• 30.04.2010, 14:41:36
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OEGGG weist Kritik an Krebsvorsorge zurück

Pap-Abstrich schützt vor Gebärmutterhalskrebs - Mehr als zwei Drittel weniger Neuerkrankungen durch Vorsorge

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer sendet für die
Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtenhilfe
(OEGGG):

Mit Besorgnis reagiert die Österreichische Gesellschaft für
Gynäkologie und Geburtenhilfe (OEGGG) auf aktuelle Medienberichte
(z.B. Profil vom 19.04.10), welche die Krebsvorsorge am
Gebärmutterhals durch den Pap-Test in Österreich in Frage stellen.

Richtig ist, so der Präsident der OEGGG, Univ.-Doz. Prim. Dr. Walter
Neunteufel, dass Ernst Navrathil der Grazer Frauenklinik als einer
der ersten Wissenschaftler in Europa und als der erste Gynäkologe in
Österreich den Pap-Test nach dem 2. Weltkrieg zur Krebsvorsorge
unserer weiblichen Bevölkerung einführte. Wie der Präsident weiter
mitteilt, entwickelte sich seither der Pap-Test zur effektivsten
Krebsvorsorgeuntersuchung in Österreich und weltweit. So sank die
Rate an Krebsneuerkrankungen am Gebärmutterhals in Österreich von
19,2/100.000 Frauen im Jahre 1983 auf 6,0/100.000 Frauen im Jahre
2007.

Richtig ist auch, so betont der Leiter des Dysplasiezentrums und des
Zytologischen Laboratoriums der Universitätsfrauenklinik Graz, Univ.
Prof. Dr. Olaf Reich, dass es in Europa aufgrund unterschiedlicher
Formen der Organisation der Krebsvorsorge und einer wechselnd hohen
Teilnehmerrate am Pap-Screening trotz Vorsorge noch deutliche
Unterschiede in der Häufigkeit der Diagnose des Zervixkarzinoms gibt.
Weitere gerechtfertigte Kritikpunkte sind die in zahlreichen
wissenschaftlichen Studien bestätigte eingeschränkte Sensitivität und
Reproduzierbarkeit des Pap-s. Dies bedingt, dass nur aus der
jährlichen Wiederholung des Pap-s und durch Kombination mit anderen
diagnostischen Verfahren wie der Kolposkopie eine diagnostische
Sicherheit erwächst. Diese jährlichen Wiederholungen können
wirtschaftlich als Kostentreiber wahrgenommen werden.

Dr. Gerhard Hochmaier verweist für den Vorstand der OEGGG auf
zahlreiche Bemühungen zur Optimierung der Zervixkarzinomfrüherkennung
in Österreich. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur
Qualitätssicherung des konventionellen Pap-s und Initiativen zur
Erhöhung der Teilnehmerrate am Sreening.

Den Blick in die Zukunft gerichtet betonen die Autoren, dass
Fortschritte in der sekundären Prävention des Zerixkarzioms
möglicherweise zukünftig durch den Einsatz neuer diagnostischer
Verfahren erreicht werden können. Die Entscheidung, durch welche
neuen Technologien die Krebsfrüherkennung profitieren könnte, hängt
wesentlich von einer unabhängigen Evaluierung und des
wissenschaftlichen Nachweises einer medizinischen- und
Kosteneffektivität ab. Auf jeden Fall müssen den
Untersuchungseinrichtungen in Österreich auch in Zukunft ausreichende
Mittel zugeteilt werden, damit die Krebsvorsorge weiterhin nach dem
neuesten Stand der Medizin durchgeführt werden kann.

Rückfragehinweis:
Für den Vorstand der OEGGG:
Univ.-Doz. Prim. Dr. Walter Neunteufel (e-mail: [email protected])
Univ.-Prof. Dr. Olaf Reich (e-mail: [email protected])
Dr. Gerhard Hochmaier (e-mail: [email protected])

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