"Konsument": Jugendschutz in Wettbüros meist nicht eingehalten

Lediglich drei von 15 getesteten Wiener Wettcafés verhielten sich gesetzeskonform

Wien (OTS/VKI) - Am 11. Juni ist Anstoß zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Dabei winkt auch heimischen Anbietern von Fußballwetten das große Geschäft. Zwei Testpersonen begaben sich in 15 Wiener Wettcafés, um dort auf den Ausgang von Fußballspielen zu setzen. Die Besonderheit: Die Tester waren minderjährig. Laut Jugendschutzgesetz dürften sie sich daher nicht einmal in Wettlokalen aufhalten. Am Papier nimmt die Branche den Jugendschutz ernst: In der Praxis konnten die beiden Jugendlichen in 12 von 15 Wettbüros problemlos ihre Wetten abschließen, wie das Testmagazin "Konsument" ab morgen in der Juni-Ausgabe zeigt. Lediglich in drei Wettbüros verhielten sich die Betreiber gesetzeskonform, fragten nach Alter und Ausweis und verweigerten folglich die Annahme von Wetten.

Für die Kontrolle des Jugendschutzgesetzes sind die Wettbürobetreiber verantwortlich. In zwölf von 15 Lokalen wurden allerdings keine Ausweise kontrolliert und nur ein einziges Mal nach der Volljährigkeit gefragt. "Damit wurde in 80 Prozent der getesteten Wettbüros der Jugendschutz missachtet. Das ist aus unserer Sicht vor allem auch deshalb ein unhaltbarer Zustand, da gerade Fußballwetten in Fachkreisen als ,Einstiegsdroge' in die Spielsucht gelten", kritisiert Walter Hager, Testleiter beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Die Zahlen der Spielsuchthilfe Wien belegen etwa, dass das Einstiegsalter von 40 Prozent der Spielsüchtigen bei unter 18 Jahren liegt."

Einen etwas gespaltenen - und nicht gerade uneigennützigen -Umgang mit dem Jugendschutz hatte der Betreiber eines der getesteten Wettpunkt-Lokale: Zu wetten war dem Jugendlichen zwar erlaubt, als dieser aber tatsächlich gewann, schaltete der Betreiber auf korrekt. Er fragte an der Kasse nach Alter und Ausweis und verweigerte die Auszahlung mit dem Hinweis, dass der Spieler noch nicht volljährig sei.

Alle Testdetails und weitere Informationen zum Thema Spielsucht gibt es auf www.konsument.at und ab morgen im Juni-"Konsument".

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Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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www.konsument.at

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