• 26.04.2010, 15:07:10
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Wirtschaftskammer macht sich für Baltisch-Adriatische Achse als prioritäres EU-Projekt stark

Durchgängige Nord-Süd-Verbindung schafft enorme Vorteile für Wirtschaft, Umwelt und Bevölkerung

Wien (OTS/PWK334) - Die große verkehrsstrategische Bedeutung
der "Baltisch-Adriatischen Achse" und deren Beitrag zur Verbesserung
der Standortqualität Österreichs standen im Mittelpunkt einer
Veranstaltung von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und
Verkehrsministerium heute, Montag im Haus der Wirtschaft in Wien.
Während die Schienenachse von den Ostseehäfen am Baltischen Meer nach
Wien und Bratislava von der EU bereits als "vorrangiges Projekt"
eingestuft wurde, ist das für die Verlängerung in Richtung Süden zu
den Nordadriahäfen nicht der Fall, sodass etwa für den
Semmering-Basistunnel und die Koralmbahn keine
EU-Kofinanzierungsmittel zur Verfügung stehen.

"Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Voraussetzung für eine
prosperierende Volkswirtschaft und entscheidend für die
Wirtschaftsdynamik einer Region", betonte die Vize-Präsidentin der WK
Steiermark, Regina Friedrich. Die Baltisch-Adriatische Achse als
hochrangige Verbindung zwischen der Ostsee und der Adria sei ein
Infrastrukturprojekt, das für Österreich und insbesondere die direkt
betroffenen Bundesländer Wien, Niederösterreich, Steiermark und
Kärnten eine absolute Notwendigkeit sei.

"Unser Ziel ist die Weiterführung der Achse über Wien, Graz und
Klagenfurt zur Pontebbana nach Triest und Koper einerseits und
Venedig sowie Bologna andererseits", so Friedrich. Für Österreichs
Wirtschaft ergeben sich dadurch viele Vorteile. "Die Betriebe können
ihre Transporte zeit- und kostengünstiger abwickeln und in neue
Märkte mit neuen Absatzchancen eintreten. Die steirischen Terminals
haben die Chance, zur Güterverkehrsdrehscheibe in den Südosten
Europas zu werden." Hinzu kommt die Möglichkeit, mehr Güterverkehrs
von der Straße auf die Schiene zu verlagern, außerdem gäbe es weniger
Emissionen und Unfälle.

"Klar ist, dass der europäische Binnenmarkt nur funktionsfähig
bleibt, wenn Schiene und Wasserwege einen beträchtlichen Teil des
künftigen Güterverkehrswachstums übernehmen können", betonte der
Leiter der WKÖ-Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik,
Michael Grubmann. Das hochrangige Straßennetz wird Studien zufolge
bis 2030 um rund 30 % wachsen, der Individualverkehr hingegen um 50
%, der Straßengüterverkehr sogar um 65 %. "Kapazitätsengpässe auf der
Straße sind also nahezu programmiert", so Grubmann. Wasserstraßen in
Kombination mit Schienentransporten werden künftig die ökologische
Wettbewerbssituation einer Region bestimmen. "Umso wichtiger ist es,
die zukunftsträchtige Achse von Wien zu den Nordadriahäfen bzw. bis
nach Bologna als prioritäres Projekt einzufordern", so Grubmann.

Im Hinblick auf die Intermodalität der Baltisch-Adriatischen Achse
betonte Alexander Klacska, stellvertretender Obmann der Bundessparte
Transport und Verkehr in der WKÖ, dass Österreich durch seinen im
europäischen Vergleich sehr ausgewogenen "Modal Split" gute
Ausgangsbedingungen habe, um die Herausforderung des steigenden
Güterverkehrsaufkommens zu bewältigen. Um vermehrt Güter auf die Bahn
zu verlagern, müsse die Politik danach trachten, Industrieproduktion
nahe der logistischen Knoten zu halten: "Hier ist auch die
EU-Regionalpolitik gefordert." Zudem sei es auch eine europäische
Aufgabe, die wesentlichen Verkehrsrouten nachhaltig unter
Berücksichtigung von Ausweichrouten abzusichern. "Gerade die jüngste
Krise im Flugverkehr, die von der isländischen Aschewolke ausgelöst
wurde, hat das mehr als deutlich gezeigt", so Klacska.

Auch Thomas Spiegel, provisorischer Leiter der Abteilung
Internationale Netze und Generalverkehrsplanung im
Verkehrsministerium, betonte die Sinnhaftigkeit der
Baltisch-Adriatischen Achse. Die Kommission habe erste Vorschläge der
Methodologie für die Bestimmung des sogenannten Kernnetzes
veröffentlicht. "Es gibt wichtige Argumente dafür, die komplette
Baltisch-Adriatische Achse in das Kernnetz aufzunehmen, sie ist aber
kein Fixstarter." Deshalb seien die Argumente nun aufzubereiten und
auf europäischer Ebene entsprechend vorzubringen. (SR)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik
   Dr. Anton Norbert
   T: +43 (0)5 90 900-4025
   F:+43 (0)5 90 900 4030
   E: [email protected]

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