Neues Volksblatt: "Klassenkampf" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. Mai 2010

Linz (OTS) - Beinahe empört hat AK-Präsident Herbert Tumpel in der gestrigen ORF-Pressestunde den Journalistenbefund zurückgewiesen, die Arbeiterkammer sei eine SPÖ-Vorfeldorganisation. Wobei er im Prinzip ja auch im Recht ist: Die AK als Interessenvertretung ist eine überparteiliche Einrichtung. Was freilich ihre maßgeblichen Protagonisten daraus machen, ergibt nun einmal den eingangs wiedergegeben Eindruck. Der Gleichklang in der Argumentation zwischen SPÖ-Politikern und AK-Vertretern tut ein Übriges. Nicht nur einmal haben etwa in den letzten Wochen abwechselnd SPÖ- und AK-Vertreter Attacken gegen die Bauern geritten. Einmal nahm man die agrarischen Förderungen ins Visier, ein anderes Mal die landwirtschaftliche Besteuerung über das Einheitswertsystem.
Tumpel nun hat gestern auch gegen die Bauern losgelegt. Zwar nicht laut polternd, aber in einem sehr bewusst platzierten Nebensatz: Das bäuerliche Pensionssystem sei nur zu rund 20 Prozent einnahmenfinanziert. Anders gesagt: Die Bauern machen es sich auf Kosten anderer in der Pension bequem.
Genau diese Tonlage ist es, die das Misstrauen in gewisse AK-Funktionäre nährt. Aber: Für Klassenkampf braucht man keine gesetzliche Interessenvertretung.

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