OEGGG weist Kritik an Krebsvorsorge zurück

Pap-Abstrich schützt vor Gebärmutterhalskrebs - Mehr als zwei Drittel weniger Neuerkrankungen durch Vorsorge

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer sendet für die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtenhilfe (OEGGG):

Mit Besorgnis reagiert die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtenhilfe (OEGGG) auf aktuelle Medienberichte (z.B. Profil vom 19.04.10), welche die Krebsvorsorge am Gebärmutterhals durch den Pap-Test in Österreich in Frage stellen.

Richtig ist, so der Präsident der OEGGG, Univ.-Doz. Prim. Dr. Walter Neunteufel, dass Ernst Navrathil der Grazer Frauenklinik als einer der ersten Wissenschaftler in Europa und als der erste Gynäkologe in Österreich den Pap-Test nach dem 2. Weltkrieg zur Krebsvorsorge unserer weiblichen Bevölkerung einführte. Wie der Präsident weiter mitteilt, entwickelte sich seither der Pap-Test zur effektivsten Krebsvorsorgeuntersuchung in Österreich und weltweit. So sank die Rate an Krebsneuerkrankungen am Gebärmutterhals in Österreich von 19,2/100.000 Frauen im Jahre 1983 auf 6,0/100.000 Frauen im Jahre 2007.

Richtig ist auch, so betont der Leiter des Dysplasiezentrums und des Zytologischen Laboratoriums der Universitätsfrauenklinik Graz, Univ. Prof. Dr. Olaf Reich, dass es in Europa aufgrund unterschiedlicher Formen der Organisation der Krebsvorsorge und einer wechselnd hohen Teilnehmerrate am Pap-Screening trotz Vorsorge noch deutliche Unterschiede in der Häufigkeit der Diagnose des Zervixkarzinoms gibt. Weitere gerechtfertigte Kritikpunkte sind die in zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigte eingeschränkte Sensitivität und Reproduzierbarkeit des Pap-s. Dies bedingt, dass nur aus der jährlichen Wiederholung des Pap-s und durch Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren wie der Kolposkopie eine diagnostische Sicherheit erwächst. Diese jährlichen Wiederholungen können wirtschaftlich als Kostentreiber wahrgenommen werden.

Dr. Gerhard Hochmaier verweist für den Vorstand der OEGGG auf zahlreiche Bemühungen zur Optimierung der Zervixkarzinomfrüherkennung in Österreich. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur Qualitätssicherung des konventionellen Pap-s und Initiativen zur Erhöhung der Teilnehmerrate am Sreening.

Den Blick in die Zukunft gerichtet betonen die Autoren, dass Fortschritte in der sekundären Prävention des Zerixkarzioms möglicherweise zukünftig durch den Einsatz neuer diagnostischer Verfahren erreicht werden können. Die Entscheidung, durch welche neuen Technologien die Krebsfrüherkennung profitieren könnte, hängt wesentlich von einer unabhängigen Evaluierung und des wissenschaftlichen Nachweises einer medizinischen- und Kosteneffektivität ab. Auf jeden Fall müssen den Untersuchungseinrichtungen in Österreich auch in Zukunft ausreichende Mittel zugeteilt werden, damit die Krebsvorsorge weiterhin nach dem neuesten Stand der Medizin durchgeführt werden kann.

Rückfragen & Kontakt:

Für den Vorstand der OEGGG:
Univ.-Doz. Prim. Dr. Walter Neunteufel (e-mail: oeggg@bhs.at)
Univ.-Prof. Dr. Olaf Reich (e-mail: olaf.reich@medunigraz.at)
Dr. Gerhard Hochmaier (e-mail: hochmaier@gmx.net)

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