- 06.05.2010, 11:30:30
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Neue Studierendenströme machen Steuerung unabdingbar
Rektoren und Präsidenten aus Bayern und Österreich diskutierten in München aktuelle universitätspolitsche Fragen
Wien (OTS) - Auf Einladung der Universität Bayern e.V., der Stimme
der bayerischen Universitäten (Vorsitzender: Prof. Dr. Karl-Dieter
Grüske), hat in München ein zweitägiger Meinungsaustausch mit der
Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko; Präsident: Prof. Dr.
Hans Sünkel) über aktuelle universitätspolitische Entwicklungen
in Bayern und Österreich stattgefunden.
Auf besonderes Interesse auf Seiten der uniko stießen Bayerns
Maßnahmen zur Bewältigung des starken Zustroms künftiger
Studierender, der - veranlasst durch die Verkürzung der gymnasialen
Ausbildungszeit von 9 auf 8 Jahre - im Sommer 2011 zwei
Abiturjahrgänge an die Universitäten entlässt. Bayern bereitet sich
mit dem "Ausbauprogramm 2020" auf den doppelten Abiturjahrgang vor.
Dieses sieht vor, bis 2011 mindestens 38.000 Studienplätze bzw.
12.666 Studienanfängerplätze zu schaffen. Die zusätzlichen
Studienplätze verteilen sich zu je 40% auf die Universitäten und
Fachhochschulen; 20 % werden im Wege einer bedarfsgerechten
Nachsteuerung entsprechend dem tatsächlichen Studierverhalten
verteilt. Der Freistaat stellt bis 2011 die für den erforderlichen
Personalaufbau von 3000 Stellen benötigten Mittel in Höhe von
insgesamt 499,27 Mio. Euro zur Verfügung. Die vom Bund
im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 für den Studienplatzaufbau
zugewiesenen Mittel fließen in diese Finanzierung ein.
Bayern investiert damit gezielt in bestimmte, bevorzugte
Studienrichtungen, wie die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften, Technik), nicht jedoch in Bereiche,
in denen ein besonders starker Andrang deutscher Studierwilliger an
österreichischen Universitätsstandorten zu verzeichnen ist.
In Österreich fehlen demgegenüber Steuerungsmöglichkeiten für die
Universitäten. Der weitgehende freie Uni-Zugang und der Entfall der
Studiengebühren werden vermutlich dazu führen, dass sich der Druck
auf die überlaufenen Studien in Österreich, speziell in den
grenznahen Universitäten, durch Studierendenströme aus
Bayern ab 2011 deutlich erhöhen wird. Die Schaffung geeigneter
politischer Rahmenbedingungen, verbunden mit hinreichender
Finanzierung, ist daher - so die übereinstimmende Ansicht der
Rektoren aus Bayern und Österreich - für die Universitäten im
deutschsprachigem Raum unerlässlich.
Rückfragehinweis:
Dieter Heinrichsen Pressesprecher Universität Bayern e.V. Seitzstraße 5, 80538 München Telefon: +49 (0) 89 - 2101-9940; Fax : + 49 (0) 89 - 2101-9941 Email: [email protected] Homepage: http://www.unibayern.de Manfred Kadi Referent für Öffentlichkeitsarbeit Österreichische Universitätenkonferenz Liechtensteinstraße 22 1090 Wien Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24 Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22 Email: [email protected] Homepage: http://www.uniko.ac.at
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