• 05.05.2010, 11:21:05
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Verhandlungen zwischen SVA und Ärztekammer gescheitert

Ärztekammer-Appell an Leitl - Ärzte weiter zu Kompromiss bereit

Wien (OTS) - Die Verhandlungen zwischen Österreichischer
Ärztekammer (ÖÄK) und Gewerblicher Versicherung (SVA) sind am
Dienstag gescheitert. Nachdem kein weiterer Termin vorgesehen ist,
ist eine Einigung bis 31. Mai extrem unwahrscheinlich. Obwohl die
Ärzte der Sozialversicherung bei der betraglichen Differenz um 25
Prozent entgegengekommen wären, hätten die SVA-Vertreter keine
Kompromissbereitschaft gezeigt, sagte der Bundesobmann der Kurie
Niedergelassene Ärzte, Günther Wawrowsky. Als letzte Chance sieht der
Ärzte-Chefverhandler einen Appell an Wirtschaftskammer-Präsident und
SVA-Obmann Christoph Leitl, persönlich an den Verhandlungstisch zu
kommen und "sein ganzes Gewicht" für eine Lösung einzusetzen.

"Die Situation ist ernst", schreibt Wawrowsky in einem offenen Brief
an den SVA-Boss. Noch immer sei die sofort beschlussfähige
Ärztevertretung mit einem Gesprächspartner konfrontiert, der
offensichtlich zu wenig Entscheidungsbefugnis habe. "Wenn es von
Seiten der SVA Verhandlungsspielraum gegeben hat, war das für uns
nicht erkennbar. Wir interpretieren diesen Umstand als Brüskierung
unseres guten Willens, einen für beide Seiten gangbaren und vor allem
für die Patientinnen und Patienten vertretbaren Kompromiss zu
finden."

Der Kurienobmann betont im Schreiben an Leitl, dass tragfähige
Lösungen nur dann zu erzielen seien, wenn Verhandlungspartner
gegenseitige Standpunkte respektierten und aufeinander zugingen. Dies
sei für Leitl als "maßgeblichen Exponenten der österreichischen
Sozialpartnerschaft gelebte Praxis" und doch eine leichte Übung für
den als diskurs- und kompromissfähig bekannten SVA-Obmann. Die
Bundeskurie Niedergelassene Ärzte stehe jederzeit für einen
Spitzentermin zur Verfügung - "im Sinne unserer gemeinsamen
Verantwortung für die 700.000 SVA-Versicherten".

Trotz jahrelangen Stillstandes und der bisher ergebnislosen
Verhandlungen sei die Ärztekammer bereit, sich den Vorschlägen der
SVA anzunähern, erklärte der ÖÄK-Chefverhandler. Positive
Entwicklungen für die Patientinnen und Patienten im Sinne einer
modernen Medizin - wie Gruppenpraxen, deren Vorteile gerade
Wirtschaftstreibenden zugute kommen sollte - dürften jedoch nicht zu
Gunsten einer Fixierung auf einen einsparungsorientierten
"Finanzpfad" geopfert werden. (zk)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 01/513 18 33 - 14 DW

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