- 21.05.2010, 20:32:27
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Neues Volksblatt: "Nächste Sau" (Von Markus Ebert)
Ausgabe vom 22. Mai 2010
Linz (OTS) - Und, redet noch jemand vom Robin Hood aus Austria,
Bundeskanzler Werner Faymann, der mit einem EU-weiten Bürberbegehren
dafür kämpfen will, den Banken und Spekulanten ihren Beitrag zur
Krisenbewältigung abzuknöpfen? Nein, weil erstens hat sich Faymann
auf die Expo nach Shanghai verfügt, und zweitens hat ihm
Wissenschaftsministerin Beatrix Karl mit ihrem "Gymnasium für alle"
ohnehin den Rang in Sachen Publicity abgelaufen.
Hier wie da gilt: Die Halbwertszeit vieler Themen auf der
Polit-Tagesordnung wird von ihrer Schlagzeilentauglichkeit bestimmt.
Vom Boulevard drei Mal durchgekaut und ausgespuckt, und weg ist das
Thema. In dieser klimatischen Gemengelage zwischen Aufgeregtheit und
Besitzstandswahrung ist es alles andere als einfach, sachpolitische
Diskussionen zu führen. Etwa über ein Transferkonto, das sofort mit
dem Totschlagargument "Neiddebatte" punziert wurde. Oder über eine
Spitalsreform, die diesen Namen auch verdient. Oder über eine
Verwaltungsreform, die Synergien hebt. Oder über die Finanzierbarkeit
von Pensionsregelungen, die aus rüstigen Fünfzigern Rentner machen?
Oder... Nein: Lieber treibt man die nächste Sau durchs mediale Dorf
als dass man endlich zulässt, dass die Probleme abgearbeitet werden.
Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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