- 30.03.2010, 13:27:46
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Gabriele Heinisch-Hosek: Gerechte Entlohnung von Teilzeitarbeit braucht Einkommenstransparenz!
Informationspflicht für Betriebe einführen - Teilzeitkräfte auf offene Vollzeitstellen aufmerksam machen, bevor sie ausgeschrieben werden
Wien (OTS) - "Teilzeit ist weder gut noch böse. Teilzeit ist eine
Realität. Teilzeitarbeit für Frauen ist nicht gleich Teilzeitarbeit
für Männer", sondern es gäbe große Unterschiede in der Qualität der
Arbeit, im Stundenausmaß der Beschäftigung oder zwischen der
Teilzeitbeschäftigung von Männern und Frauen, so Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek. Diesen Unterschieden und den Gründen dafür
wurde nun eine Studie gewidmet, die das Frauenministerium bei der L&R
Sozialforschung und beim Forba-Institut (Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt) in Auftrag geben hat. Die
Frauenministerin präsentierte heute gemeinsam mit Claudia Sorger,
einer der Studienautorinnen, die Ergebnisse und zog
Schlussfolgerungen für die Politik.
"In Österreich arbeiten rund 700.000 Frauen Teilzeit und fast die
Hälfte davon entscheidet sich bewusst dafür, aufgrund von
Betreuungspflichten", so Heinisch-Hosek. Hier zeigte die Studie einen
der wesentlichen Unterschiede zur männlichen Teilzeitbeschäftigung:
Für Männer sind Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der häufigste Grund
für Teilzeitarbeit, nur drei Prozent nutzen sie für die
Kinderbetreuung. Das schlägt sich auch in der Altersgruppenverteilung
nieder: Während Männer vorwiegend zu Beginn oder gegen Ende ihrer
Berufslaufbahn einem Teilzeitjob nachgehen, ist der größte Anteil der
weiblichen Teilzeitbeschäftigten in der Altersgruppe der 30- bis
44-Jährigen zu finden, also während der Haupterwerbsphase. Im
Geschlechtervergleich zeigt sich auch, dass Frauen wesentlich länger
in Teilzeitjobs verweilen als Männer.
Mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet weniger als 24 Wochenstunden,
doch es gäbe häufig einen Wunsch zur Aufstockung: "Jede vierte Frau
würde gerne ihre Arbeitzeit erhöhen", so die Frauenministerin. Dem
werde jedoch oft nicht entsprochen. "Außerdem bedeutet Teilzeit oft
eine Abqualifizierung. Jede fünfte Frau findet nach ihrem
Wiedereinstieg in einen Vollzeitjob keine Beschäftigung, die ihrer
Ausbildung entspricht. Den Unternehmen muss bewusst gemacht werden,
dass ihnen dadurch wertvolle Ressourcen verloren gehen", sagte
Heinisch-Hosek.
Drastisch sind auch die Lohnunterschiede zwischen Vollzeit- und
Teilzeitbeschäftigung: Vergleicht man die Brutto-Stundenlöhne, so
verdienen Teilzeitkräfte bis zu 30 Prozent weniger als
Vollzeitangestellte. "Auf dieses Missverhältnis muss aufmerksam
gemacht werden. Daher ist eine Einkommenstransparenz in den Betrieben
unverzichtbar", so die Frauenministerin, die sich vehement für eine
Offenlegung der Löhne einsetzt.
Die Regierung habe bereits einige wichtige Schritte gesetzt, um die
Situation von Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern. So fördere das
einkommensabhängige Kindergeld einen rascheren Wiedereinstieg nach
der Karenz und sei ein Anreiz für Männer, in Väterkarenz zu gehen.
Positiv sei auch die Möglichkeit der Elternteilzeit bis zum 7.
Lebensjahr des Kindes zu bewerten. Heinisch-Hosek forderte darüber
hinaus weitere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und
Familie: "Wir müssen noch mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen. Eine
Umschichtung von Finanzmitteln kann das ermöglichen. Ich greife den
Vorschlag des WIFO auf, den Alleinverdienerabsetzbetrag für Frauen,
die keine Kinder mehr betreuen, abzuschaffen ", so die Ministerin,
die mit dieser Umschichtung 60 Millionen Euro in
Kinderbetreuungsplätze investieren möchte. Auch gelte es, die
Akzeptanz der Väterkarenz in den Unternehmen zu stärken. Und
schließlich sollte es mehr Transparenz geben, nicht nur bezüglich der
Einkommen: "Es muss eine interne Informationspflicht in Betrieben
eingeführt werden, die alle Beschäftigten über offene Vollzeitstellen
informiert, bevor diese extern ausgeschrieben werden", so
Heinisch-Hosek.
Die Studie über die Qualität von Teilzeitbeschäftigung und die
Verbesserung der Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt kann auf
der Website des Frauenministeriums unter folgendem Link abgerufen
werden:
http://www.frauen.bka.gv.at/site/5461/default.aspx#a5
Rückfragehinweis:
Mag. Dagmar Strobel
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel: (01) - 53115 - 2149
E-Mail: [email protected]
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