Karpfinger: Mit EU-Förderungen wird sinnvoll in Infrastruktur investiert

Rübenbauern nicht Profiteure von EU-Zahlungen, sondern sogar Nettozahler

Wien (OTS/AIZ) - Im Zuge der EU-Zuckermarktreform 2006 wurde den heimischen Rübenbauern von der EU eine Förderung von EUR 9 Mio. für die Verbesserung der Rübenlogistik in Österreich zugesagt. Die Reduzierung der Zuckerfabrikstandorte von drei auf zwei in Österreich ab der Ernte 2006 erforderte regional Investitionen zur Aufrechterhaltung einer reibungslosen Rübenablieferung an die dezentralen Übernahmestationen. Die Rübenbauern betreiben gemeinsam mit dem Zuckerindustrieunternehmen Agrana rund 60 Rübenlagerplätze. "Das von der EU zur Verfügung gestellte Geld ist keineswegs ein Einkommensgeschenk an die Rübenbauern, sondern fließt völlig transparent in wichtige Investitionen in die Infrastruktur. Unter anderem gelang es uns mit dem Ausbau von Bahnanschlüssen bei den Rübenlagerplätzen, den Anteil der auf dem Schienenweg in die Fabriken transportierten Rübenmenge von 50 auf rund 60% der durchschnittlich 3 Mio. t jährlichen Ernte beziehungsweise auf 75% der zurückgelegten Transportkilometer zu steigern und damit im Interesse der Umwelt zigtausende Lkw-Fahrten einzusparen", stellte Rübenbauern-Präsident Ernst Karpfinger dazu in einer Aussendung fest. Dies ist auch jederzeit online in der sogenannten Transparenzdatenbank nachvollziehbar.

Alleine im Wirtschaftsjahr bis 28.02.2010 tätigten die Rübenbauern Investitionen von EUR 3,7 Mio. in die Rübenplatzinfrastruktur. Heuer erhalten sie dafür von der EU EUR 3,4 Mio. Laut Karpfinger sind aber schon Investitionen in einem deutlich höheren Ausmaß beschlossen beziehungsweise schon im Laufen. Das heißt, die Rübenbauern sorgen über die von der EU finanzierten Investitionen hinaus aus eigener Tasche für weitere Wirtschaftsimpulse.

"Diese Investitionen stellen natürlich auch einen wichtigen Impuls für die regionale Wirtschaft dar und sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum", so Karpfinger. Auch die Rübenbauern profitieren in der stressigen Erntezeit von der verbesserten Infrastruktur im Übernahmesystem. Die durch die Restrukturierung der europäischen Zuckerwirtschaft notwendige Reduktion der Zuckerfabrikstandorte in Österreich von drei auf zwei Werke führte unter anderem zu einer Verlängerung der Zuckerkampagnen auf über 120 Tage. "Umso wichtiger ist es, die Rüben während so langer Verarbeitungsdauer sachgerecht lagern zu können, um die unvermeidbaren Lagerverluste, die auf Kosten der Erlöse der Bauern gehen, möglichst gering zu halten", betonte Karpfinger. Auch wird den Landwirten etwa durch die flächendeckende elektronische Übermittlung und Abrechnung der Wiegeprotokolle und eine flotte und reibungslose Abwicklung der Rübenübernahme die Arbeit in der stressreichen Erntezeit erleichtert.

Karpfinger: Rübenbauern nicht Profiteure von EU-Zahlungen, sondern Nettozahler

Mit Blick auf die EU relativiert Karpfinger auch, dass die Rübenbauern durch diese Infrastrukturförderung in das Licht eines "Förderkrösus" geraten könnten: "Diese EUR 9 Mio. von der EU sind nur ein Klacks gegen das, was die Rübenbauern an Produktionsabgaben und für die Dotierung des sogenannten Restrukturierungsfonds an die EU-Kasse abliefern mussten und nicht wieder zurückbekommen." Der Rübenbauern-Präsident erinnert dabei daran, dass die EU für EUR 295 Mio. zu viel von der EU-Kommission einkassierter Produktionsabgabe die Zuckerwirtschaft nur mit einer Rückerstattung von EUR 10 Mio. abspeisen will, oder dass in dem von der EU-Zuckermarktreform verordneten Restrukturierungsfonds ein von der Zuckerwirtschaft aufgebrachter Betrag in der Größenordnung von rund EUR 640 Mio. ungenutzt herumliege, der dem allgemeinen EU-Budget zugeschlagen werde.

"In Wahrheit sind die Rübenbauern damit nicht die Profiteure von EU-Zahlungen, sondern sogar Nettozahler an den EU-Haushalt", stellt Karpfinger klar.
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