• 21.05.2010, 10:28:36
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Zinssätze für Unternehmenskredite und für den Wohnbau sinken ebenso wie Einlagenzinssätze weiter deutlich

Die Entwicklung der Kundenzinssätze der Banken in Österreich und im Euroraum im 1. Quartal 2010

Wien (OTS) - Trotz unverändertem EZB-Leitzinssatz und nur leicht
sinkenden Zwischenbankzinssätzen gab es im ersten Quartal 2010 in
Österreich bei Unternehmenskrediten und Krediten für den Wohnbau bei
Neuabschlüssen deutliche Zinssatzreduktionen. Steigende Zinssätze gab
es im Neugeschäft hingegen bei Konsumkrediten zu beobachten (hoch
verzinste Kredite via Internet beeinflussten den
Durchschnittszinssatz nach oben); diese blieben aber - wie auch alle
anderen Kreditzinssätze - weiterhin unter den Durchschnittswerten des
Euroraums. Bei neu vereinbarten Einlagenzinssätzen an private
Haushalte gab es im ersten Quartal 2010 in Österreich ebenfalls
durchwegs deutlich sinkende Zinssätze zu verzeichnen, wobei in allen
Laufzeitkategorien die Vergleichswerte des Euroraums unterschritten
wurden.

Im ersten Quartal 2010 kam es ohne zinspolitische Impulse der
Europäischen Zentralbank (EZB) (der Leitzins blieb auf 1,00%) bei nur
leicht sinkenden Zwischenbankzinssätzen (der 3-Monats-EURIBOR sank um
0,07 Prozentpunkte auf 0,64%) im Kundengeschäft der Banken weitgehend
zu deutlichen Zinssatzreduktionen.

Bei von österreichischen Banken vergebenen Unternehmenskrediten
reduzierten sich bei Neuabschlüssen im ersten Quartal die Zinssätze
bei Volumen von über 1 Million Euro im Schnitt um 0,30 Prozentpunkte
auf 1,79%, bei Volumen bis zu 1 Million Euro immerhin um 0,16
Prozentpunkte auf 2,37%. Damit sanken in den vergangenen 12 Monaten
die entsprechenden Zinssätze um 0,95 bzw. 0,89 Prozentpunkte und
somit deutlich stärker als der EZB-Leitzinssatz, der sich im
Vergleichszeitraum nur von 1,5% auf 1% reduzierte.
Unternehmenskredite waren im März 2010 damit in Österreich deutlich
niedriger verzinst als im Durchschnitt des Euroraums (über 1 Mio EUR:
2,07% bzw. bis 1 Mio EUR: 3,37%).

Ebenfalls sehr deutliche Reduktionen gab es im ersten Quartal 2010
bei Wohnbaukrediten an private Haushalte. Diese sanken im ersten
Quartal um 0,19 Prozentpunkte und in den abgelaufenen 12 Monaten gar
um 1,46 Prozentpunkte auf 2,79%, was (ebenso wie bei
Unternehmenskrediten) einen historischen Tiefststand seit der
Erhebung von Zinssätzen im Jahr 1995 darstellt. Bei Konsumkrediten
gab es hingegen im ersten Quartal 2010 einen deutlichen Anstieg (um
0,48 Prozentpunkte auf 4,75%) zu verzeichnen, der in erster Linie auf
die stärkere Vergabe von höher verzinsten Internetprodukten
zurückzuführen war. Dennoch lag auch der Durchschnittszinssatz von
Konsumkrediten (ebenso wie jener von Wohnbaukrediten) im März 2010
deutlich (um 2 Prozentpunkte) unter jenem des Euroraums.

Über den aushaftenden Gesamtbestand gab es in Österreich im ersten
Quartal im Kreditbereich die stärksten Reduktionen bei
Wohnbaukrediten, welche im Schnitt um 0,42 Prozentpunkte auf 3,41%
sanken. Im Euroraum sank der Durchschnittszinssatz im
Vergleichszeitraum lediglich um 0,09 Prozentpunkte und lag mit 3,98%
deutlich über dem österreichischen Wert. Nicht zuletzt aufgrund des
hohen Anteils variabel verzinster Kredite in Österreich profitierten
Kunden im Laufe der letzten zwölf Monate deutlich stärker von den
fallenden Zinssätzen, die Kundenzinssätze sanken in Österreich um
1,29 bis 1,57 Prozentpunkte, im Euroraum im selben Zeitraum hingegen
nur um 0,79 bis 1,06 Prozentpunkte.

Die Rückgänge bei den Zinssätzen beschränkten sich aber nicht nur auf
den Kreditbereich, auch bei Einlagenzinssätzen an private Haushalte
gab es durchwegs deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Am stärksten
traf es im ersten Quartal 2010 im Neugeschäft langfristig (über 2
Jahre) gebundene Einlagen, welche im Schnitt um 0,34 Prozentpunkte
auf 2,18% sanken. Bei Bindungsfrist von bis zu 1 Jahr lag der
Durchschnittszinssatz nach einem Rückgang um 0,18 Prozentpunkte mit
1,04% nur noch knapp über der 1-Prozent-Marke und somit bereits sehr
deutlich unter dem Durchschnittszinssatz des Euroraums (1,89%). Auch
bei längerer Bindungsfrist mussten Österreichs Kunden niedrigere
Zinssätze als der Durchschnittskunde im Euroraum akzeptieren.

Weitere detaillierte Daten für Österreich finden Sie unter
www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice/Statistische
Daten", für den Euroraum unter www.ecb.int.

Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1 404 20/6666
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