Schwentner zu Ilisu-Staudamm: Ein ökologisch und menschenrechtlich wahnwitziges Projekt

Andritz AG steht mit seinem Engagement allein auf weiter Flur

Wien (OTS) - Nach dem Ausstieg westlicher Kreditversicherer wird
das Ilisu Staudamm Projekt nun auch der Baubranche zu unsicher:
Sowohl Alstom als auch die Strabag-Tochter Züblin steigen aus; der steirische Anlagenbauer Andritz AG steht bei seinem Engagement für den umstrittenen türkischen Staudamm Ilisu in Europa mittlerweile allein auf weiter Flur. "Das bedeutet, dass die Andritz AG nun die Hauptverantwortung für ein menschenrechtlich wie ökologisch wahnwitziges Projekt trägt", erklärt Judith Schwentner, entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen.

Die Entscheidung für den Untergang der gesamten Region oder den Erhalt der einzigartigen Landschaft mit Jahrtausend alten Kulturschätzen sowie über die Zukunft von etwa 70.000 Menschen steht und fällt mittlerweile mit der Beteiligung von Andritz. "Dass die Andritz AG nach dem Rückzug an dem Projekt festhält, ist Ausdruck dafür, wie ernst das Unternehmen das eigene Bekenntnis zu Unternehmensverantwortung nimmt", so Schwentner und erläutert: Mit der Mitgliedschaft bei der Unternehmensplattform, respACT verpflichtet sich Andritz zu Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltiger Entwicklung - soziale und ökologische Verantwortung sind dabei maßgebende Kriterien. Die Andritz AG stellt mit dem Festhalten an dem Ilisu-Projekt seine eigenen Grundsätze in Frage und zeigt zugleich, dass CSR immer mehr zum Public Relations-Instrument verkommt.

"Es gibt massiven Handlungsbedarf bei der Verbindlichkeit von CSR-Kriterien für Unternehmen. Leider gab es zuletzt diesbezüglich keine Unterstützung der Regierungsparteien, ein Grüner Antrag für ein Gütesiegel im Bereich CSR wurde im Menschenrechtsausschuss mit dem Argument, dass dies nicht notwendig wäre, vertagt", so Schwentner.

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