• 29.04.2010, 13:18:09
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Karpfinger: Mit EU-Förderungen wird sinnvoll in Infrastruktur investiert

Rübenbauern nicht Profiteure von EU-Zahlungen, sondern sogar Nettozahler

Wien (OTS/AIZ) - Im Zuge der EU-Zuckermarktreform 2006 wurde den
heimischen Rübenbauern von der EU eine Förderung von EUR 9 Mio. für
die Verbesserung der Rübenlogistik in Österreich zugesagt. Die
Reduzierung der Zuckerfabrikstandorte von drei auf zwei in Österreich
ab der Ernte 2006 erforderte regional Investitionen zur
Aufrechterhaltung einer reibungslosen Rübenablieferung an die
dezentralen Übernahmestationen. Die Rübenbauern betreiben gemeinsam
mit dem Zuckerindustrieunternehmen Agrana rund 60 Rübenlagerplätze.
"Das von der EU zur Verfügung gestellte Geld ist keineswegs ein
Einkommensgeschenk an die Rübenbauern, sondern fließt völlig
transparent in wichtige Investitionen in die Infrastruktur. Unter
anderem gelang es uns mit dem Ausbau von Bahnanschlüssen bei den
Rübenlagerplätzen, den Anteil der auf dem Schienenweg in die Fabriken
transportierten Rübenmenge von 50 auf rund 60% der durchschnittlich 3
Mio. t jährlichen Ernte beziehungsweise auf 75% der zurückgelegten
Transportkilometer zu steigern und damit im Interesse der Umwelt
zigtausende Lkw-Fahrten einzusparen", stellte Rübenbauern-Präsident
Ernst Karpfinger dazu in einer Aussendung fest. Dies ist auch
jederzeit online in der sogenannten Transparenzdatenbank
nachvollziehbar.

Alleine im Wirtschaftsjahr bis 28.02.2010 tätigten die Rübenbauern
Investitionen von EUR 3,7 Mio. in die Rübenplatzinfrastruktur. Heuer
erhalten sie dafür von der EU EUR 3,4 Mio. Laut Karpfinger sind aber
schon Investitionen in einem deutlich höheren Ausmaß beschlossen
beziehungsweise schon im Laufen. Das heißt, die Rübenbauern sorgen
über die von der EU finanzierten Investitionen hinaus aus eigener
Tasche für weitere Wirtschaftsimpulse.

"Diese Investitionen stellen natürlich auch einen wichtigen Impuls
für die regionale Wirtschaft dar und sichern Arbeitsplätze im
ländlichen Raum", so Karpfinger. Auch die Rübenbauern profitieren in
der stressigen Erntezeit von der verbesserten Infrastruktur im
Übernahmesystem. Die durch die Restrukturierung der europäischen
Zuckerwirtschaft notwendige Reduktion der Zuckerfabrikstandorte in
Österreich von drei auf zwei Werke führte unter anderem zu einer
Verlängerung der Zuckerkampagnen auf über 120 Tage. "Umso wichtiger
ist es, die Rüben während so langer Verarbeitungsdauer sachgerecht
lagern zu können, um die unvermeidbaren Lagerverluste, die auf Kosten
der Erlöse der Bauern gehen, möglichst gering zu halten", betonte
Karpfinger. Auch wird den Landwirten etwa durch die flächendeckende
elektronische Übermittlung und Abrechnung der Wiegeprotokolle und
eine flotte und reibungslose Abwicklung der Rübenübernahme die Arbeit
in der stressreichen Erntezeit erleichtert.

Karpfinger: Rübenbauern nicht Profiteure von EU-Zahlungen, sondern
Nettozahler

Mit Blick auf die EU relativiert Karpfinger auch, dass die
Rübenbauern durch diese Infrastrukturförderung in das Licht eines
"Förderkrösus" geraten könnten: "Diese EUR 9 Mio. von der EU sind nur
ein Klacks gegen das, was die Rübenbauern an Produktionsabgaben und
für die Dotierung des sogenannten Restrukturierungsfonds an die
EU-Kasse abliefern mussten und nicht wieder zurückbekommen." Der
Rübenbauern-Präsident erinnert dabei daran, dass die EU für EUR 295
Mio. zu viel von der EU-Kommission einkassierter Produktionsabgabe
die Zuckerwirtschaft nur mit einer Rückerstattung von EUR 10 Mio.
abspeisen will, oder dass in dem von der EU-Zuckermarktreform
verordneten Restrukturierungsfonds ein von der Zuckerwirtschaft
aufgebrachter Betrag in der Größenordnung von rund EUR 640 Mio.
ungenutzt herumliege, der dem allgemeinen EU-Budget zugeschlagen
werde.

"In Wahrheit sind die Rübenbauern damit nicht die Profiteure von
EU-Zahlungen, sondern sogar Nettozahler an den EU-Haushalt", stellt
Karpfinger klar.
(Schluss) pos

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