• 22.05.2010, 08:44:23
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Dorner: Reform der Ärzteweiterbildung notwendig

Prinzipielle Zustimmung zu Wissenschaftsministerin Karl - Facharztausbildung unmittelbar nach Studium - Allgemeinmedizin auf Facharztniveau

Wien (OTS) - Die heute von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl im
Hörfunk geäußerten Absichten zur Sicherung der ärztlichen
Ausbildungsqualität finden die prinzipielle Zustimmung der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Nach Ansicht von ÖÄK-Präsident
Walter Dorner müsse die fachärztliche Ausbildung unmittelbar nach dem
Medizinstudium beginnen können. Der bisherige Turnus sei durch ein
Praxisjahr während des Studiums und durch eine vertiefte und
verbreiterte, mindestens fünfjährige Weiterbildung zu einem neuen
Spezialfach Allgemeinmedizin zu ersetzen, sagte Dorner Samstag in
einer ersten Stellungnahme.

Die fachärztliche Ausbildung müsste ohne Verzögerung nach dem
Medizinstudium einsetzen, so Dorner. Diese Bedingung sei gegenwärtig
"bei weitem nicht erfüllt", da viele junge Medizinerinnen und
Mediziner nach dem Studium den Umweg über die allgemeinmedizinische
Weiterbildung - den Turnus - gingen. Erst dann würden sie in die
Facharztausbildung einsteigen können. "Das kostet Zeit und Geld,
vergeudet Ressourcen und strapaziert durch überlange Wartezeiten die
Nerven der angehenden Ärztinnen und Ärzte", erklärte Dorner.
Angesichts des in den Spitälern und in den Ordinationen in einigen
Jahren möglichen Fachärztemangels seien strukturelle Reformen "ein
Gebot der Stunde". Der Ärztepräsident: "Wir müssen alles unternehmen,
um diese Entwicklung unter Wahrung unserer hohen Qualitätsansprüche
zu stoppen. Die effiziente Ausnutzung der Ressourcen ist vordringlich
sicherzustellen."

Weitere Prioritäten bei der Reform der ärztlichen Ausbildung sieht
der oberste Ärztevertreter in der Vereinheitlichung der
Medizinstudien in Wien, Graz und Innsbruck sowie im Einbau eines
Praxisjahres am Ende des Studiums. Diese Schritte seien zur
internationalen Harmonisierung notwendig. Die damit erworbene
Teilberechtigung, Patientinnen und Patienten zu behandeln, könne
darüber hinaus verhindern, dass "Jungmediziner als Lückenbüßer mit
Mindestlöhnen" eingesetzt würden. Dieses Praxisjahr allein könne
jedoch nicht den Turnus als unverzichtbare Etappe der
allgemeinmedizinischen Weiterbildung ersetzen. Auch sei mit dieser
Teilapprobation keinesfalls die Berechtigung zur vollen
eigenverantwortlichen und selbstständigen ärztlichen Tätigkeit
verbunden.

In diesem Zusammenhang strich Dorner sogar verschärfte
Voraussetzungen als langjähriges Konzept der Ärztekammer hervor: Nur
eine erweiterte und vertiefte praktische Weiterbildung zur
Allgemeinmedizin sei in der Lage, den modernen Ansprüchen einer
umfassenden medizinischen Basisversorgung mit "ausgeprägter Lotsen-
und Managementfunktion" gerecht zu werden. (ms)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 0664/522 68 25

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