Vermögen besteuern, Sozialleistungen ausbauen: Gerechte Verteilung fördert Beschäftigung und Konjunktur

Linz (OTS) - Kürzungen von Sozialleistungen oder höhere Massensteuern reduzieren die Kaufkraft und somit das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum. Dadurch steigt auch das Staatsdefizit. Die Entlastung kleiner Einkommen, bessere soziale Absicherung und der Ausbau sozialer Infrastruktur hingegen fördern Beschäftigung und Konjunktur und wirken sich positiv auf das Budget aus.

Vermögende haben durch Spekulationen enorm profitiert. Nun wird der Kapitalmarkt mit öffentlichen Geldern gestützt, während bereits wieder hohe Gewinne in private Taschen fließen. "Umso naheliegender wäre es, jene nun zur Kasse zu bitten, die die Krise nicht nur verursacht, sondern die auch noch Kapital aus ihr geschlagen haben", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der AK-Präsident hat überhaupt kein Verständnis für Vorschläge zur Erhöhung der Mehrwertsteuer oder der Mineralölsteuer. "Zur Budgetsanierung sind Steuern auf Vermögen und Spekulationsgewinne nötig", fordert der AK-Präsident. Gleichzeitig soll durch eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer/-innen mit geringen Einkommen die Konjunktur angekurbelt werden.

Laut WIFO geben Bezieher/-innen kleiner Einkommen von zusätzlichen 100 Euro sofort wieder 80 Euro aus. "Diese Leute brauchen jeden Euro für den Konsum, weil sie sich nur wenig leisten können", erklärt Kalliauer. Bezieher/-innen hoher Einkommen hingegen stecken Einkommenszuwächse in Finanzanlagen und schwächen damit den Wirtschaftskreislauf.

Vorschläge zur Kürzung von Sozialleistungen sind auch wirtschaftspolitisch unsinnig: Laut WIFO und AK haben zusätzliche Ausgaben für Bildung, Pflege und Kinderbetreuung einen besonders hohen Beschäftigungseffekt. In Oberösterreich könnten durch Investitionen in die soziale Infrastruktur im Umfang von 300 Millionen Euro rund 8000 Vollzeitjobs entstehen.

Werden Sozialausgaben allerdings gekürzt, fehlen nicht nur die dringend benötigten Leistungen, sondern es gehen auch Einkommen und Arbeitsplätze verloren. "Das führt zu einem Ausfall an Steuern und Abgaben und zu erhöhten Zahlungen an Arbeitslosengeldern. Der Effekt ist damit doppelt negativ", erklärt Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Mag. Dominik Bittendorfer
Tel.: (0732) 6906-2191
dominik.bittendorfer@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001