Lopatka gegen Megacasino-Bau in der Slowakei nahe der österreichischen Grenze

Finanzstaatssekretär bei Pressekonferenz in Bratislava: "Keine Las-Vegas-Mentalität in Mitteleuropa."

Bratislava (OTS/BMF) - Gegen ein Megacasino in der Slowakei nahe
der österreichischen Grenze sprach sich heute Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka aus. "Ein derartiges Megacasino würde die strengen Spielerschutzregeln, die das neue Glücksspielgesetz in Österreich bringt, konterkarieren", betonte Lopatka in Bratislava bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ehemaligen EU-Kommissar und KDH-Spitzenkandidaten für die slowakische Parlamentswahl in zwei Wochen, Jan Figel.
Ein ähnliches Projekt sei zudem in Slowenien im Grenzbereich zu Österreich bereits gefloppt. "Wir haben in Mitteleuropa keine Las-Vegas-Mentalität, Lockangebote die in derartigen Megacasinos angeboten werden - von Gratis-Getränken bis Gratis-Übernachtungen -ziehen hier nicht nachhaltig", so der Finanzstaatssekretär.
Gegen das Megacasino amerikanischer Investoren setzt sich zudem auch eine Bürgerinitiative, die von den slowakischen Bischöfen unterstützt wird, ein.
In Europa gebe es nur zwei Hauptstädte, die in geringerem Abstand beieinander liegen als Wien und Bratislava und zwar Rom und der Vatikan. Die Nähe eines Megacasinos in Bratislava habe darum jedenfalls Auswirkungen auf Wien. Lopatka: "Unsere Bemühungen die strengsten Spielerschutzstandards in Europa umzusetzen, würden dadurch massiv gefährdet, wenn nur wenige Kilometer von Wien entfernt ein Megacasino ohne Spielerschutz entsteht."
Die wichtigsten Punkte des neuen Glücksspielgesetzes in Österreich:
Alle Automaten müssen an das Bundesrechenzentrum angebunden werden. Eine eigene SOKO der Finanzverwaltung wird sich verstärkt dem Kampf gegen illegales Glücksspiel widmen. Zur vorgesehenen Förderung von Suchtprävention und Spielerberatung sollen sowohl Bund als auch Länder ihren Teil beisteuern.
Die Grenzen der jeweiligen Einsätze bei den Automaten könnten nicht mehr beliebig umgangen werden. Automatikstarttasten, mit denen man innerhalb kürzester Zeit hunderte Spiele auslösen konnte, wird es nicht mehr geben. Zudem haben künftig nicht nur Casinos, sondern auch Automatensalons eine Monitoringverpflichtung: Wer hohe Summen verliert oder häufig spielt, muss nachweislich gewarnt werden, ansonsten steht ihm Schadenersatz zu. Das sei europaweit einzigartig, so der Finanzstaatssekretär.
Lopatka und Figel strichen zudem die guten bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Slowakei hervor. Lopatka: "1.600 österreichische Unternehmer sind in der Slowakei aktiv und ich bin zuversichtlich, dass die weitere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in den kommenden Jahren noch intensiver wird."

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