- 04.05.2010, 17:03:11
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Wirtschaft braucht positive Signale des Aufbruchs
Konstituierende Sitzung des Wirtschaftsparlaments: KommR Julius Schmalz zum Präsidenten der WK Salzburg gewählt

Salzburg (OTS) - KommR Julius Schmalz wurde Dienstagnachmittag in
der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments von den
Delegierten zum Präsidenten der WK Salzburg gewählt. Der Präsident
der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Christoph Leitl, nahm die
Angelobung vor. Zur Wahl des Präsidenten waren auch Landeshauptfrau
Mag. Gabi Burgstaller und LHStv. Dr. Wilfried Haslauer, die
Präsidenten anderer Kammern und Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens gekommen.
Eingebracht vom Wirtschaftsbund, lag ein einziger Wahlvorschlag
für die Besetzung des Präsidiums vor. Diesem Wahlvorschlag traten die
Delegierten aller anderen wahlwerbenden Gruppen - Wirtschaftsliste
Salzburg - Haigermoser (RFW), Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband
Salzburg, Gemeinsame Liste der Salzburger Industrie, Gemeinsame Liste
der Salzburger Banken und Versicherungen und Grüne Wirtschaft - bei.
Da kein weiterer Wahlvorschlag eingebracht wurde, wurden die im
Wahlvorschlag genannten Personen gemäß den kammerrechtlichen
Bestimmungen als gewählt erklärt. In Statements nach dem Wahlakt
erklärten alle VertreterInnen der wahlwerbenden Gruppen ihre
Bereitschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit.
Neu im Präsidium: Dr. Peter Unterkofler und Andrea Stifter
Neu ins Präsidium der WKS, dem wie bisher Vizepräsident KommR Mag.
Peter Genser und, kooptiert, Vizepräsident KommR Helmut Haigermoser
angehören werden, zog Dr. Peter Unterkofler (Jakoby Pharmazeutika AG,
Hallein) ein. Ebenso wird die Touristikunternehmerin Andrea Stifter
(Vorderegger Reisen, Zell am See) auf Vorschlag des Wirtschaftsbundes
in das Präsidium kooptiert.
Andrea Stifter, am 18. März 1957 in Neukirchen am Großvenediger
geboren, ist gelernte Touristikkauffrau. Nach Auslandsaufenthalten
stieg sie 1980 in den elterlichen Betrieb ein, wo sie das
Reisebürogeschäft von Grund auf erlernte. Die frühere aktive
Ski-Rennläuferin ist seit Juli 2003 Geschäftsführerin der Vorderegger
GmbH. Andrea Stifter ist seit 1995 als Funktionärin in der Fachgruppe
Reisebüros tätig, seit Juni 2005 auch auf Fachverbandsebene. 2005
wurde die neue Vizepräsidentin der WKS in die Spartenleitung der
Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und ins Wirtschaftsparlament
berufen.
Dr. Peter Unterkofler, Mitglied der Geschäftsleitung der Jakoby
Pharmazeutika AG in Hallein, wurde am 16. Februar 1973 geboren. Nach
dem Besuch des Gymnasiums in Salzburg studierte Dr. Unterkofler
Rechtswissenschaften in Wien und absolvierte ein
Post-Graduate-Studium an der London School of Economics. Seit 2003
ist Unterkofler Mitglied der Geschäftsleitung bei der Jakoby
Pharmazeutika AG, ein mittelständischer Konzern mit rund 480
Mitarbeitern und rund 210 Mill. Euro Umsatz und Niederlassungen in
Klagenfurt, Hohenems, Budapest und Maribor. Der neue Vizepräsident
der WKS ist seit 2005 im Wirtschaftsparlament der WKS vertreten und
ebenfalls seit 2005 Vorsitzender der Jungen Industrie Salzburg.
Konkrete Schritte gegen schrankenlose Finanzspekulation gefordert
WKS-Präsident Schmalz erneuerte in seiner Antrittsrede die
Einladung, den bewährten "Salzburger Weg" der Wirtschaftskammer
weiterzugehen. Dieser sei durch Wertehaltung wie dem Eintreten für
eine "Humane Marktwirtschaft" und einer Ausrichtung der
Wirtschaftskammer als "starker Player" in der Bildungs- und
Standortpolitik gekennzeichnet. "Die WKS steht für Standhaftigkeit
und Gesprächsbereitschaft, für Sachlichkeit und pragmatische
Lösungen, ohne Prinzipien und Standpunkte über Bord zu werfen." Die
Praxis des "Erweiterten Präsidiums", bei dem alle wahlwerbenden
Gruppen eingebunden sein werden, werde fortgesetzt.
