- 25.05.2010, 17:06:16
- /
- OTS0264 OTW0264
Fix ab 1. Juni: Kein Vertrag zwischen Ärzten und SVA
Dorner: Vertrauen der Ärzte in Gewerbeversicherung geschwunden - SVA-plant Rationierung Wawrowsky: Besondere Aufmerksamkeit für SVA-Versicherte
Wien (OTS) - Ab 1. Juni gibt es keinen Gesamtvertrag zwischen der
gewerblichen Sozialversicherung SVA und der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) mehr. Auch das letzte Gipfelgespräch zwischen
ÖÄK-Präsident Walter Dorner sowie Wirtschaftskammer-Präsident und
SVA-Obmann Christoph Leitl ist Dienstag ergebnislos zu Ende gegangen.
Eine Lösung des Konfliktes scheiterte nach Aussage Dorners an "der
Weigerung der Unternehmer-Vertreter, den bereits im Herbst gemeinsam
gefundenen Weg zu reaktivieren, obwohl die Ärzte zu deutlichen
Konzessionen bereit gewesen wären". Bekanntlich hätte der
SVA-Vorstand eine über Monate mühsam gefundene Einigung "mit einem
Federstrich" verworfen und so der Gesprächsbasis der Ärztinnen und
Ärzte zu den Funktionären der Unternehmerschaft die notwendige
Vertrauensgrundlage entzogen.
Die Vertreter der SVA und der Ärztekammer beschlossen einvernehmlich,
trotz der vertragsfreien Zeit die Türen nicht zur Gänze zuzuschlagen.
Es wurden Gespräche über eine neue Vertragspartnerschaft unter
anderen Bedingungen vereinbart. Das Ziel ist, bis Ende September "ein
neues, modernes System, das auf partnerschaftlicher Basis beruht"
auszuverhandeln, so der ÖÄK-Präsident.
Allerdings, so Dorner, seien viele von der SVA zuletzt vorgebrachten
Vorschläge unannehmbar, da sie ausschließlich darauf abzielten, die
medizinischen Leistungen für SVA-Patienten zu begrenzen und zu
rationieren. Dorner: "Der Zweck dieser Strategie scheint vor allem
darin zu liegen, trotz einer positiven Krankenversicherungsbilanz die
medizinische Versorgung zu limitieren. Schon jetzt sind die
durchschnittlichen Ausgaben der SVA für ärztliche Leistungen pro Kopf
geringer als bei den Gebietskrankenkassen."
Gewerbe-Versicherte müssen nun ärztliche Leistungen in den
Ordinationen bezahlen. Der Bundeskurienobmann der niedergelassenen
Ärzte, Günther Wawrowsky, wies in diesem Zusammenhang darauf hin,
dass den unternehmerischen Patientinnen und Patienten durch Ärzte und
Ordinationspersonal jede Hilfe geboten werde, um gegenüber der SVA
ihre Rechte durchzusetzen. Dies betreffe insbesondere die
Rückerstattung der für medizinische Leistungen ausgelegten Beträge.
Im Weiteren kündigte Wawrowsky an, dass die Ärztinnen und Ärzte in
den Ordinationen SVA-Versicherte in dieser neuen Situation mit
"besonderer Aufmerksamkeit und Zuwendung" betreuen würden. Nun liege
es an der SVA, im direkten Kontakt mit ihren Versicherten zu zeigen,
dass sie bereit sei, eine "moderne und zuwendende medizinische
Versorgung" unter unbürokratischer Vermeidung sozialer Härten zu
finanzieren und sicherzustellen. Der Chef der niedergelassenen Ärzte:
"Wir werden uns bemühen, die Patientinnen und Patienten losgelöst von
den bürokratischen Einschränkungen der Versicherung sehr persönlich
und maßgeschneidert auf Basis der modernen medizinischen
Möglichkeiten zu beraten und zu betreuen."
Organisatorischer Hinweis:
Aus Gründen der mit 1. Juni 2010 beginnenden vertragsfreien Zeit
zwischen SVA und Ärzten lädt die ÖÄK kurzfristig zu einem
Pressegespräch ein.
Termin:
Donnerstag, 27.5.2010, 10 Uhr
Thema:
Kein Vertrag zwischen Ärzten und SVA
Aktuelle Hintergründe und Informationen
Teilnehmer:
Dr. Günther Wawrowsky
Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und Vizepräsident
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
Mag. Johannes Zahrl
Stellvertretender Kammeramtsdirektor der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
Ort:
Österreichische Ärztekammer, Unterteilung
1010 Wien, Weihburggasse 10 - 12
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 0664/522 68 25
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE






