- 20.05.2010, 10:52:52
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Lopatka: Produktpiraterie zuletzt gestiegen
Präsentation des Produktpiraterie-Berichtes heute im Parlament
Wien (OTS) - Auf einem historischen Höchststand ist die Zahl der
gefälschten Artikel, die im Jahr 2009 von den heimischen Zollbeamten
sichergestellt wurden: Die Zahl der Fälle ist von 1.712 im Jahr 2008
auf 2.516 im Jahr 2009 in die Höhe geschnellt. Finanzstaatssekretär
Reinhold Lopatka betonte bei der Präsentation des
Produktpiraterie-Berichtes heute im Parlament: "Durch die gute Arbeit
unserer 1.000 Zollbeamten ist es zu dieser riesigen Zahl von
Aufgriffen gekommen."
Grund für die starke Zunahme von Produktpiraterie in Österreich sei
jedenfalls auch die Wirtschaftskrise. Lopatka warnt: "Hier versuchen
viele am falschen Platz zu sparen. Denn vor allem bei Medikamenten
und Arzneimitteln können gefälschte Produkte enorm gefährlich sein."
Zurückgegangen ist die Zahl der gefälschten Artikel von 619.897 auf
416.263. Der Grund: Die Zahl der Postsendungen ist gestiegen - hier
werden kleinere Mengen aufgegriffen.
Den größten Anteil an Fälschungen haben weiterhin Arzneimittel. Hier
wurden 593 Sendungen mit 27.095 Stück beschlagnahmt. Zum Vergleich:
Im Jahr 2005 wurde erst eine einzige Sendung mit 55 Stück
Arzneimittel von den Zöllbehörden sichergestellt. Beliebte Artikel
bei den Fälschern sind zudem Bekleidung und Accessoires, Schuhe,
Uhren, Schmuck sowie Mobiltelefone.
Den höchsten Wert an Originalwaren haben die sichergestellten Schuhe:
Insgesamt wurden 256.050 Schuhe im Wert (Originalware) von mehr als 8
Millionen Euro sichergestellt.
Die meisten gefälschten Produkte kommen aus China (64,08% der Fälle
und 74,88% der gefälschten Produkte). Danach folgt Indien. 80% der in
Österreich aufgegriffenen Fälschungen stammen aus dem asiatischen
Raum.
88,97% der Fälle werden mit der Post befördert. Grund dafür ist die
starke Nutzung des Internet für den Verkauf von Fälschungen. Dazu
kommt die Zählweise: Ein Fall im Postverkehr umfasst ein Postpaket
oder eine Briefsendung. Auf der Straße kann es sich um eine Palette
oder um eine ganze LKW-Ladung handeln.
Besonders rasant hat sich der Anstieg der Aufgriffe bei gefälschten
Arzneimitteln in den vergangenen Jahren entwickelt. Von 2008 auf 2009
gibt es hier allerdings einen Rückgang: 2008 wurden 783 Fälle mit
40.078 Fälschungen entdeckt, 2009 wurden 593 Sendungen mit 27.095
Stück sichergestellt.
Lopatka: "Das zeigt, dass die Maßnahmen der Zollbehörden Wirkung
zeigen. Die Fälscher reagieren offenbar bei der Verteilung der
Medikamente auf die Zollkontrollen und suchen neue Wege, um die Hürde
Zoll zu vermeiden. Ich warne ausdrücklich davor gefälschte
Medikamente zu benützen. Diese Produkte können außerordentlich
gefährlich sein - und laut Experten bis zum Tod führen."
Die "Hitliste" der gefälschten Arzneimittel, die sichergestellt
wurden, wird von Potenzmitteln, Diätpillen und Haarwuchspräperaten
angeführt. Die überwiegende Anzahl dieser Produkte stammt aus Indien.
Rückfragehinweis:
Pressesprecherin von Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka Mag. Iris Brüggler Tel.: T: +43 (0)1 51433 500 078, Mob: +43 (0)664 2249512 mailto:[email protected] www.bmf.gv.at Bundesministerium für Finanzen Hintere Zollamtsstraße 2b A-1030 Wien
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