- 26.05.2010, 09:31:20
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"Konsument": Jugendschutz in Wettbüros meist nicht eingehalten
Lediglich drei von 15 getesteten Wiener Wettcafés verhielten sich gesetzeskonform
Wien (OTS/VKI) - Am 11. Juni ist Anstoß zur
Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Dabei winkt auch heimischen
Anbietern von Fußballwetten das große Geschäft. Zwei Testpersonen
begaben sich in 15 Wiener Wettcafés, um dort auf den Ausgang von
Fußballspielen zu setzen. Die Besonderheit: Die Tester waren
minderjährig. Laut Jugendschutzgesetz dürften sie sich daher nicht
einmal in Wettlokalen aufhalten. Am Papier nimmt die Branche den
Jugendschutz ernst: In der Praxis konnten die beiden Jugendlichen in
12 von 15 Wettbüros problemlos ihre Wetten abschließen, wie das
Testmagazin "Konsument" ab morgen in der Juni-Ausgabe zeigt.
Lediglich in drei Wettbüros verhielten sich die Betreiber
gesetzeskonform, fragten nach Alter und Ausweis und verweigerten
folglich die Annahme von Wetten.
Für die Kontrolle des Jugendschutzgesetzes sind die
Wettbürobetreiber verantwortlich. In zwölf von 15 Lokalen wurden
allerdings keine Ausweise kontrolliert und nur ein einziges Mal nach
der Volljährigkeit gefragt. "Damit wurde in 80 Prozent der getesteten
Wettbüros der Jugendschutz missachtet. Das ist aus unserer Sicht vor
allem auch deshalb ein unhaltbarer Zustand, da gerade Fußballwetten
in Fachkreisen als ,Einstiegsdroge' in die Spielsucht gelten",
kritisiert Walter Hager, Testleiter beim Verein für
Konsumenteninformation (VKI). "Die Zahlen der Spielsuchthilfe Wien
belegen etwa, dass das Einstiegsalter von 40 Prozent der
Spielsüchtigen bei unter 18 Jahren liegt."
Einen etwas gespaltenen - und nicht gerade uneigennützigen -
Umgang mit dem Jugendschutz hatte der Betreiber eines der getesteten
Wettpunkt-Lokale: Zu wetten war dem Jugendlichen zwar erlaubt, als
dieser aber tatsächlich gewann, schaltete der Betreiber auf korrekt.
Er fragte an der Kasse nach Alter und Ausweis und verweigerte die
Auszahlung mit dem Hinweis, dass der Spieler noch nicht volljährig
sei.
Alle Testdetails und weitere Informationen zum Thema Spielsucht
gibt es auf www.konsument.at und ab morgen im Juni-"Konsument".
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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