Vehement sprach sich der neu gewählte Wirtschaftskammerpräsident
für "Fairness gegenüber der Realwirtschaft" aus, denn es sei
unerträglich, dass die Realwirtschaft auch in Zukunft den Schocks
ausgeliefert sei, die von unverantwortlichen Finanzjongleuren
ausgelöst würden. Es brauche endlich transparente Verhältnisse auf
den internationalen Finanzmärkten und ein klares Reglement, was
ökonomisch und gesellschaftlich verträglich sei. "Wir erwarten uns
konkrete Schritte gegen die Schrankenlosigkeit der internationalen
Spekulation!" Schmalz sprach sich dafür aus, die Spekulation auf
Rohstoffe und Lebensmittel zu verbieten.
Die Zeit ist reif für einen "Zukunftspakt"
Der wiedergewählte Präsident der WK Salzburg warnte in seiner Rede
gleichfalls vor einer sich aufbauenden Stagnations- und
Schuldenspirale, weil die Politik die falschen Konsequenzen aus der
Krise ziehe. "Das Pferd wird von der falschen Seite aufgezäumt. Es
ist brandgefährlich, bei der Sanierung der Staatsfinanzen fast nur
auf Steuereinnahmen zu setzen, ohne Reformen anzugehen." Schmalz
empfahl der Bundesregierung, "kapitale Fehler" zu korrigieren. Allein
die Zurücknahme des sog. "Anti-Inflationsprogramms" vom September
2008 (Hacklerpension u. a.) bringe budgetären Spielraum.
"Grundsätzlich gilt: Bevor wir über Steuererhöhungen reden, müssen
wie über Sparpotenziale und Reformen reden! Ich appelliere an Politik
und Sozialpartner: Die Zeit ist reif für eine Reform- und
Erneuerungsgemeinschaft, die das Ganze im Auge hat, die gemeinsam
alles unternimmt, um aus der Schulden- und Krisenfalle
herauszukommen", trat Schmalz für einen "Zukunftspakt" ein. Eine
Absage erteilte der Präsident einer von den Gewerkschaften ins Spiel
gebrachten Arbeitszeitverkürzung, einer Verschlechterung der
Gruppenbesteuerung oder generell Parolen "gegen die Reichen". "Wer
jetzt auf Klassenkampf setzt, höhlt eine der wichtigsten
Zukunftsressourcen Österreichs aus, die Gesprächsfähigkeit zwischen
den Interessenverbänden. Es gibt keinerlei Anlass, diese
österreichische Tugend ausgerechnet in der Krise zu entsorgen."
Das Land Salzburg habe sich in der Krise tapfer geschlagen, meinte
Schmalz, auch dank der guten Abstimmung zwischen Landespolitik und
Wirtschaftskammer bzw. den Sozialpartnern und der Bereitschaft der
Betriebe, ihre Mitarbeiter zu halten. Aber auch Salzburg habe
Wachstumsbremsen zu lösen, etwa bei Infrastrukturmaßnahmen und in der
Bürokratie: "1,8 Mill. Euro an Kosten für die Einreichunterlagen und
38.000 Kopien, um in Salzburg eine Seilbahnverbindung zu bauen! Das
sind teure Hürden, die vor der Zukunft abmauern." Salzburgs
Wirtschaft brauche jedoch ein Klima des Aufbruchs, der positiven
Signale, der Ermutigung. "Das wird für uns alle auf Landesebene eine
Aufgabe für die kommenden fünf Jahre!"
Bildtexte:
Das Präsidium der Wirtschaftskammer Salzburg gemeinsam mit
WKÖ-Präsident Leitl und der Spitze der Landesregierung (v. l.):
WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl, Vizepräsident KommR Mag. Peter
Genser, Präsident KommR Julius Schmalz, Landeshauptfrau Mag. Gabi
Burgstaller, Vizepräsident Dr. Peter Unterkofler und LHStv. Dr.
Wilfried Haslauer. Nicht im Bild Vizepräsident KommR Helmut
Haigermoser und Vizepräsidentin Andrea Stifter.
Foto: Neumayr
KommR Julius Schmalz wurde in der konstituierenden Sitzung des
Wirtschaftsparlaments von den Delegierten zum neuen Präsidenten der
WK Salzburg gewählt. WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl (rechts)
gratulierte dem neu gewählten Präsidenten.
Foto: Neumayr
Neu ins Präsidium der WK Salzburg zogen als Vizepräsidenten Dr.
Peter Unterkofler und Andrea Stifter ein.
Fotos:
Unterkofler/Foto: Neumayr
Stifter/Foto: WB
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Rückfragehinweis:
Dr. Kurt Oberholzer
Wirtschaftskammer Salzburg, Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
mailto:[email protected]
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