Strategien und Initiativen am Tisch. So soll 2011 die EU-Donauraumstrategie unter ungarischer Ratspräsidentschaft verabschiedet werden, die primär die jeweiligen nationalen Ansätze koordinieren soll. Österreich hat hier bereits den Nationalen Aktionsplan (NAP) Donauschifffahrt verabschiedet, der ein "umfassendes Instrument zur Umsetzung der heimischen Schifffahrtspolitik" darstellt. Römer befürwortete in diesem Zusammenhang das größte Projekt dieses NAP, nämlich das sogenannte flussbauliche Gesamtprojekt Donau östlich von Wien zur Sicherung stabiler Fahrwasserverhältnisse und zum Schutz des Nationalparks Donau-Auen.

"Im Rahmen der Donaustrategie unterstützen wir insbesondere den Ausbau der Donau als Verkehrsweg, weil dieser von wachsender Bedeutung für die österreichische Wirtschaft ist. Unter Berücksichtigung des Ökosystems müssen Aspekte wie die gesicherte Zuverlässigkeit der Wasserstraße und ihrer Infrastruktur etwa was die Fahrwassertiefe anbelangt ebenso Platz greifen wie die Modernisierung der bestehenden Häfen. Aus meiner Sicht vorrangig ist national derzeit die Umsetzung des sogenannten Schleusenrevisionsplanes um eine reibungslose Abwicklung des Schiffverkehrs gewährleisten zu können", so die WKÖ-Vizepräsidentin abschließend. (us)

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