• 05.05.2010, 09:30:20
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Rasen tötet - europaweit

In einer aktuellen Studie werden die EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich der häufigsten Todesursachen im Straßenverkehr verglichen. Österreich liegt im Mittelfeld.

Wien (OTS) - Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und
fehlender Sicherheitsgurt sind nach wie vor die häufigsten
Todesursachen im Straßenverkehr - so die Ergebnisse einer aktuellen
europaweiten Studie des European Transport Safety Council (ETSC).
Schon eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit auf Europas
Straßen um nur ein Kilometer pro Stunde, könnte jährlich mehr als
2.200 Getötete verhindern. Weitere 3.500 Menschen wären noch am
Leben, hätten sie sich nicht alkoholisiert hinters Steuer gesetzt und
damit sich und andere gefährdet. Angelegte Sicherheitsgurte könnten
jedes Jahr europaweit 2.500 Menschenleben retten. Diese Ergebnisse
haben auch unmittelbare Auswirkungen auf das vierte
Verkehrssicherheitsaktionsprogramm, das derzeit in der Europäischen
Kommission erarbeitet wird.

Europas Todesursache Nummer 1: Überhöhte Geschwindigkeit
Ungefähr ein Drittel aller tödlichen Unfälle innerhalb der EU ist auf
nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Vor
allem auf Landstraßen und im innerstädtischen Bereich ist die
Bereitschaft, sich an Tempo-Limits zu halten, europaweit gering. Die
meisten Schnellfahrer auf Freilandstraßen gibt es in Dänemark und
Polen: Mehr als 70 Prozent der Autofahrer überschreiten dort das
Limit. Die höchste Bereitschaft, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf
Freilandstraßen einzuhalten, besteht hingegen in Tschechien,
Österreich, Frankreich und der Schweiz: Der Prozentsatz der
Autofahrer, die schneller als erlaubt unterwegs sind, ist jeweils
geringer als 30 Prozent.
Im innerstädtischen Bereich sind die Tschechen die Vorreiter: 80
Prozent der Autofahrer beachten die Geschwindigkeitslimits.
Schlusslicht sind hingegen die polnischen Autofahrer: Hier beachten
nur 20 Prozent die vorgegebenen Temporegeln. Österreich liegt dabei
eher im unteren Feld: 70 Prozent der Pkw-Lenker überschreiten die
Höchstgeschwindigkeit in Tempo-30-Zonen, 51 Prozent fahren im
Ortsgebiet schneller als 50 km/h.
"Maßnahmen, die grundsätzlich zu einer Verbesserung bei der
Einhaltung der Tempo-Limits geführt haben, sind Radarboxen und
Section Control. Vor allem in Frankreich konnte eine deutliche
Reduktion der Geschwindigkeitsübertretungen aufgrund flächendeckender
Ausstattung mit Überwachungskameras erreicht werden", sagt Othmar
Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). So
konnte zwischen 2001 und 2009 in Frankreich mit der Einführung
automatischer Videoüberwachungssysteme auf allen Straßentypen eine
Reduktion der Durchschnittsgeschwindigkeit um 10 km/h sowie eine
Reduktion der Getöteten um 31 Prozent erreicht werden. "Die stärkere
Kontrolle mithilfe von Radarboxen hat einen langfristigen Effekt auf
das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer. Und in Kombination mit
höheren Strafen und Bewusstseinskampagnen kann überhöhter
Geschwindigkeit als Todesursache Nummer 1 im Straßenverkehr
erfolgreich entgegengewirkt werden", betont Thann.

Alkohol tötet
Bei zumindest 20 Prozent aller im europäischen Straßenverkehr
Getöteten spielt Alkohol am Steuer eine Rolle. Besonders
eindrucksvolle Rückgänge konnten seit dem Jahr 2000 in Tschechien,
Belgien und Frankreich verzeichnet werden. Eine Zunahme an tödlichen
Alkoholunfällen gab es hingegen in Italien und Rumänien mit
durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr. Österreich liegt mit einem
Rückgang von durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr im Mittelfeld.
"Die kontinuierlich rückläufigen Unfallzahlen bei tödlichen
Alkoholunfällen in Österreich zeigen, dass die gesetzten Maßnahmen
wirken. Mit der Kombination aus Strafverschärfung, höherer
Überwachungsdichte dank der Alkoholvortestgeräte und
bewusstseinsbildender Maßnahmen wie etwa Verkehrscoaching und
Nachschulungen sind wir auf dem richtigen Weg. Gerade jetzt dürfen
wir aber nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen in diese
Richtung weiterarbeiten", erklärt Thann.

Herausforderung Nummer 3: Gurtanlegequote
Schätzungen zufolge hat der angelegte Sicherheitsgurt in den
vergangenen 50 Jahren rund einer Million Menschen in Europa das Leben
gerettet. Die höchsten Tragequoten weisen Autofahrer in Frankreich,
Deutschland, Schweden und Großbritannien auf: Der Anteil der
Pkw-Lenker, die sich mit einem Gurt schützen, beträgt in diesen
Ländern 95 Prozent oder mehr. In Österreich schnallen sich nur rund
90 Prozent der Autolenker an. Wahre Anschnallmuffel sind aber Ungarn,
Slowaken, Griechen und Italiener: Hier liegt die Gurtanlegequote
unter 80 Prozent, d.h. jeder fünfte Autolenker (und mehr) ist nicht
angegurtet. "In Österreich konnten wir in den vergangenen Jahren
einen deutlichen Anstieg bei der Gurtanlegequote erreichen.
Allerdings ist immer noch mehr als jeder zehnte Pkw-Lenker ohne
schützenden Gurt unterwegs und setzt sich so einem unnötigen und
hohen Verletzungsrisiko aus", betont Thann.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
mailto:[email protected]
www.kfv.at

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