• 04.05.2010, 11:43:23
  • /
  • OTS0156 OTW0156

Lebenshilfe fordert zum 5. Mai: Neues Bewusstsein für die Rechte behinderter Menschen

"Wir gehören dazu!" Protestmarsch in Wien, Aktionen in den Bundesländern

Inklusion lohnt sich, weil Barrieren verschwinden.

Wien (OTS) - Die Lebenshilfe macht am 5. Mai den Europäischen
Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zum Tag
der Inklusion. Dazu starten Aktionen in Wien, Niederösterreich,
Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Vorarlberg.
"Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Gleichstellung",
erklärt Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber und
ergänzt: "Selbstbestimmung und Teilhabe müssen nicht erbettelt
werden. Wir können sie einfordern! Dieses Rechtsbewusstsein hat sich
in unserer Gesellschaft noch nicht etabliert." Weber verweist auf die
UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2008 in Österreich gilt und
in der Inklusion als Menschenrecht verankert ist.

In Wien werden Menschen mit und ohne Behinderungen in einem
Protestmarsch zum Rathaus auf die Benachteiligung von Menschen mit
intellektueller Behinderung aufmerksam machen. ""Wir wollen unser
Leben selbst bestimmen! Vieles behindert uns, zum Beispiel eine
schwer verständliche Sprache oder das Vorurteil, dass wir nichts
können", beklagt sich Heide Tomacek, eine Frau mit
Lernschwierigkeiten bei der Lebenshilfe Wien. "Daher wollen wir am 5.
Mai den Politikern im Rathaus und allen Menschen in Wien sagen: Wir
gehören dazu! Und wir können etwas leisten, wenn wir richtig
unterstützt werden!"

Weber: "Es geht uns nicht um Versorgung und Förderung allein. Die
Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Mitwirkung und
Teilhabe in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, angefangen vom
Kindergarten, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein bis zum
Seniorentreff. Die Lebenshilfe will erreichen, dass Menschen mit
Behinderungen von Geburt an mitten in unserer Gesellschaft leben
können."

Die größten Stolpersteine liegen im Gesetz

Auf die politische Tagesordnung gehören Gesetzesänderungen wie die
Verpflichtung zum gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne
Behinderung über die Unterstufe hinaus sowie die Teilhabe am
Arbeitsleben mit sozialversicherungsrechtlicher Absicherung, die
Menschen mit Behinderungen einen Anspruch auf eine eigene
Alterspension gibt. Kleine Wohneinheiten und inklusive
Dienstleistungen wie mobile Dienste sind die Vorraussetzungen für ein
selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft.

Aktionen unter dem Motto "Vielfalt als Chance! Inklusion lohnt sich."

Aktionen der Lebenshilfe finden morgen in sieben Bundesländern von
Wiener Neustadt bis Bregenz statt. Frühstücksaktionen, eine
Flaschenpost, Podiumsdiskussionen und Protestmärsche bringen Menschen
mit und ohne Behinderungen miteinander ins Gespräch. Der Dialog soll
zeigen, dass ein Miteinander viele Vorteile bringt wie neue
Lebenserfahrungen und Perspektiven. "Wir gehen auf die Menschen zu,
um Berührungsängste abzubauen. Die Leute sollen erkennen, dass
Menschen mit Behinderungen leben wollen wie andere auch. Nützen wir
die Vielfalt als Chance!", so Weber abschließend.

Termine am 5. Mai 2010:

Wien: 10:30 Uhr Sammelpunkt Protestmarsch beim Rathaus,
Friedrich-Schmidt-Platz mit PolitikerInnen. Zum Gespräch stehen zur
Verfügung: Mag. Bernhard Schmid (Generalsekretär Lebenshilfe Wien),
Heide Tomacek (Sprecherin für Menschen mit Behinderungen)

Niederösterreich: ab 9 Uhr Wiener Neustadt Hauptplatz: Infoaktion,

Oberösterreich: 10 Uhr Vöcklabruck, Stadtplatz: Kundgebung

Steiermark: 10 Uhr Radkersburg Jugendgästehaus Tieschen, Graz,
Feldbach, Trofaiach, Leoben, Judenburg

Kärnten: 10 Uhr Klagenfurt City Arkaden: Flaschenpost

Salzburg: ab 10.00 Uhr St. Virgil: Podiumsdiskussion

Vorarlberg: ab 10 Uhr Bregenz, Dornbirn, Feldkirch:
Frühstücks-Aktionen in Lebens.ART-Geschäften

Inklusion bedeutet, die Vielfalt in der Gesellschaft zu leben und
keinen Menschen aufgrund von Behinderung, sexueller Orientierung,
Herkunft oder Religion auszugrenzen. Das Ziel der Lebenshilfe
Österreich ist es, gemeinsam mit ihren Mitgliedern das Recht auf
Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit intellektueller
Behinderung durchzusetzen. Die Lebenshilfe begleitet rund 10.000
Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und
Freizeit in jedem Lebensalter. Information unter www.lebenshilfe.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Lebenshilfe Österreich
Mag. (FH) Eva Schrammel
Tel.: 01/812 26 42 - 79 oder 0664/88 43 1996
mailto:[email protected]
www.lebenshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBH

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel