- 03.05.2010, 11:57:50
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ÖBB-BILANZ 2009 - TROTZ GEGENWIND GUT UNTERWEGS
Wien (OTS) - Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen
Geschäftsjahr 2009 weist einen Ertragszuwachs im Personenverkehr,
aber bedingt durch die Wirtschaftskrise Rückgänge im Güterverkehr
auf. Die Rail Cargo Austria AG konnte vom Umsatzrückgang in Höhe von
rd. 500 Mio. EUR ca. 400 Mio. EUR durch Maßnahmen auffangen. "Die
Anzahl der Reisenden ist, bereinigt um die EURO-Verkehre, nahezu
unverändert geblieben, die Erträge konnten im Teilkonzern
Personenverkehr um 36,7 Mio. EUR auf 2.140,4 Mio. EUR gesteigert
werden. Im Güterverkehr mussten wir aufgrund der Wirtschaftskrise
einen Rückgang von rd. 10 Mio. Tonnen auf 88,4 Mio. Tonnen hinnehmen.
Das Ergebnis des Konzerns ist mit rd. 121 Mio. EUR positiv", sagt
Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG. Die
ÖBB-Infrastruktur AG hat 2009 soviel wie nie zuvor in den Erhalt und
Ausbau des Schienennetzes investiert. Insgesamt wurden rd. 2,2 Mrd.
EUR in die Bahn-Infrastruktur investiert, davon rd. 1,6 Mrd. EUR in
Neu- und Ausbauprojekte und rd. 570 Mio. EUR für die Verbesserung und
Beschleunigung des bestehenden Streckennetzes.
EBIT: Steigerung auf 314 Mio. Euro
Die Gesamterträge sind 2009 um 83,4 Mio. EUR auf 5.747,6 Mio. EUR
gesunken (2008: 5.831 Mio. EUR). Dem gegenüber steht aber ein
deutlicher Rückgang der Materialaufwendungen und bezogenen
Leistungen: Diese konnten von 2.083 Mio. EUR im Jahr 2008 um rd. 178
Mio. EUR auf 1.905 Mio. EUR im Jahr 2008 reduziert werden. Die
Personalkosten sind aufgrund Rückstellung für die a.t.
Fahrbegünstigung und für das Pflegegeld und vor allem dem Hinzukommen
der Rail Cargo Hungaria Zrt. leicht angestiegen: von 2.303 Mio. EUR
im Jahr 2008 auf 2.329 Mio. EUR im Jahr 2009. Der Personalaufwand
konnte jedoch unter Berücksichtigung dieser Sondereffekte gegenüber
dem Vorjahr gesenkt werden. Die AFA ist mit 578,5 Mio. EUR deutlich
niedriger als im Vorjahr. 2008 war von hohen Wertberichtigungen
gekennzeichnet. Für 2009 ergibt sich ein gegenüber 2008 deutlich
verbessertes EBIT von rd. 314 Mio. EUR (2008: 6 Mio. EUR)
Der richtige Zeitpunkt: Die Auflösung der PCDS/CDO- Finanzgeschäfte
?Die ÖBB haben 2005 mit der Deutschen Bank Finanzgeschäfte (so
genannte CDO) in Höhe von 612,9 Mio. EUR abgeschlossen. "Damit haben
die ÖBB die Deutsche Bank gegen Kreditausfälle versichert. Angesichts
der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist das Risiko für
Kreditausfälle deutlich gestiegen", erläutert Josef Halbmayr,
Vorstandsdirektor für Finanzen der ÖBB-Holding AG, den Hintergrund
dieser Transaktionen. Die PCDS/CDO-Geschäfte konnten im Jänner 2010 -
noch ergebniswirksam für 2009 - beendet werden. Damit ist es gelungen
sämtliche Risken zu beseitigen. Da in der Bilanz 2008 bereits eine
Rückstellung in Höhe von etwa 600 Mio. EUR dotiert wurde und der
realisierte Verlust nun deutlich niedriger ausgefallen ist, kann im
Jahresabschluss 2009 ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von rd. 300
Mio. EUR verbucht werden, was im deutlich verbesserten Finanzergebnis
2009 sichtbar ist.
Personenverkehr: Gesamterträge + 2%
"Im Personenverkehr konnten", bereinigt um die Verkehre während der
EURO 2008, "im Vorjahr in etwa die gleichen Fahrgastzahlen
verzeichnet werden. Dies ist aufgrund der Wirtschaftskrise sehr
erfreulich" berichtet Franz Seiser, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding
AG für die Bereiche Personen- und Güterverkehr.
Auf den Nahverkehr entfielen 173 Mio. Reisende, auf den Fernverkehr
33 Mio. Reisende. Die Fahrgastzahlen der ÖBB-Postbus GmbH blieben mit
247 Mio. Passagieren stabil auf dem bereits hohen Vorjahresniveau.
Davon wurden 9 Mio. Reisende in Tschechien durch das
Postbus-Tochterunternehmen ?SAD transportiert.
Der Marktanteil der ÖBB im öffentlichen Personenverkehr belief sich
ohne Berücksichtigung des innerstädtischen Verkehrs auf rund 90 %.
Besonders deutliche Steigerungen von bis zu plus 18 % gab es durch
die neue Angebote in Tirol, Oberösterreich und Salzburg und im
EURregio-Verkehr in die östlichen Nachbarstaaten mit bis zu plus 34
%. Beim gemeinsam mit der Flughafen Wien AG betriebenen City Airport
Train (CAT) wurden die Fahrgastzahlen auf rd. 1,2 Mio. gesteigert.
Die Zahl der VORTEILScard-Kunden ist 2009 von 1,69 Mio. auf über 1,73
Mio. Personen gestiegen.
railjet, die neue Qualität im Fernverkehr
Im Laufe des Jahres 2009 kamen insgesamt 19 railjet-Garnituren auf
Schiene. Damit konnten zusätzliche Verbindungen von Budapest nach
München und erstmalig von Wien nach Zürich angeboten werden. Das neue
Premium-Produkt findet bei den ÖBB-Kunden großen Anklang.
Im Jahr 2009 wurden mehr als 200 Mio. EUR in die Modernisierung des
Fuhrparks investiert, um Bahn?fahren noch attraktiver für die Kunden
zu machen.
RCA: in Krise stärker geworden
Trotz Umsatzeinbußen hat die Rail Cargo Austria AG im internationalen
Vergleich gewonnen. Die ÖBB-Güterverkehrstochter hat von allen
europäischen Bahnen im Jahr der Wirtschaftskrise das beste Ergebnis
geliefert. RCA ist heute die zweitstärkste Güterbahn Europas und die
Nummer 1 in Mittel- und Südosteuropa. Die Internationalisierung wurde
und wird weiter voran getrieben: neben Österreich fährt RCA in
Ungarn, Italien, Slowenien und Rumänien mittlerweile mit eigenen
Zügen. Mit dem Projekt "Joining Forces" wurde die MAV Cargo optimal
in den Konzern eingebunden und im März 2010 in Rail Cargo Hungaria
Zrt. umbenannt. Die Synergieeffekte zwischen Rail Cargo Austria und
Rail Cargo Hungaria haben 2009 rd. 20 Mio. EUR gebracht und werden in
den nächsten Jahren auf bis zu 50 Mio. EUR wachsen.
Sehr erfreulich war das Ergebnis auf der rollenden Landstraße (ROLA)
am Brenner: 225.000 LKW wurden dort auf der Schiene 2009
transportiert - das bedeutet ein Plus von 12,5 % zum Rekordjahr 2008.
Rail Cargo Austria hat die Krise als Chance genutzt, interne
Strukturen verbessert, die internationale Produktion ausgeweitet und
sich am Markt optimal positioniert. Die Prognosen für das
Geschäftsjahr 2010 sind optimistisch. So konnte beispielsweise die
ROLA am Brenner im ersten Quartal 2010 eine Steigerung von 17 % im
Vergleich zu 2009 verbuchen. Im konventionellen Wagenladungsverkehr
zeichnet sich im strategischen Geschäftsfeld Cargo & Logistik in
Teilbereichen ein starker Aufwärtstrend ab. Alleine im Monat April
konnte im Bereich Montan ein Anstieg des Transportvolumens von über
40% im Vergleich zum Vorjahr registriert werden. Zurückzuführen ist
dies zum Teil auch auf massive Lageraufstockungen mit Rohstoffen.
Infrastruktur aus einer Hand
Rückwirkend mit 1. Jänner 2009 wurden die ÖBB-Infrastruktur Betrieb
AG und die ÖBB-Infrastruktur Bau AG in eine gemeinsame Gesellschaft -
die ÖBB-Infrastruktur AG - verschmolzen. Damit wurde zusammengeführt,
was aus der Logik des Systems Bahn zusammengehört: die Planung und
Finanzierung, der Bau, die Bereitstellung, die Betriebsführung und
die Erhaltung des gesamten ÖBB-Streckennetzes erfolgen jetzt aus
einer Hand. Knapp 18.000 Mitarbeiter sind für 5.700 km Bahnstrecken,
fast 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen, über 200 Mio. m2
Grundstücksflächen und zehn Wasserkraftwerke des ÖBB-Konzerns im
Einsatz. Sie leiten täglich mehr als 4.500 Personenzüge und über
2.000 Güterzüge sicher und effizient durch das Streckennetz der
ÖBB-Infrastruktur AG.
Offensive für moderne Infrastruktur und sauberen Bahnstrom
Im Jahr 2009 hat die ÖBB-Infrastruktur AG soviel wie nie zuvor in den
Erhalt und Ausbau des Schienennetzes investiert. Insgesamt wurden rd.
2,2 Mrd. EUR in die Bahn-Infrastruktur investiert, davon rd. 1,6
Mrd. EUR in Neu- und Ausbauprojekte und rd. 570 Mio. EUR für die
Verbesserung und Beschleunigung des bestehenden Streckennetzes. Der
Fokus der Investitionstätigkeit liegt dabei auf Leistungs?steigerung
und Kapazitätserhöhung der Infrastruktur. So konnten z. B die
Arbeiten zur Reaktivierung der Tullner Westschleife abgeschlossen
werden samt der Generalsanierung der Tullner Donaubrücke. Auch die
Bahnhofsoffensive für die Modernisierung und Barrierefreiheit von
Verkehrsstationen wurde mit dem Umbau der Großbahnhöfe Wien West, St.
Pölten Hauptbahnhof und Salzburg Hauptbahnhof sowie mit dem Neubau
des Hauptbahnhof Wien fortgesetzt.
Im Geschäftsbereich Kraftwerke wurde 2009 die Ausbauoffensive für
ÖBB-Kraftwerksanlagen fortgesetzt. Bis 2016 sollen rd. 700 Mio. EUR
in die Effizienzsteigerung und den Neubau von Kraftwerksanlagen zur
Bahnstrom-Erzeugung investiert werden. 2009 wurden dafür zwei
wichtige Meilensteine erreicht: die Inbetriebnahme des Umrichterwerks
Timelkam und die Einreichung des neuen Kraftwerks Tauernmoos zur
Umwelt?verträglichkeitsprüfung.
Erfolgreiche Positionierung am Kapitalmarkt
Die ÖBB-Infrastruktur AG (vormals: die ÖBB-Infrastruktur Bau AG und
ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG) zählt seit 2005 zu den größten
Anleihenemittenten Österreichs. Zur Finanzierung der
Infrastruktur-Investitionen wurden in Summe wurden seither 23
Anleihen in Höhe von insgesamt 7,2 Mrd. EUR erfolgreich am
Kapitalmarkt begeben. Im Jahr 2009 wurden Anleihen in Höhe von rd.
1,4 Mrd. EUR platziert. Aufgrund der großen volkswirtschaftlichen
Bedeutung der Bahn-Infrastruktur sichert die Republik Österreich die
Finanzierung der Investitionen mit einer Bundeshaftung ab und trägt
70 % der Zinsen und Tilgung, verteilt auf Annuitäten von 30 Jahren.
Dank der Bundeshaftung genießt die ÖBB-Infrastruktur AG hervorragende
Bonität und ein Top-Rating (AAA bzw. Aaa).
Auswirkungen der Wirtschaftskrise
Im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG waren 2009 23
Eisenbahnverkehrsunternehmen unterwegs, wovon 19 nicht dem
ÖBB-Konzern angehören. Die Wirtschaftskrise führte im Geschäftsjahr
2009 zu einem Rückgang von Transportaufträgen und Tonnagen im
Güterverkehr, der nur teilweise durch Zuwächse im Personenverkehr
kompensiert werden konnte. Das führte zu einem Rückgang des
Infrastrukturbenutzungsentgelts auf 422,0 Mio. EUR (2008: 439,0 Mio.
EUR). Der Ergebnisrückgang konnte durch umfangreiche Sparmaßnahmen
großteils ausgeglichen werden.
MitarbeiterInnen-Stand leicht rückläufig, Frauen und Lehrlinge am Zug
Per Jahresende 2009 arbeiteten 45.186 MitarbeiterInnen im
ÖBB-Konzern, um 1.114 Mitarbeiter unter Berücksichtigung der Rail
Cargo Hungaria Zrt. und sonstiger neuen Beteiligungen weniger als
Ende 2008. Die Zahl der Lehrlinge stieg von 1.424 auf 1.581 zu
Jahresende 2009 (+11 %). Insgesamt bildet der ÖBB-Konzern Jugendliche
in 22 Lehrberufen aus. Von den technischen Lehrlingen konnten nach
Abschluss der Ausbildung rund 60% in ein fixes Dienstverhältnis
übernommen werden, bei den kaufmännischen Lehrlingen waren es rund
90%.
2010 - das Jahr der Umsetzungen
Die Wirtschaftskrise wird sich aus derzeitiger Sicht auch im heurigen
Jahr stark bemerkbar machen. Die Talsohle im Güterverkehr ist
durchschritten, die Rail Cargo Austria AG wird ihre
Südosteuopa-Strategie weiterführen und neue Märkte erschließen und
Marktchancen nutzen. Das Bündeln von Zügen führt zu einer besseren
Auslastung in Österreich. Im Personenverkehr wird die
Qualitätsoffensive fortgesetzt und das Produkt railjet ausgeweitet.
Ein besonderes Augenmerk wird im Jahr 2010 auf Qualität und
Kundeninformation gelegt. Im gesamten Konzern wird das 2009
beschlossene Restrukturierungsprogramm umgesetzt.
Wichtig wird auch die Möglichkeit zum flexiblen Einsatz von
Mitarbeitern sein.
In Abstimmung mit dem Betriebsrat wird daher an einem
Verlagerungskonzept im Personalbereich gearbeitet.
Den ÖBB-Geschäftsbericht 2009 und das Handout zur
Bilanz-Pressekonferenz finden Sie zum Download unter:
http://www.oebb.at/holding/de/Pressecorner/Presseinformationen/index.
jsp
Rückfragehinweis:
Alfred Ruhaltinger
ÖBB-Holding AG
Leiter Externe Kommunikation
Tel.: 01/93000-44279
Mail: [email protected]
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