• 21.04.2010, 11:40:44
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BIO AUSTRIA startet Informationsoffensive "Wir schauen aufs Ganze" und fordert radikalen Reformkurs der Europäischen Agrarpolitik.

Wien (OTS) - BIO AUSTRIA startet im Vorfeld der Verhandlungen für
eine neue europäische Agrarpolitik (GAP nach 2013) eine mehrjährige
Informationsoffensive unter dem Motto: "Wir schauen aufs Ganze - Die
Biobäuerinnen und Biobauern". Ziel der Offensive ist die
Sensibilisierung der Gesellschaft für einen neuen ganzheitlichen
Blick zur Bewältigung gegenwärtiger landwirtschaftlicher Probleme,
die nicht nur bäuerliche, sondern gesamtgesellschaftliche
Herausforderungen sind.

Die mehrjährige Informationsoffensive bedient sich einerseits der
Wissensvermittlung durch diverses Infomaterial und andererseits der
Erfahrungsvermittlung direkt auf den Biohöfen. Damit rückt BIO
AUSTRIA die Höfe der Biobäuerinnen und Biobauern ins Zentrum der
Informationsoffensive. Rund 7.000 - bis 10.000 Biohöfe werden in den
folgenden Jahren mit Großtransparenten und Wandtafeln auf die
Offensive aufmerksam machen. Informationstafeln und geführte
Exkursionen geben ab 2011 Interessierten die Möglichkeit, eigenes
Erfahrungswissen auf unseren Biohöfen zu sammeln.

Radikaler Reformkurs für Europäische Agrarpolitik

BIO AUSTRIA tritt im Vorfeld der GAP Verhandlungen für einen
radikalen Reformkurs der europäischen Agrarpolitik nach 2013 ein. Die
Basis dafür bilden die Prinzipien der biologischen Landwirtschaft mit
ihrem systemischen Verständnis. Diese neue Agrarkultur erbringt
einerseits vielfältige Leistungen für die Gesellschaft und
andererseits eine weitestgehende Unabhängigkeit von agrarischen
Hilfsstoffen für die Bäuerinnen und Bauern. Hauptaugenmerk einer
neuen europäischen Agrarpolitik gilt somit einer systemischen,
biologischen Wirtschaftsweise, aus der die multifunktionalen
Leistungen für die Gesellschaft resultieren.

In der gegenwärtigen europäischen Agrarpolitik widersprechen sich
Anspruch und Wirklichkeit: Die Landwirtschaft der Zukunft muss viele
gesellschaftliche Leistungen erfüllen, darin sind sich heute die
meisten führenden AgrarpoltikerInnen und BauernvertreterInnen in
Österreich und Europa einig. Neben der Nahrungsmittelproduktion muss
Landwirtschaft dafür Sorge tragen, dass unsere Lebensgrundlagen wie
gesunder Boden, sauberes Wasser sowie verträgliches Klima geschützt
werden und die Biodiversität erhalten bleibt.

Das gegenwärtige Landwirtschaftssystem wird den kolportierten
agrarpolitischen Ansprüchen aber kaum gerecht, weil es nicht auf
einem systemischen, ganzheitlichen Landwirtschaftsverständnis
aufbaut, wie das folgende Beispiel "Biodiversität" zeigt: Die in der
Landwirtschaft eingesetzten "Spritzmittel" sind nach einer
europaweiten Studie der Hauptgrund für einen massiven Rückgang der
Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung. Während auf einem
ökologisch bearbeiteten Feld rund 1.000 verschiedene Arten vorkämen,
seien es auf einem mit Pestiziden behandelten Acker nur noch rund
halb so viele. Trotz des agrarpolitischen Bekenntnisses, die
Biodiversität zu schützen, stieg der Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln auch in Österreich in den letzten Jahren
kontinuierlich an: Von 2007 auf 2008 ist der Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln um 10% (Mengen) bzw. 20% (Wirkstoffe)
angestiegen, wobei auf Herbizide fast die Hälfte der Wirkstoffmenge
entfällt. Und dies, obwohl Österreich im EU-Vergleich ein sehr
ambitioniertes Agrar-Umwelt-Programm installiert hat.

Bestes agrarisches Modell für die Zukunft

BIO AUSTRIA ist überzeugt, dass in Zeiten des Klimawandels und der
globalen Herausforderungen die biologische Landwirtschaft mit ihrem
ganzheitlichen Verständnis das beste agrarische Modell für unsere
Gesellschaft anbietet: Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Ernährung mit
hochwertigen Lebensmitteln, Schutz des Wassers, Sichern der
Biodiversität, Pflege unserer Kulturlandschaften. Bio-Lebensmittel
bedeuten daher für uns alle weit mehr als Geschmack und Genuss. Bei
der Bio-Produktion geht's ums Ganze. Denn Bio-Lebensmittel erhalten
durch die Art und Weise, wie sie produziert werden, unsere
lebensnotwendigen Lebensgrundlagen.

Rückfragehinweis:
Eva Straka
BIO AUSTRIA Pressesprecherin
M+43(0)676 842 214 214, [email protected]

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